03.10.2019

Nachhaltige Outdoorshirts im Test: Nur 2 von 15 Shirts schneiden sehr gut ab!

Outdoorkleidung aus recyceltem Plastikmüll oder aus nachwachsenden Rohstoffen liegen im Trend. Öko-Test hat deshalb 15 Outdoorshirts aus recyceltem Polyester, Merinowolle oder Bio-Baumwolle genauer untersucht. Dabei wurde eine Schadstoffprüfung durchgeführt und die Nachweise für die Herkunft der verwendeten Materialen kontrolliert. Zudem wurden die Shirts auf Atmungsaktivität, Saugfähigkeit und Materialschwäche bei starker Beanspruchung getestet.

Ergebnis: Das Sportshirt der H&M-Nachhaltigkeitskollektion und das Jack Wolfskin Shirt erhielten ein „Sehr gut“, das Pyua-Shirt schaffte ein „Gut“. 

Testergebnis: Outdoorshirts (2,1 MB)

Was bedeutet "nachhaltig"?

  • Transparenz fehlt oftmals: 8 Hersteller konnten keine Nachweise für die Herkunft ihrer Materialen liefern, darunter 4 Hersteller von Merinowollshirts.

  • Der recycelte Kunststoff der Shirts im Test stammt überwiegend aus PET-Flaschen, die in China oder Taiwan gesammelt, geschreddert und zu Garn verarbeitet werden.

  • Zwar ist die Branche offensichtlich in Richtung Nachhaltigkeit in Bewegung, echtes Textil-Recycling wird aber mangels geschlossener Kreisläufe noch von keinem Hersteller im Test praktiziert, auch wenn H&M, Globetrotter und Pyua versuchen, ihre Altkleider zu sammeln.

  • Mikroplastik: Aus allen Synthetikfasern löst sich beim Waschen Mikroplastik, das über das Abwasser in Flüsse, Seen und Meere gelangt und über Klärschlamm auch auf Äckern landet. Die Hersteller Vaude und Adidas sind deshalb Partner des Projektes Textile Mission, das daran arbeitet, die Umweltbelastung durch Mikroplastik aus Textilien deutlich zu reduzieren.

  • Tierwohl: Von den 5 Anbietern im Test, die in ihren Shirts Merinowolle verarbeiteten, konnte lediglich der Hersteller Ortovox den Nachweis erbringen, dass er auf die tierquälerischen Praxis des „Mulesing“ verzichtet. Bei dieser werden den faltenreichen Merinoschafen – meist ohne Betäubung – Hautstücke rund um den Schwanz herausgeschnitten, um das Einnisten von Parasiten zu verhindern.

Materialmängel

Die gute Nachricht: Alle Produkte im Test sind atmungsaktiv, luftdurchlässig und färben beim Schwitzen nicht ab. Nur ein Shirt hat sich beim Waschen verformt. 
Allerdings zeigten sich große Schwächen bei der Saugfähigkeit: Nur 6 Shirts nehmen die entstehende Flüssigkeit schnell genug auf, um den nassen Schweiß rasch von der Haut weg zu transportieren. Insgesamt 9 Shirts bildeten zudem Knötchen auf der Oberfläche. Ein Anzeichen dafür, dass das Material der starken Beanspruchung von Funktionsshirts offenbar nicht gut standhält. 
Schadstoffe finden sich in vielen Outdoorshirts. Phosphor-organische Verbindungen wurden 2 Shirt feststellt. Diese Problemstoffe werden gut über die Haut aufgenommen und wirken häufig nervengiftig. Außerdem wurde in 7 Shirts halogenorganische Verbindungen gefunden - viele davon gelten als allergieauslösend und fast alle reichern sich in der Umwelt an.

 

UNSERE TIPPS

Nur weniger Konsum bedeutet wirklich nachhaltigen Konsum - das gilt auch für Sportmode. Sie sollten bei recyceltem Kunststoff auf die tatsächliche Herkunft des Materials achten. Innovative Ansätze für nachhaltige Sportmode zeigt der AK-Fair Fashion Guide auf.

Hinweis

In Kooperation mit ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an.

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