29.04.2020

Leih­geräte aus dem Bau­markt: Sehr große Preis- und Qualitäts­unter­schiede!

Nicht nur aus Kosten­gründen, sondern auch um Ressourcen zu schonen wird „Leihen statt Kaufen“ immer beliebter. Werk­zeug, das nur selten ge­braucht wird, kann im Bau­markt ausgeliehen werden. Der AK-Konsumenten­schutz hat sich Kosten, Zustand und Leih-Kondi­tionen angeschaut. Im Vergleich: Bauhaus, Obi und Boels. Das Ergebnis ist durchwachsen: Preis­unterschiede bis zu 276 Prozent, Geräte von top gewartet bis unbrauchbar und Rahmen­bedingungen wenig vorteilhaft. Wer zu einem Leih­gerät greift, sollte sich gut informieren!

Testergebnis: Leihgeräte aus dem Baumarkt (0,1 MB)

3 Geräte von 3 Anbietern im Test

Die Konsumenten­schützer/-innen der Arbeiter­kammer liehen bei Bauhaus, Obi und Boels

  • Diamantbohrmaschine
  • Steintrennmaschine und
  • Teppichreinigungsgerät samt Zubehör

für einen Tag aus.

Bauhaus verfügt als einziger über eigene Geräte. Bei Obi sind geliehenen Maschinen von Boels Maschinenverleih Österreich und bei Hornbach werden die Kunden/-innen an Boels verwiesen und die Verträge mit Boels abgeschlossen.

Funktion und Sauberkeit wurden visuell überprüft. Besonderes Augenmerk wurde auf die Transparenz beim Preis und die Haftung bei Beschädigung gelegt. Außerdem wurde der Service bei Reservierung, Abholung und Rückgabe bewertet.

Geräte in schlechtem Zustand

  • Bei 6 Geräten gab es Punkteabzug für Dreck oder fehlendes Zubehör.
  • Ein Fliesen­schneider war sehr schmutzig und eine Arbeits­platten­verlängerung konnte nicht benützt werden, weil die Stand­füße fehlten.
  • Bei einer Stein­trenn­maschine war die Verkabelung laienhaft repariert und somit war kein Schutz vor Strom­unfällen gegeben. Das Produkt fiel durch.
  • Höchste Leihgebühr, schlechtestes Testergebnis: der Bohrer lief nicht rund und konnte nicht benutzt werden.

Bauhaus mit transparenten und günstigen Preisen

Bei Obi und Bauhaus sind die Preise in den Verkaufs­räumen ausgezeichnet, so kann man sich im Vorhinein informieren. Bei Boels liegen Kataloge auf, aber darin sind keine Preise.

Bauhaus verrechnet Pauschal­preise inklusive Zubehör. Bei allen 3 Geräte war Bauhaus am günstigsten. Es wird im Leih­vertrag darauf hingewiesen, dass die Geräte nicht versichert sind.

Obi vermietet Geräte der Firma Boels und verrechnet zum Geräte­preis automatisch eine 10-prozentige Haftungs­beschränkung. Die bringt Konsu­menten/-innen aber keinen Vorteil, da für den Kunden kein Ersatz bei Diebstahl oder Beschädigung versichert wird.

Bei Boels wird zusätzlich zur 10-prozentigen Haftungs­beschränkung noch ein Mindest­entgelt für den Verschleiß verrechnet: Beim mitgelieferten Sägeblatt waren das 27 Euro und beim mitgelieferten Bohrer kostet der Mindest­verschleiß 71,82 Euro. In beiden Fällen verteuert sich dadurch das Leih­gerät erheblich, unabhängig von der tatsächlichen Abnutzung.

Durch diese Preisaufschläge kostet letztendlich die Diamant­bohrmaschine bei Boels 187,78 Euro mit Bohrer und Wand­halterung. Im Vergleich zum günstigsten Preis bei Bauhaus mit 50 Euro ist das fast das Vierfache.

Tipps für das Ausleihen von Werkzeug

  • Reservieren Sie Ihr Wunsch­gerät samt Zubehör telefonisch und erkundigen Sie sich auch gleich nach der Kaution. Im Test waren das bis zu 300 Euro pro Gerät.

  • Informieren Sie sich über den Brutto­preis inklusive Zusatz­kosten und fragen Sie nach Vergünsti­gungen mit Kunden­karte oder Rabatt­aktionen.

  • Bringen Sie zum Ausleihen einen Lichtbild­ausweis mit und nehmen Sie sich Zeit für die Über­nahme des Geräts.

  • Überprüfen Sie die Funktions­fähigkeit im Beisein des Verleihers und achten Sie darauf, dass alle not­wendigen Zusatzteile (Bohrer, Halterungen, und so weiter) vorhanden sind.

  • Reklamieren Sie vorhandene Schäden und Verunreinigungen sofort und vermerken Sie diese am Angebot. So verhindern Sie, dass Sie bei der Rückgabe dafür zur Kasse gebeten werden.

  • Sie sollten die Geräte jedenfalls bedienen können, denn bei keinem der geliehenen Geräte gab es eine Einschulung und auch Bedienungs­anleitung wurde keine ausgehändigt.

  • Wird von Ihnen Schaden­ersatz für unverschuldete Schäden oder normale Abnutzung verlangt, so ist dies nicht zulässig. Auch haben Sie Anspruch auf Mietzins­minderung, wenn das Gerät nicht oder nur eingeschränkt funktioniert.

Die AK-Konsumentenschützer unterstützen Sie gerne bei der Durchsetzung Ihrer Rechte!

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