21.01.2022

Pestizid-Cocktail in Früchte­müslis, Bio-Produkte schneiden gut ab     

Das Magazin Ökotest hat 50 beliebte Früchte­müslis auf Pestizide, Schimmelpilzgifte und Schwermetalle untersucht. Das unappetitliche Ergebnis: Bis zu 31 Pestizide stecken im vermeintlich gesunden Frühstück. In der Mehrzahl der konventionellen Müslis fanden sich dazu noch besonders bedenkliche Spritzgifte. Darunter in 6 Produkten solche, die in der EU nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Ökotest: Früchtemüsli (5,9 MB)

Immerhin: 21 Früchtemüslis schneiden „sehr gut“ ab, davon 16 Bio-Produkte. 

Spritzgifte und Glyph­osat

Der Test hat ergeben, dass in den Müslis insgesamt 8 in der EU verbotene Spritzmittel enthalten sind. Dass diese Stoffe in anderen Ländern noch erlaubt sind, und die Zutaten theoretisch aus solchen Ländern stammen können, macht die Sache nicht besser.

In der EU hoch umstritten, aber noch nicht verboten ist das krebs­verdächtige Spritzgift Glyphosat, dessen massenhafter Einsatz ebenfalls die Artenvielfalt gefährdet. Das beauftragte Lebensmittellabor hat in 5 Früchtemüslis Spuren davon nachgewiesen.

Seitenbacher trauriger Spitzen­reiter

Einen Negativrekord in der Pestiziduntersuchung stellte das "Seitenbacher Müsli glutenfrei" auf. Es enthält Spuren von 31 Einzelsubstanzen. Auch weil mögliche Gesundheitsrisiken durch Wechselwirkungen kaum erforscht sind, werden Mischungen von mehreren Pestiziden als problematisch angesehen.

Mineralöl­bestandteile MOSH und MOAH

Entsprechend dem großen Bio-Angebot an Müslis waren unter den getesteten Produkten 29 Früchtemüslis aus kontrolliertem biologischem Anbau. Diese waren weitgehend unbelastet von Pestiziden, bei 10 Bio-Müslis kam es jedoch wegen gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) oder aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) zu Abwertungen. 

Unter allen getesteten Früchte­müslis wurden Verunreinigungen mit MOSH in 10 Produkten, mit MOAH in 3 Produkten und in einem Müsli mit beiden Substanzen festgestellt. Lebensmittel sollten vorsorglich frei von MOSH und MOAH sein.

Achten Sie auf Zucker und Ballast­stoffe

  • Einige Müslis bestehen zu einem Viertel und mehr aus Zucker, ohne dass in der Zutatenliste Zucker, Rohrzucker oder Glukos­esirup auftauchen würden. Die Süße ist natürlich und stammt vor allem aus den Trockenfrüchten - auch beim Spitzenreiter im Test, dem Dm Bio Früchte Müsli, (32 Prozent Zucker).
    Fruchtzucker aus dem Obst ist allerdings  nicht gesünder als etwa weißer Haushaltszucker. Es kommt immer auf die Menge an.
     
  • Für 6 Müslis im Test gilt: Erwachsene haben schon mit einer 50-Gramm-Portion davon die Hälfte der täglichen Zuckermenge zu sich genommen, die die Weltgesundheits­organisation WHO noch für gesundheitlich unbedenklich hält.
     
  • Ballaststoffgehalte sind für gesundheits­bewusste Verbraucher/-innen besonders von Interesse. Bei 8 Müslis gab es Punkteabzug, weil diese Nährwertangabe fehlte. Die deklarierten Fruchtanteile stimmen hingegen weitgehend und liegen zwischen 7 und 55 Prozent.

Unser Tipp für die Eltern

Greifen Sie für Ihre Kinder zu einem Müsli, das weniger als 15 Prozent Zucker enthält!

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