18.01.2021

Flüssigseifen im Test: Alle 14 Natur­kosmetik-Seifen „sehr gut“

Häufiges Händewaschen gehört jetzt zum Alltag. Welche Seifen eignen sich dafür am besten? Ökotest wollte es wissen und hat 55 Flüssigseifen auf bedenkliche Inhaltstoffe getestet: Seife ist nicht gleich Seife. Immerhin drei Viertel der Flüssig­seifen im Test sind „gut“ oder „sehr gut“. Jedoch fallen auch 7 Seifen mit „mangelhaft“ und „ungenügend“ durch. 

Testergebnis: Flüssigseife (1,0 MB)

Punkteabzug für bedenkliche Inhalts­stoffe

Die Rezepturen der Flüssigseifen enthalten etliche Problemstoffe. Darunter der Konservierungsstoff Chlormethylisothiazolinon (CIT), der zu den hal­ogenorganischen Verbindungen gehört und als starkes Allergen gilt.

Für Notenabzüge sorgen auch die Duftstoffe: 2 Flüssigseifen enthalten den synthetisch hergestellten Moschusduft Galaxolid. Er reichert sich im Gewebe von Men­schen an und gefährdet die Gewässer. 5 Seifen sind mit dem Duftstoff Lilial parfümiert, das auf ein Verbot in der Kosmetik ab 2022 zusteuert.

Punkteabzug gab es überdies für jene beiden Produkte, die auf ihren Flaschen eine antibakterielle Wirkung versprechen: Der Zusatznutzen solcher Produkte ist nicht sicher erwiesen.

Seifen mit milden Ten­siden haben die Nase vorne

  • Flüssigseifen enthalten hauptsächlich Wasser und waschaktive Substanzen (Tenside.) Diese entfernen nicht nur Schmutz, sondern lösen auch hauteigene Fette aus der Hautschutzbarriere. Verbindungen aus der Gruppe der PEG/PEG-Derivate gehen dabei besonders hart­näckig ans Werk. Sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. 36 Seifen im Test enthalten PEG/PEG-Derivate, allen voran das Tensid Sodium Laureth Sulfate. Als kostengünstiger Rohstoff ist es als Haupt­tensid in vielen der preiswerten Seifen enthalten, was zur Abwertung führte.
  • Alle 14 zertifizierten Naturkosmetikprodukte und weitere 5 klassische Produkte kommen ohne PEG/PEG-Derivate aus. In ihnen stecken viel milder reinigende Zuckertenside, etwa Coco-Glucoside.
  • Wenige Produkte im Test, darunter die Marken Sodasan und Sonett, reinigen mit „echten“ Seifentensiden. Diese entstehen im traditionellen Siedeprozess aus Ölen und Fetten.

Sauber, sicher und sanft

  • Hände am besten mit kaltem Wasser waschen. In Verbindung mit Tensiden löst das Schmutz und Mikroorganismen ausreichend und schont den Hautschutzmantel.
  • Feste Seifenstücke sind ökologischer als Flüssig­seife und für den Einsatz zuhause auch ausreichend hygienisch. Zwar tummeln sich laut Studien auf den Seifenstücken mehr Bakterien, welche aber beim Händewaschen nicht auf die Haut übertragen werden.
  • Wenn schon Flüssigseife, dann gerne auch Nach­füllbeutel nutzen. Die sparen Plastik, sind besser recycelbar und kosten weniger.

Hinweis

In Kooperation mit ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an.

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