02.08.2021

Augen auf beim Olivenkauf: Hinweis auf Schwarz­färbung oft im Kleingedruckten 

Vielfach werden im Handel sogenannte "geschwärzte" Oliven angeboten. Bereits vor einigen Jahren kritisierte die Arbeiterkammer Oberösterreich, dass das dabei eine entsprechende Kennzeichnung fehlt. Eine aktuelle Er­hebung zeigt, dass nun alle Produkte einen Hinweis auf Schwärzung enthalten.

Schwarz gefärbte Oliven (1,3 MB)

Allerdings lassen Art und Weise der Deklaration teilweise noch zu wünschen übrig. Aus Sicht der AK-Kon­sumentenschützer sollte die Schwarzfärbung bereits auf den ersten Blick im Produktnamen ersichtlich sein. Bei mehr als der Hälfte der Produkte müssen die Konsumenten/-innen aber im Kleingedruckten danach suchen.

Eisengluconat und Eisenlaktat geben Farbe

Bei geschwärzten Oliven handelt es sich um nicht vollständig ausgereifte Früchte, welche nachträglich durch Zugabe von Eisengluconat oder Eisenlaktat geschwärzt werden.

Auch wenn dies gesundheitlich unbedenklich ist, gehen solche Tricksereien eindeutig zu Lasten der Konsumenten/-innen, wenn die künstliche Schwarzfärbung nicht klar verständlich gekennzeichnet ist.

Schwarz gefärbte Oliven im Test

Gegenstand der Untersuchung waren schwarz gefärbte Oliven, die anhand ihrer Deklaration miteinander verglichen wurden. Ausgewählt wurden ausschließlich Produkte, die den Zusatzstoff Eisengluconat, (Eisen-II-gluconat, E 579) oder Eisenlaktat (Eisen-IIlactat, E585) deklariert hatten.

Der Preis der Produkte lag zwischen 39 Cent und 1,68 Euro pro 100 Gramm Abtropfgewicht.

Hinweis auf Schwarzfärberei meist nur klein gedruckt

Bei ihrer aktuellen Erhebung fanden die Kon­sumentenschützer der AK OÖ insgesamt 12 Produkte am Markt, bei denen der schwarzen Farbe durch Eisensalze nachgeholfen wurde. Nur 5 Produkte haben den entsprechenden Hinweis gut erkennbar auf der Schau­seite der Verpackung angeben.

Auf 6 anderen Verpackungen ist zwar auch ein Vermerk angebracht, allerdings müssen die Käufer/-innen hier schon genauer schauen. Die entsprechende Information ist bei diesen Produkten nämlich nur im Kleingedruckten, seitlich oder auf der Rückseite in der Sachbezeichnung oder im Zutatenverzeichnis zu finden. Bei einem dieser Produkte führt zudem die Angabe „schwarze Oliven" bei den Zutaten in die Irre.

Bei einem Produkt erfährt man nur in türkischer Sprache, dass es sich um gefärbte Früchte handelt, oder wenn man die E-Nummer 585 richtig zu interpretieren weiß. Im deutsch­sprachigen Zutatenverzeichnis beziehungsweise in der Sachbezeichnung ist nämlich nur von schwarzen Oliven die Rede.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Bei der Auswahl der Früchte empfiehlt es sich lieber zu natürlich schwarz gereiften Oliven zu greifen, da diese wesentlich aromatischer im Geschmack sind.
  • Wer sich nicht sicher ist, den Hinweis einer künstlichen Schwarzfärbung übersehen zu haben, der sollte einen Blick auf das Zutatenverzeichnis werfen. Dort liefern die Zusatzstoffe Eisengluconat (E 579) oder Eisenlactat (E 585) das entsprechende Indiz.
  • Wer sich die zum Teil detektivische Arbeit gänzlich ersparen möchte, greift zu Bio-Oliven. Diese sind grundsätzlich unbehandelt.

Oliven: Das sollten Sie wissen

Oliven sind im unreifen Zustand zunächst grün und ändern ihre Farbe, je nachdem wie lange sie am Baum hängen, zu dunkel violett, rotbraun bis schließlich fast schwarz. Somit ist die Färbung abhängig vom Reifezustand der Früchte und von Frucht zu Frucht unterschiedlich. Ge­schwärzte Oliven haben im Gegensatz dazu eine einheitlich schwarze Färbung.

Nicht nur in der Farbe, sondern auch im Geschmack unterscheiden sich Oliven. Die unreifen grünen Früchte schmecken milder und das Fruchtfleisch ist vergleichs­weise hart. Im Laufe des Reifungs­prozesses verändern sich Geschmack und Konsistenz. Es bilden sich weitere Aromen aus und das Fruchtfleisch wird weicher. Daher haben unreif geerntete Früchte, welche nachträglich geschwärzt werden, ein festes Fruchtfleisch und im Vergleich zu den natürlich schwarz gereiften Oliven auch weniger Aroma. 

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