09.05.2018
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Mineralische Sonnencremes: wirklich besser?

Konventionelle Sonnenschutzmittel enthalten chemische UV-Filter, die wie Hormone gebaut sind und daher auch wie Hormone wirken können. Dadurch stehen sie im Verdacht, auf Körperfunktionen und Entwicklungsprozesse Einfluss zu nehmen beziehungsweise diese zu stören. Kleinkinder und Pubertierende, aber auch bereits Föten im Mutterleib reagieren besonders empfindlich auf hormonell wirksame Schadstoffe. Mineralische Sonnencremes kommen ohne derartige Filter aus. Der Konsumentenschutz der AK Oberösterreich hat 8 mineralische Sonnenschutzcremes einer chemischen Bewertung sowie einem Praxistest unterzogen.

Mineralische Sonnencremes im Test © Heiml, Arbeiterkammer Oberösterreich

Testergebnis: Mineralische Sonnencremes (0,4MB)


So wurde bewertet

Gemeinsam mit der Umweltorganisation "die umweltberatung" Wien hat der Konsumentenschutz OÖ die Inhaltsstoffe der einzelnen Cremes mittels Schulnoten-System bewertet.

Abwertungen gab es, wenn die Cremes potentiell Allergien auslösende Duftstoffe, Parfum oder synthetische Inhaltsstoffe, die die Haut für Schadstoffe durchlässiger machen können, enthielten. Auch Cremes, die UV-Filter in Nano-Partikelgröße verwenden, wurden abgewertet.

Nano-Partikel in Kosmetika

Aus ökologischer Sicht sollte auf Sonnenschutzmittel mit Nano-Partikel verzichtet werden, denn die winzigen Teilchen gelangen über das Baden in Seen oder Flüssen in die Umwelt. Und was der steigende Eintrag von Nano-Partikeln in die Umwelt wirklich für die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen bedeutet, ist bisher nicht absehbar.

Testsieger: Eco Cosmetics Sonnenlotion (Bioprodukt)

  • Alle mineralische Sonnenschutzmittel sind frei von chemischen UV-Filtern. 
  • Am besten bewertet wurde die Eco Cosmetics Sonnenlotion. 9 der insgesamt 27 Inhaltsstoffe wurden mit sehr gut, 17 als gut bewertet – alle aus zertifiziert biologischem Ursprung. Darüber hinaus ist diese Creme die einzige im Test, die komplett auf Duftstoffe verzichtet.
  • Insgesamt waren 4 der 8 Sonnenschutzmittel mit einem Bio-Gütesiegel ausgezeichnet (Eco Cosmetics, Biosolis Sonnenschutzmilch, Lavera Sonnencreme Sun Sensitive, Alverde Sonnencreme Sensitive).
  • Ebensoviel verwendeten Nano-Technologie (Alverde Sonnencreme Sensitive, Clinique Mineral Sunscreen Lotion, Eucerin Kids Mineral Sun Lotion und Daylong baby).

Praxistest

Da mineralische UV-Filter, anders als chemische, auf der Hautoberfläche bleiben und dort das Sonnenlicht wie ein Spiegel brechen und reflektieren, kann nach dem Auftragen eine Weißfärbung der Haut auftreten, der sogenannte „Weißeleffekt“. Im Praxistest wurde bei 11 Probanden/-innen untersucht, wie stark oder gering dieser Effekt bei den einzelnen Cremes ist. Darüber hinaus wurde die Verteilbarkeit auf der Haut, der Geruch, der Glanz sowie das generelle Hautgefühl bewertet.

Testsieger: Clinique Mineral Sunscreen Lotion

  • Klarer Testsieger im Praxistest war Clinique Mineral Sunscreen Lotion. Bei dieser Creme gab es keinen Weißeleffekt.
  • Lediglich für ein Befriedigend reichte es im Praxistest für die Sonnencreme mit der besten chemischen Bewertung, Eco Cosmetics.
  • Auch die Sonnencremes von Lavera, Alverde und Daylong schafften in der praktischen Anwendung keine bessere Wertung.

Große Preisunterschiede

Deutliche Unterschiede gab es beim Preis: Das günstigste Produkt (Alverde Sonnencreme Sensitive) kostete 5,95 Euro, das teuerste 39,95 (The Organic Pharmacy Sun Screen). Letzteres belegte sowohl in der chemischen Bewertung als auch im Praxistest den zweitbesten Platz. Konsumenten/-innen müssen also ihre Vorlieben abwägen. Sicher ist, dass mineralische Sonnenschutzmittel keine hormonell wirksamen Inhaltsstoffe enthalten.  


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