24.02.2021

Frühstücksf­locken für Kinder: zu viel Zucker

Frühstückscerealien sollen Kindern zu einem guten Start in den Tag verhelfen. Wie ernährungs­physiologisch wertvoll sie tatsächlich sind, zeigt ein Test der Arbeiterkammer Oberösterreich. Der Großteil enthält zu viel Zucker und ist nicht für den täglichen Verzehr empfehlenswert!

Testergebnis: Kinder-Frühstückscerealien (2,6 MB)

Kinder-Frühstücks­cerealien im Test

Gegenstand der Untersuchung waren 56 Frühstückscerealien aus dem Einzelhandel, welche anhand ihrer Zutaten und Nährwerte verglichen wurden. Ausgewählt wurden nur Produkte, die durch Abbildungen von Tier- oder Comicfiguren besonders Kinder als Zielgruppe ansprechen. Die Preise lagen zwischen 0,27 und 1,84 Euro pro 100 Gramm.

Großteil im Mittelfeld

Vergleicht man die Zusammensetzung der 56 Cerealien mittels Nutri-Score - einer 5-stufigen Farbskala mit den Buchstaben A bis E - zeigt sich:

  • 10 Produkte weisen eine insgesamt sehr günstige Nährwert­bilanz auf (dunkelgrünes A).
  • 9 Produkte haben ein immerhin günstiges Nährwertprofil (hellgrünes B).
  • 33 Produkte haben einen mittel­mäßigen Wert (gelbes C).
  • 4 Produkten fallen in die vorletzte Kategorie (oranges D) und sollten nur sparsam verzehrt werden.

Viel Zucker

Auch, wenn viele der Produkte anhand der neuen Nutri-Score Kenn­zeichnung recht gut erscheinen, darf der Zuckergehalt nicht außer Acht gelassen werden. Vergleicht man die Produkte im Test mit Butterkeksen (durch­schnittlicher Zuckergehalt von etwa 22,5 Gramm pro 100 Gramm) sind über 60 Prozent der Frühstücksflocken zuckerhaltiger. Dies verdeutlicht auch das Ampelsystem der britischen Lebensmittelbehörde Food Standard Agency (FSA). Danach wird der hohe Zuckergehalt mit rot signalisiert, obwohl die Nutri-Score Bewertung hellgrün (6 Produkte) beziehungsweise immerhin noch gelb (26 Produkte) ergibt.

Kein Mehr­wert

Ausgerechnet stark zuckerhaltige Produkte im Test suggerieren einen gesundheitlichen Zusatznutzen durch Anreicherung mit Vitaminen und/oder Mineral­stoffen. Im Allgemeinen sind Kinder gut mit Nährstoffen versorgt. Sie brauchen keine Extraportion.

Nur noch wenige Produkte mit Palmöl

Raffiniertes Palmöl kann im Vergleich zu anderen Pflanzenölen erhöhte Mengen an Fettschadstoffen enthalten. Es steht aufgrund ökologischer und sozialer Faktoren stark in Verruf. Die jahrelange Kritik der Konsumenten­schützer/-innen zeigt Wirkung. Palmöl ist nur noch bei 5 Cerealien im Test enthalten. Viele Produkte werben explizit damit „palmölfrei“ zu sein.

Tipp

  • Auch beim Nutri-Score ist ein Vergleich des Zuckergehaltes bei den Nährwertangaben, ratsam, da dieser innerhalb einer Kategorie unterschiedlich ausfallen kann.

  • Frühstücks­flocken mit gelbem C oder orangem D beziehungsweise hohem Zuckergehalt müssen nicht gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Allerdings sollten Sie nicht Bestandteil des täglichen Frühstücks sein. 

    Nutri-Score © -, AKOOE




Infos zum Nutri-Score

Immer häufiger entdeckt man auf Produkten das neue Nutri-Score Logo, welches einen schnellen Vergleich der Nährwertqualität von Lebensmitteln ermöglichen soll.

  • Grundlegend für die Bewertung ist das Verhältnis von „ungünstig“ zu „günstig“ eingestuften Nahrungselementen. Als „ungünstig“ gelten dabei der Gesamtzuckergehalt, gesättigte Fettsäuren, Natrium sowie der Energiegehalt. Günstig hingegen wirken sich Ballaststoffe, Proteine, Obst und Gemüse aus. Die genannten Kom­ponenten werden miteinander verrechnet und als Gesamt­ergebnis anhand einer fünfstufigen Farbskala von dunkelgrün bis rot und noch zusätzlich mit den Buchstaben A (vorteilhafte Nährwertqualität) bis E (weniger vorteilhafte Nährwertqualität) präsentiert. Demnach trägt also ein grünes A eher zu einer gesunden Ernährung bei als ein rotes E.

  • Dieses vereinfachte System soll den Konsumenten/-innen eine Hilfestellung bieten den gesundheitlichen Wert von Lebensmitteln einfacher zu beurteilen. Dabei sollten aber nur Waren aus derselben Produktgruppe miteinander verglichen werden – also beispielsweise Frühstückscerealien der Marke „Fantasia“ mit grünem A sind die ernährungsphysiologisch günstigere Wahl im Vergleich zu Frühstückscerealien der Marke „Utopia“ mit gelbem C.  

  • Auch eine Gegen­überstellung ähnlicher Produkte derselben Produktkategorie ist möglich, wie etwa der Vergleich von Früchtemüslis mit Knuspermüslis.

  •  Wenig sinnvoll hingegen ist ein nähr­wertbezogener Vergleich unterschiedlicher Produktgruppen, wie beispielsweise Fischfilets mit Nuss-Nougat-Aufstrichen, da diese im Rahmen einer ausgewogenen und gesunden Ernährung einen ganz unterschiedlichen Stellenwert haben und üblicherweise auch in unterschiedlichen Mengen verzehrt werden.

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