09.12.2020

Spielzeug - Zu laut für Kinderohren!

Autos mit Motorengeräuschen und sprechende Kuscheltiere sind bei Kindern beliebt. Für Eltern sind die Geräusche auf Dauer nervig und für die Kinder selbst entpuppen sich lärmende Spielsachen als gefährliche Krachmacher. Die AK-Konsumentenschützer haben 13 Spielsachen unter „Kinderzimmerbedingungen“ bei einem Abstand von einem halben Meter getestet: Bei 11 Produkten wurden über 80 Dezibel gemessen. Ein laufender Hundewelpe für Kinder ab 3 Jahren wies den Höchstwert von 89,7 Dezibel auf. Zum Vergleich: Ein Presslufthammer in einem Meter Entfernung hat etwa 100 Dezibel. Außerdem, konnte nur bei 7 Spielwaren die Lautstärke leiser gedreht werden!

Testergebnis: Spielzeuglärm (0,4 MB)

Grenzwerte zur Orientierung

Für Kinderspielzeug sind die Sicherheitsnormen sehr differenziert und abhängig von der Art des Spielzeugs und der Dauer der Schallemission. Bei „ohrnahem“ Spielzeug, das nach jeder Aktivierung länger als 30 Sekunden Schall emittiert, darf der Grenzwert von 60 Dezibel nicht überschritten werden. Bei Tisch- oder Bodenspielzeug, das typischerweise zwischen 5 und 30 Sekunden Schall emittiert, liegt der Grenzwert bei 85 Dezibel. Bei handgehaltenem Spielzeug, mit weniger als 5 Sekunden Schallemission, sind 90 Dezibel das Maximum.

Lärm – störend und gesundheitsschädlich!

Die Lautstärken der Spielsachen im Test werden von den AK-Konsumentenschützern kritisch gesehen. Was von Erwachsenen, die meist einen größeren Abstand zur Lärmquelle haben, als störend wahrgenommen wird, stellt grundsätzlich eine Belastung dar. Es besteht die Gefahr, das Gehör der Kinder dauerhaft zu schädigen. Experten gehen zwar davon aus, dass Belastungen unter 80 Dezibel keine bleibenden Schäden hinterlassen, jedoch gibt es dafür keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Nicht nur die Intensität, sondern auch die Dauer der Lärmbelastung ist wesentlich.

Ohren auf beim Spielzeugkauf!

Prüfen Sie beim Kauf von Spielsachen mit eigenen Ohren wie laut das Spielzeug ist. Ein kurz angespielter Ton mag gerade noch erträglich erscheinen. Bedenken Sie aber, dass Ihr Kind dieses Spielzeug oft stundenlang benutzt. Empfinden Sie es als zu laut, sollten Sie den Krachmacher gar nicht kaufen!

Tipps zur Vermeidung von Gehörschäden

  • Nur wer gut hört, kann gut sprechen lernen. Daher ist es wichtig, Kinder vor starkem und anhaltendem Lärm zu schützen.
  • Überdenken Sie Ihre eigenen Gewohnheiten: Muss der Fernseher ständig im Hintergrund laufen?
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nicht zu lange und zu laut Audiogeräte wie Smartphone und Musik-Player nutzen.
  • Gönnen Sie sich und Ihren Kindern Lärmpausen, zum Beispiel nach einer lauten Veranstaltung, damit sich die Gehörzellen erholen können.
  • Seien Sie besonders vorsichtig bei Spielzeugpistolen, Pfeifen oder Feuerwerkskörpern, da so kurze Geräusche zwar nicht in der eigentlichen Lautstärke erfasst werden, aber nicht weniger gefährlich sind.

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