17.04.2018
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Kindergetränke: Achtung, Zuckerbomben

Vor dem Hintergrund steigender Übergewichtsraten und Karies sollte bereits im frühen Kindesalter großes Augenmerk auf die Wahl geeigneter Getränke gelegt werden. Im Handel erhältliche Kindergetränke sind laut einer aktuellen Erhebung der Arbeiterkammer Oberösterreich als Durstlöscher zumeist wenig empfehlenswert.

Der Großteil der Produkte enthält zu viel Zucker oder eine lange Liste unnötiger Zusätze. Bio-Kindergetränke eignen sich besser.

Testergebnis: Kindergetränke in PET-Flaschen (0,4MB)

13 Kindergetränke im Test

In den Supermarktregalen findet sich ein breites Angebot an speziellen Kindergetränken, die durch Verpackung und Werbung auf die besonders junge Zielgruppe abzielen, oder das Wort "Kinder" ausdrücklich auf der Verpackung vermerkt haben. Der AK-Konsumentenschutz hat 13 Getränke (11 konventionelle und 2 biologische) in handlich-kindgerechten meist praktisch- wiederverschließbaren PET-Flaschen ausgewählt und die Inhaltsstoffe sowie Nährwertangaben bewertet.

Weniger ist mehr

Das ideale Getränk ist reines Wasser. Aber auch ungesüßte Früchte- oder Kräutertees können zum Durstlöschen getrunken werden. Ebenso akzeptabel ist stark verdünnter Fruchtsaft (1 Teil Saft, 3 Teile Wasser). Von den Kindergetränken im Test, die zwischen 0,09 und 0,39 Euro je 100 ml kosten, sind aber nur wenige empfehlenswert. Viele der Getränke enthalten viel Zucker und diverse andere unnötige Zusätze.

Zu hoher Zuckergehalt

Die Aufnahme von freiem Zucker soll laut WHO-Empfehlung insgesamt nicht mehr als 10 Energieprozent der Gesamtenergiezufuhr ausmachen. Für Kinder von 4 bis 6 Jahren entspricht dies in etwa 35 g freiem Zucker und für 7- bis 10-Jährige in etwa 42 g Zucker.

Die getesteten Kindergetränke enthalten pro 100 ml zwischen 3,3 und 11 Gramm Zucker. Die Gebindegrößen der Produkte schwanken zwischen 200 und 500 Milliliter. Geht man davon aus, dass ein Kind die ganze 500 ml Flasche der „wake up“ Brombeer-Himbeer Limonade, welche den höchsten Zuckergehalt im Test aufweist, an einem Tag austrinken kann, nimmt es dabei 55 g Zucker auf. Dies entspricht bereits 131 Prozent der empfohlenen täglichen Gesamtzuckeraufnahme eines Volkschulkindes und sogar 157 Prozent eines Kindergartenkindes.

Süßstoffe sind keine Zuckeralternative

Süßstoffhaltige Getränke sind zwar kalorienarm, aber oft übermäßig süß und fördern möglicherweise die Präferenz für Süßes. Sie stellen daher keine Alternative dar.

Außerdem sollte bei künstlich gesüßten Erfrischungsgetränken bei gegebenenfalls größeren Verzehrsmengen besonderer Bedacht an den Tag gelegt werden. Aufgrund des geringen Körpergewichts bei Kindern könnten die akzeptierten täglichen Aufnahmemengen überschritten werden.

Süßstoffhaltige Produkte wie Solevita und Keli, sollten für Kinder und Jugendliche daher die Ausnahme in der Ernährung bilden.

Unnötige Vitamine

Vitaminzusätze sollen einen gesundheitlichen Mehrwert der zuckerhaltigen Getränke suggerieren. Mit einer ausgewogenen Mischkost werden Kinder ausreichend mit Vitaminen versorgt. Künstlich zugesetzte Vitamine entfalten nicht die gleiche Wirkung wie das natürliche Pendant.

Fruchtsäurezusatz führt zu Zahnschäden

Der Zusatz von natürlichen Fruchtsäuren wie Zitronen- aber auch Ascorbinsäure bei 8 der zuckerhaltigen Getränke im Test kann bei häufigem Verzehr zur Herauslösung von Mineralstoffen aus dem Zahnschmelz führen.

Fragwürdiger Farbstoffzusatz

Ammoniumsulfit-Zuckerkulör wurde von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) aufgrund seines bei der Herstellung entstehenden Nebenproduktes 4-MEI als potenziell krebserregend für den Menschen eingestuft. Das europäische Lebensmittelsicherheitssystem (BfR und EFSA) geht allerdings unter Beachtung der Höchstmengen von einer gesundheitlichen Unbedenklichkeit aus.

Ein Verzicht dieses Farbstoffes in speziell für Kinder konzipierten Getränken wäre dennoch wünschenswert. 

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