07.12.2017

AK-Test zeigt: Spielzeuglärm ist nicht ungefährlich

Ferngesteuerte Autos mit Motorengeräuschen und sprechende Kuscheltiere sind bei Kindern beliebt. Für Eltern dagegen, sind die Geräusche auf Dauer oft nervig. Im AK-Test entpuppten sich die getesteten Spielzeuge oft auch als gefährliche Krachmacher. 

Testergebnis: Lärm bei Kinderspielzeug (0,3 MB)


Getestet wurden 14 Spielsachen unter „Kinderzimmerbedingungen“: Bei einem Abstand von 2,5 Zentimeter zum Ohr lagen die Messwerte zwischen 88 und 95 Dezibel. Bei fünf Spielsachen wurden bei einem Abstand von einem halben Meter über 80 Dezibel gemessen. Zum Vergleich: Ein Presslufthammer in 1 Meter Entfernung hat etwa 100 Dezibel.

Grenzwerte zur Orientierung

Für Kinderspielzeug sind die Sicherheitsnormen sehr differenziert und abhängig von der Art des Spielzeugs und der Dauer der Schallemission. Bei „ohrnahem“ Spielzeug, das nach jeder Aktivierung länger als 30 Sekunden Schall emittiert, darf der Grenzwert von 60 Dezibel nicht überschritten werden. Bei Tisch- oder Bodenspielzeug, das typischerweise zwischen 5 und 30 Sekunden Schall emittiert, liegt der Grenzwert bei 85 Dezibel. Und bei handgehaltenem Spielzeug, mit weniger als 5 Sekunden Schallemission, sind 90 Dezibel das Maximum.

Alle getesteten Produkte haben Messwerte über 60 Dezibel. Die lautesten Spielsachen liegen nur knapp unter dem Wert von 90 Dezibel.

Lärm – nicht nur störend sondern mitunter gesundheitsschädlich

Diese Lautstärken werden von den AK-Konsumentenschützern/-innen kritisch gesehen. Was von Erwachsenen, die meist einen größeren Abstand zur Lärmquelle haben, als störend wahrgenommen wird, stellt grundsätzlich eine Belastung dar und es besteht die Gefahr, das Gehör der Kinder dauerhaft zu schädigen. Experten/-innen gehen zwar davon aus, dass Belastungen unter 80 Dezibel keine bleibenden Schäden hinterlassen, jedoch gibt es dafür keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Nicht nur die Intensität sondern auch die Dauer der Lärmbelastung ist wesentlich.

Ohren auf beim Spielzeugkauf

Prüfen Sie beim Kauf von Spielsachen mit eigenen Ohren wie laut das Spielzeug ist. Ein kurz angespielter Ton mag gerade noch erträglich erscheinen. Bedenken Sie aber, dass Ihr Kind dieses Spielzeug oft stundenlang benutzt. Empfinden Sie es als zu laut, sollten Sie den Krachmacher gar nicht kaufen.

Tipps zur Vermeidung von Gehörschäden

  • Nur wer gut hört, kann gut sprechen lernen. Daher ist es wichtig, Kinder vor starkem und anhaltendem Lärm zu schützen.

  • Überdenken Sie Ihre eigenen Gewohnheiten: Muss der Fernseher ständig im Hintergrund laufen?

  • Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nicht zu lange und zu laut Audiogeräte wie Smartphone und Player nutzen.

  • Gönnen Sie sich und Ihren Kindern Lärmpausen, z.B. nach einer lauten Veranstaltung, damit sich die Gehörzellen erholen können.

  • Seien Sie besonders vorsichtig bei Spielzeugpistolen, Pfeifen oder Feuerwerkskörpern, da so kurze Geräusche nicht in der eigentlichen Lautstärke erfasst werden, aber nicht weniger gefährlich sind.

  

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