10.07.2019

Ohr­stecker auf Nickel getestet: Groß­teil entspricht gesetzlichen Vor­gaben!

Viele Menschen reagieren allergisch, wenn sie mit Gegenständen in Kontakt kommen, die Nickel abgeben. Auch nickelhaltiger Modeschmuck kann allergische Reaktionen auslösen. Die Konsumentenschützer/-innen der Arbeiterkammer Oberösterreich haben daher 10 preiswerte Ohrstecker aus dem Handel auf Nickelabgabe testen lassen. Das Ergebnis: 1 Produkt setzt mehr Nickel frei als erlaubt. Bei 3 weiteren Produkten ist die Nickelabgabe grenzwertig, aber noch akzeptabel.

Testergebnis: Nickel in Modeschmuck (0,4 MB)

Nickel­abgabe ist gesetzlich ge­regelt

Nickel ist in fast allen Metalllegierungen, und daher oft in Schmuck enthalten. Das ist problematisch, da Nickel europaweit das häufigste Kontaktallergen ist und bei direktem Hautkontakt zur so genannten Kontaktdermatitis (Entzündung der Haut) führen kann. 

Zum Schutz der Konsumenten/-innen wurde in Europa die Nickelabgabe für alle Gegenstände, die unmittelbar und längere Zeit mit der Haut in Berührung kommen können, gesetzlich geregelt. Die REACH-Verordnung besagt unter anderem, dass Stäbe (=Stifte), die in durchstochene Ohren eingeführt werden, nicht mehr als 0,2 Mikrogramm Nickel pro Quadratzentimeter (µg/cm2) pro Woche absondern dürfen.

Um zu testen in wie weit preisgünstiger Modeschmuck die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, ließ die AK Oberösterreich 10 zufällig ausgewählte Ohrstecker, die im Einzelhandel um weniger als 5 Euro erhältlich waren, von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) auf deren Nickelabgabe testen.

Ein Produkt fällt durch

  • Bei den Stiften der Ohrstecker von C&A, KIK, Takko, Claire‘s, Primark und accessories (von Maximarkt) konnte keine grenzwertüberschreitende Nickelabgabe festgestellt werden. Sie entsprechen den gesetzlichen Vorgaben.

  • Bei accessories (von Bipa), H&M und Orsay wurden jeweils bei einer von 3 Proben Werte von 0,24 bis 0,32 µg/cm2/Woche gemessen. Die Ergebnisse befinden sich unter Berücksichtigung der Messunsicherheit noch im akzeptablen Bereich und sind daher nicht zu beanstanden.

  • Bei den Ohrsteckern von Bijou Brigitte zeigten die Analysewerte eine Nickelabgabe von beträchtlichen 18 bis 50 µg/cm2/Woche. Dieses Produkt entspricht daher nicht der REACH-Verordnung und birgt ein ernsthaftes Risiko eine allergische Reaktion hervorzurufen.

Ist Nickel im Schmuck?

Ob ein Schmuckstück Nickel enthält, können Sie mittels Schnelltest aus der Apotheke prüfen. Dabei reibt man mit einem speziellen flüssigkeitsgetränkten Teststäbchen über das Schmuckstück. Anhand einer Farbreaktion erkennen Sie schon nach kurzer Zeit, ob Nickel freigesetzt wird.

Downloads

Kontakt

Kontakt

Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at
  • © 2019 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum