29.11.2017
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Marzipanstollen im Test: Keiner ohne Palmfett

Weihnachtsstollen dürfen auf der österreichischen Weihnachtstafel nicht fehlen. Für Marzipanliebhaber/-innen sind vor allem Christstollen mit Marzipanfüllung eine beliebte Alternative zum klassischen Butterstollen. Der AK-Konsumentenschutz hat 7 Edelmarzipanstollen getestet. Das Ergebnis: Von traditioneller Rezeptur ist wenig übrig geblieben. Billiges Palmfett und Lebensmittelzusätze ersetzen hochwertige Zutaten.

Testergebnis: Marzipanstollen (0,6MB)

Palmfett als billiger Butterersatz

Wird bei Christstollen nicht ausdrücklich auf die Verwendung von Butter hingewiesen, dürfen für die Zubereitung der Stollen auch Pflanzenfette verwendet werden. Alle getesteten Marzipanstollen beinhalten als Hauptzutat das im Vergleich zu Butter wesentlich billigere Palmfett.

Marzipanstollen von Ölz und Bahlsen: teuer, aber gut

Den höchsten Edelmarzipangehalt weisen die Stollen von Ölz (17 Prozent) und Bahlsen (16 Prozent) auf. Mit einem Kilopreis von 7,98 Euro (Ölz) und 9,23 (Bahlsen) handelt es sich dabei allerdings auch um die teuersten Produkte im Test. Die restlichen Marzipanstollen haben zwischen 10 und 13 Prozent Edelmarzipanfülle und kosten zwischen 3,39 und 6,58 Euro pro Kilo.

Unterschiede gibt's nicht nur beim Preis, sondern auch im Geschmack. Am besten schnitten bei der Verkostung die beiden teuersten Produkte von Ölz und Bahlsen und die Discountware von Hofer ab (3,45 Euro pro Kilo).

Mangelhafte Zutatenliste bei Hofer-Marzipanstollen

Aufgrund der QUID-Regelung (Quantitative Ingredient Declaration) dürfen Konsumenten/-innen erwarten, dass die Menge des Edelmarzipans prozentuell im Zutatenverzeichnis angegeben wird.

Der Hersteller des Edelmarzipanstollens von Hofer enthält seine Kunden/-innen diese Information allerdings vor. Erst auf Anfrage erfuhren die AK-Experten/-innen, dass sich 12 Prozent Edelmarzipan in dem Produkt befinden.

Lebensmittelzusätze statt natürlicher Zutaten

Traditionell enthält selbstgemachter Stollen lediglich natürliche Zutaten wie Mehl, Butter, Zucker, Hefe, Salz, Ei, Rosinen und Zitronat beziehungsweise Orangeat. In den gekauften Marzipanstollen finden sich aber bis zu 6 verschiedene Lebensmittelzusätze wie Feuchthalte-, Trenn-, oder Verdickungsmittel, Emulgatoren oder Aromen.

Die Bewerbung einer traditionellen Rezeptur wie bei Goldora scheint daher wenig gerechtfertigt. Ausgerechnet das teuerste Produkt im Test von Bahlsen, das mit Premiumqualität wirbt, enthält die meisten Zusätze von allen. 

Nichts für die schlanke Linie

Ebenso wie viele andere Weihnachtsleckereien ist auch der Marzipanstollen nichts für Figurbewußte. 100 Gramm Stollen bestehen im Schnitt aus einem Drittel Zucker und enthalten etwa 17 Gramm Fett und um die 400 Kilokalorien.

Für große Naschkatzen empfiehlt sich daher nach dem Genuss ein ausgedehnter Verdauungsspaziergang!


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