06.06.2018
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Mineral- oder Leitungswasser trinken?

Obwohl Wasser in Österreich ausreichend und in bester Qualität aus der Leitung fließt, liegt Mineralwasser im Trend. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 691 Millionen Liter Mineralwasser verkauft. Die aktuelle Erhebung der AK-Konsumentenschützer zeigt allerdings: Mineralwasser ist im Vergleich zu Leitungswasser nicht nur teuer, sondern für einen gesunden Lebensstil auch nicht zwingend notwendig.

Testergebnis: Heimische Mineralwässer (0,3MB)

Wasser: so haben wir getestet

Insgesamt 31 Mineralwassersorten (17 heimische und 14 ausländische) sowie Leitungswasser aus Linz und Umgebung wurden bezüglich ihres Gehaltes an charakteristischen gelösten Feststoffen (Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Chlorid, Sulfat und Hydrogencarbonat) miteinander verglichen. 

Mineralwasser nicht unbedingt mineralstoffreicher

Sowohl Leitungs- als auch Mineralwasser ist mineralstoffhaltig. Aufgrund der unterschiedlichen geologischen Verhältnisse der Quellorte weist jedoch jedes Wasser eine andere Menge sowie Zusammensetzung an Mineralstoffen auf.

Der Gehalt typischer gelöster Feststoffe liegt beim Leitungswasser aus Linz und Umgebung im Durchschnitt bei 532 mg je Liter. Somit rangiert es im Test auf Platz 11 der österreichischen und auf Platz 6 unter den importierten Marken. Das heißt, 7 der 19 heimischen Mineralwassersorten und 8 Importprodukte sind mit 188 bis 494 beziehungsweise 9 bis 499 Milligramm je Liter wesentlich niedriger mineralisiert.

Wasserhahn: günstiger und umweltfreundlicher

Die Ökobilanz von Leitungswasser ist im Vergleich zu Mineralwasser aus der PET-Flasche um etwa das Tausendfache günstiger. Aber nicht nur der Umweltaspekt, sondern auch der Preis von nur rund 0,13 Cent je Liter spricht für Leitungswasser.

Ein Vergleich macht dies deutlich

Deckt man seinen täglichen Flüssigkeitsbedarf von 2 Litern mit Leitungswasser, müsste man lediglich circa 1 Euro pro Jahr ausgeben. Für die gleiche Menge heimischen Mineralwassers muss man je nach Sorte zwischen 124 und 723 Euro zahlen, für Importprodukte sogar bis zu 3.876 Euro.

Preis sagt nichts über Mineralstoffgehalt aus 

Trotz großer Preisunterschiede gibt es keinen Zusammenhang zwischen Preis und Mineralisierungsgrad der Wässer. Dies zeigt sich besonders deutlich am Beispiel des teuren Luxuslabels Voss, das mit 5,31 Euro je Liter gerade mal halb so viele wertgebende Mineralien besitzt wie Leitungswasser aus Linz und Umgebung. Durchaus abhängig ist der Preis aber von der Gebindegröße: denn, je kleiner das Gebinde, desto teurer das Wasser.

Griff zur Mineralwasserflasche nicht notwendig

Viele Konsumenten/-innen glauben Mineralwasser sei gesünder und enthalte mehr Mineralstoffe. Doch selbst mineralstoffreiche Wässer decken nur einen Teil des Tagesbedarfs an Mineralstoffen. Der Großteil wird über eine ausgewogene Ernährung aufgenommen.

Welches Mineralwasser ist gut für wen?

Unter gewissen Lebensumständen kann man von Mineralwasser profitieren. 

  • So können zum Beispiel Personen, die keine oder nur wenig Milchprodukte essen, calciumhaltiges Mineralwasser als alternativen Calciumlieferanten nutzen. 

  • Natrium- oder magnesiumreiche Mineralwässer eignen sich zum Ausgleich des Elektrolytverlustes bei Intensivsportlern.

  • Hydrogencarbonatreiche Wässer wiederum können regulierend in den Säure-Basenhaushalt eingreifen

  • Natriumarme Wässer können für Personen mit Nierenerkrankungen oder Bluthochdruck geeignet sein. 

Heimische Produkte besser für die Umwelt

Wer aufgrund des prickelnden Geschmackserlebnisses nicht auf Mineralwasser verzichten möchte, sollte heimische Produkte bevorzugen. Generell gibt es für jeden Bedarf das passende heimische Mineralwasser. Der Kauf von ausländischen Mineralwassermarken, die zum Teil lange Transportwege hinter sich haben, ist nicht gerechtfertigt.  

Alternativ kann man sich einen Wassersprudler anschaffen. Dadurch entfallen nicht nur der lästige Heimtransport und die Lagerung der Flaschen, auch der Kohlensäuregehalt ist individuell wählbar.
Test zu Sodamaker


Worin unterscheidet sich Mineral- von Leitungswasser?

Mineralwasser

Natürliches Mineralwasser ist ein reines Naturprodukt, das aus einem unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen gewonnen wird. Laut Mineralwasser- und Quellwasserverordnung in Verbindung mit dem Österreichischen Lebensmittelbuch muss es in unmittelbarer Nähe des Gewinnungs- oder Quellorts abgefüllt werden und genauen Qualitätskriterien entsprechen sowie laufend strengen Kontrollen unterzogen werden. Es hat eine bestimmte Eigenart, die auf seinen Gehalt an Mineralstoffen, oder sonstigen Bestandteilen zurückzuführen ist und weist gegebenenfalls bestimmte ernährungsphysiologische Wirkungen auf. Engmaschige Kontrollen garantieren, dass die gesetzlichen Anforderungen an natürliches Mineralwasser eingehalten werden. 
Für die Konsumenten ist dies unter anderem auf dem Etikett ersichtlich, auf dem sich ein Auszug aus der Analyse findet. Bezeichnungen wie still, mild, sanft beziehen sich auf den Kohlensäuregehalt und sind gesetzlich nicht definiert, sodass es den Herstellern überlassen bleibt ob und wieviel Kohlensäure sie zusetzen.

Leitungswasser

Trinkwasser oder Leitungswasser wird in Österreich zu fast 100 Prozent aus reinem Grund- und Quellwasser gewonnen. In Linz und den Umlandgemeinden wird über 4 Wasserwerke (Scharlinz, Heilham, Plesching und Goldwörth) hervorragende Wasserqualität in die jeweiligen Haushalte befördert. Um sicherzustellen, dass Trinkwasser in jedem Fall den Kriterien der Trinkwasserverordnung entspricht, wird es regelmäßig auf seine chemische Zusammensetzung und bakteriologischen Parameter gemäß Trinkwasserverordnung und Österreichischem Lebensmittelbuch untersucht. Das heißt die Wasserwerke garantieren mikrobiologisch und chemisch einwandfreies Leitungswasser bis zum Hausanschluss. Bei Überschreitungen muss das Wasserwerk warnen und Gegenmaßnahmen einleiten. Ab Hausanschluss ist der Eigentümer verantwortlich. 

TIPP

Wasser aus der Leitung sollte man immer frisch genießen! Das heißt, man sollte das Wasser so lange aus dem Hahn laufen lassen, bis es frisch und kühl herauskommt. Vor allem Stagnationswasser, also Wasser, das sich längere Zeit unbewegt, zum Beispiel über Nacht oder während des Urlaubs, in den Leitungen befindet, sollte wegen möglicher Keim- und sonstiger Belastungen nicht als Trinkwasser verwendet werden, sondern solange zum Fließen gebracht werden (in der Regel circa 30 Sekunden), bis das merklich kühlere Wasser aus der Leitung kommt.


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