30.05.2018
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Vegane Kosmetik: Gut fürs Tier nicht automatisch gut für den Menschen

Zu einer veganen Lebensweise gehört auch, Kosmetik zu verwenden, die ohne Tierversuche hergestellt wird. Aber ist vegane Kosmetik automatisch unbedenklich? Die aktuelle Untersuchung von 30 veganen Kosmetikprodukten durch Ökotest zeigt: Gut fürs Tier ist nicht automatisch gut für den Menschen. Achten Sie daher neben der „vegan“-Auslobung auf eine Naturkosmetikzertifizierung!

Testergebnis: Vegane Kosmetik (0,9MB)

Ein Leben ohne tierische Produkte

Vegan zu leben bedeutet, neben dem Konsum von Fleisch, Milchprodukten oder Honig auch in anderen Lebensbereichen auf tierische Produkte zu verzichten. Leder oder Pelz etwa sind absolute No-Gos. In der Kosmetik bedeutet die Auslobung „vegan“, dass die Inhaltsstoffe nicht vom Tier stammen, also die Produkte ohne Bienenwachs, Glycerin, Karminrot, Lanolin oder Seide hergestellt werden.

Sowohl konventionelle Anbieter als auch Naturkosmetik-Hersteller setzen auf den Lifestyle-Trend und loben ihre Produkte als „vegan“ aus, denn Vegetarier und Veganer sind mittlerweile eine wichtige Zielgruppe.

Ersatzsubstanzen bergen Gesundheitsrisiken

  • Knapp die Hälfte der 30 getesteten Produkte schneidet „sehr gut“ ab und 4 weitere mit „gut“. Aber es schnitten auch 4 Produkte „ungenügend“ und 2 „mangelhaft“ ab.

  • Die meiste Kritik gibt es in der Gruppe der dekorativen veganen Kosmetik. Hier schnitten nur 2 Wimperntuschen „sehr gut“ ab und 3 Produkte fielen mit ungenügend durch.

  • Vegane Lippenstifte zum Beispiel verzichten zwar auf tierische Inhaltsstoffe, wie etwa Karminrot oder Bienenwachs. Die Ersatzsubstanzen - synthetische Farbstoffe oder erdölbasierte Fette - bergen jedoch Gesundheitsrisiken.

  • In der Gruppe der Rinse-off-Kosmetik – also der Produkte, die wieder abgewaschen werden – gab es achtmal eine „sehr gute“ oder „gute“ Beurteilung. Ein Haar-Shampoo erhielt aufgrund der bedenklichen Inhaltsstoffe ein „ungenügend“.

  • Mit 8 „sehr gut“, einmal „befriedigend“ und einmal „ausreichend“ fiel das Ergebnis bei der veganen Leave-on-Kosmetik am besten aus; keine der getesteten Gesichts-, Hand- und Körper-Cremen fiel durch.

Nur vegane Naturkosmetik empfehlenswert

Um potenzielle Gesundheitsrisiken aus synthetischen Farb- und Duftstoffen oder erdölbasierten Fetten auszuschließen, achten Sie neben einer „vegan“-Auslobung auch auf die Naturkosmetikzertifizierungen Natrue, Cosmos, Ecocert oder die Austria Bio Garantie für Biokosmetik. So finden Sie in der Regel Kosmetikartikel, die weder Mensch noch Tier schadet.

Tierversuche sind grundsätzlich für Kosmetikprodukte, die in der EU verkauft werden, seit dem 11. März 2013 verboten. Trotzdem ist Naturkosmetik nicht zwangsläufig vegan: Die Zertifizierung schließt meist Inhaltstoffe aus, die von toten Wirbeltieren stammen. Substanzen vom lebenden Tier, wie Bienenwachs, Wollfett oder das aus Läusen gewonnene Karminrot, sind nach wie vor erlaubt.


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