12.03.2020

Merino­wolle ohne Tier­leid?

Im Winter liegen Merinowoll­produkte als natürliche Alternative zu synthetischen Materialen im Trend. Wenig bekannt ist „Mulesing“. Mulesing ist das Entfernen von großen Hautstreifen mit Fleisch ohne Betäubung. Merino­schafe haben viele Falten und um Parasiten­befall zu verhindern, werden die Schafe mit der grausamen Methode "behandelt". Diese grausame Methode wird in Australien angewendet, jenem Land, aus dem mindestens 75 Prozent der weltweit hergestellten Merinowolle stammt. 

Merinowolle ohne Tierleid? (0,3 MB)

4 Unternehmen können „Mulesing“ ausschließen

Der Konsumentenschutz der AK Oberösterreich und die Tierschutzorganisation Vier Pfoten haben 14 österreichische Unternehmen, nach dem Ursprung ihrer Merinowolle gefragt. Nur 4 Unternehmen konnten „Mulesing“ ausschließen: Die Sportartikelhersteller Hervis und SCROC, sowie das nachhaltige Modelabel Zerum. Sie haben eine Bewertung als „Gold-Champions“ verdient, weil diese 3 die komplette Rückverfolgbarkeit ihrer Liefer¬kette sicherstellen können und für Kontrollen bis zum tierhaltenden Betrieb sorgen.

Giesswein, Hofer und Northland „Silber Champions“

Aufgrund ihres Engagements wurden der Tiroler Schuh­hersteller Giesswein, die Einzelhandels­kette Hofer sowie der steirische Sportartikel­hersteller Northland als Silber Champions bewertet. So lässt sich etwa Giesswein den Ausschluss von Mulesing vertraglich garantieren. Im Gegensatz zu den Gold-Champions fordert das Unternehmen allerdings keine Rück­verfolgbarkeit bis zum tier­haltenden Betrieb.

Global Organic Textile Standard plant Mulesing-Verbot

Das Gütesiegel Global Organic Textile Standard (GOTS) Mulesing erlaubt, dass Schafe betäubt werden. Laut Vier Pfoten ist eine Betäubung in der Praxis aber sehr schwer sicher-zustellen beziehungsweise zu kontrollieren. Bereits jetzt ermöglicht der Standard eine Rück-verfolgbarkeit der Merino¬wolle. Ein explizites Mulesing-Verbot beziehungsweise eine entsprechende Weiter¬entwicklung des empfehlenswerten Nachhaltig¬keits¬standards GOTS ist für dieses Jahr geplant.

5 Unternehmen beginnen Engagement gegen Mulesing

5 der befragten Unter­nehmen stehen mit ihren Bemühungen, Mulesing zu verhindern, ganz am Anfang. Gar keine Rück­meldung kam vom steirischen Mode- und Heim­textilien-Unter­nehmen Steiner 1888. Ob das Unternehmen Merino­wolle mit Mulesing verwendet oder nicht, konnte deshalb nicht beurteilt werden.

SPAR stoppt Verkauf von Merinowolle

Aufgrund der Befragung durch den AK Konsumenten­schutz Oberösterreich und Vier Pfoten hat sich die österreichische Einzel­handelskette SPAR für einen sofortigen Einkaufs­stopp von Merino-Produkten entschlossen, sowie die Auslistung entsprechender Produkte aus dem Sortiment aller Interspar und Maximarkt-Filialen.

Erfolg der Kampagne

„Grüne Erde“ wird ab 1.8.2020 nur noch RWS-zertifizierte Wolle aus Australien beziehen. Das bedeutet, "Grüne Erde" wird zum Gold Champion und ab August sogar Platin Champion, da ab dann für alle Merinowollprodukte unabhängige Kontrollen bis zum tierhaltenden Betrieb gewährleistet sein werden und die gesamte Lieferkette rückverfolgbar sein wird.“

Warum gibt es Mulesing überhaupt?

In Australien wird eine speziell gezüchtete, faltenreiche Merinoschafs­rasse verwendet, da diese aufgrund der größeren Hautoberfläche auch mehr Ertrag verspricht. Allerdings nisten sich in den vielen Hautfalten der Schafe unzählige Fliegenmaden als Parasiten ein. Betriebe, die mulesingfrei sind, verwenden Merinoschafe ohne überschüssige Hautfalten mit entsprechenden Ertrags­einbußen.

Hinweis

Infos zur Bewertung der Unternehmen finden Sie bei Vier Pfoten

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