11.05.2016
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Hausbrunnen nach wie vor mit Nitrat belastet

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Rund 260.000 Personen in Oberösterreich beziehen es noch aus Hausbrunnen und nicht aus öffentlichen Wasserleitungen. Während die öffentlichen Wasserversorger die Abnehmer über die Wasserwerte informieren und laufend Proben nehmen müssen, wissen viele „Hausbrunnenversorgte“ wenig bis gar nichts über den Zustand des konsumierten „Nass“.

AK prüft pH-Wert, Wasserhärte und Nitratwerte

Die AK-Oberösterreich führt daher bereits seit vielen Jahren Brunnenwassertests in Regionen mit bekannter Grundwasserproblematik durch, wobei auch heuer wieder der pH-Wert, die Wasserhärte und der Nitratwert ermittelt wurden. 

Von 278 Wasserproben wiesen dabei 26 (9,3 %) Nitratwerte über  dem gesetzlich zulässigen Höchstwert von 50 mg/l auf. 5 Brunnentests ergaben sogar einen Nitratgehalt über 100 mg/l (Spitzenwert 171 mg/l).


Warum ist ein hoher Nitratwert im Trinkwasser gefährlich?

Während die Weltgesundheitsorganisation WHO vorsorglich für Kleinstkinder empfiehlt, bei der Zubereitung der Nahrung den Wert von 10 mg/l nicht zu überschreiten und bei Erwachsenen 25 mg/l  als Empfehlungsgrenze vorsieht, liegt der gesetzlich zulässige Wert laut Trinkwasserverordnung  bei 50 mg/l.

Sehr hohe Nitrataufnahmen können im Körper zu Nitrit umgewandelt werden (steht im Verdacht karzinogen zu wirken)  und bei Kleinkindern durch die Blockade des Sauerstoffgehaltes im Blut die sogenannte Blausucht hervorrufen. Ein Abkochen des Wassers hilft dagegen nichts. 

Die Ergebnisse der Nitratuntersuchung im Detail und im Vergleich :  Werte über 50 mg/l in %

Gemeinde201320152016
Eferding18,1 %27,3 %20,9 %
Schwertberg11,6 %13,3 %20,0 %
Perg12,2 %
14,0 %10,8 %
Ried/Riedmark28,5 %27,7 %  8,6 %

Intensive Landwirtschaft für Nitrat verantwortlich

Höhere Werte kommen zumeist durch landwirtschaftliche Intensivnutzung ins Grundwasser. Vereinzelt können auch undichte Kanäle oder Güllegruben als punktuelle Einträge als Verursacher auftreten. Die flächenhafte Belastung stammt jedoch von der Düngung, die in zu großen Mengen nicht von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Biologisch produzierende Betriebe arbeiten daher wesentlich grundwasserschonender. Bei diesen fällt auch die Belastung durch Pestizide weg.

Wie kann das Problem gelöst werden?

Ziel muss es sein die Nitrateinträge vor allem in Hausbrunnen so gering wie möglich zu halten.

Während die Ergebnisse der AK-Brunnenwasseraktionen über die Jahre kaum Änderungen bezüglich der Nitratbelastung in Hausbrunnen verzeichnet,wurden aufgrund geänderter gesetzlicher Rahmenbedingungen bis dahin vorhandene Sanierungsgebiete (Eferdinger Becken, Machland) zurückgenommen.

Überproduktionen, mittels großer Umweltbelastungen durch Nitrat und Pestizide, die ohnehin wieder zum Wegschütten der Milch führen, sind abzulehnen und müssten im Idealfall einer umweltgerechten Qualitätsproduktion (Biolandbau) weichen. Das beugt nicht nur dem Wegwerfen von Lebensmitteln vor, sondern schützt das Grundwasser.

Frischkäse im Test

Preiswerte Produkte beim Frisch- und Hüttenkäse-Test durchwegs besser als Markenprodukte, alle mindestens "durchschnittlich".

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