18.09.2019

AK-Test: 3 Feuchttücher mit bedenklichen Inhaltstoffen

Hormon-ähnliche Parabene, Parfüminhaltsstoffe mit Allergie-Potenzial und PEG-Derivate die die Haut an den empfindlichsten Stellen für Schadstoffe durchlässiger machen. In Feuchttüchern steckt so manches, das man dort nicht erwartet. Der Konsumentenschutz der AK Oberösterreich hat das gesundheitliche und ökologische Gefahrenpotential von 15 Feuchttüchern unter die Lupe genommen. Nur 5 davon können empfohlen werden.

Testergebnis: Feuchttücher - Inhaltsstoffe (0,5 MB)

DIE UMWELTBERATUNG und die Konsumentenschützer/-innen haben die Inhaltsstoffe von 12 feuchten Toilettentüchern und 3 Intimpflegetüchern bewertet. 13 sind aus Papier, 8 davon laut Hersteller biologisch abbaubar, lösen sich also im Wasser auf. Die Tücher kosteten zwischen 1 und 8 Cent pro Stück. Nur 2 Intimpflegetücher waren teurer: „Nivea intimo Tücher“ kosten 20 Cent pro Stück, „Tena 3-in-1 feuchte Tücher“ 14 Cent pro Stück. Beide Produkte sind wegen bedenklichen Inhaltsstoffe nicht empfehlenswert. Außerdem fiel das Kamille-Toilettentuch der Marke Clever im Test durch.

Duftstoffe, die Allergien auslösen können

2 der 3 nicht empfehlenswerten Feuchttücher enthalten Duftstoffe, die laut EU-Kosmetikverordnung Allergien auslösen können und deshalb auf der Verpackung ausgewiesen werden müssen. Der Hinweis „Parfum“ auf der Verpackung ist zu wenig. 8 weitere Produkte verwenden nicht deklarierungspflichtige Duftstoffe für ihre Feuchttücher. 7 davon wurden deshalb als bedingt empfehlenswert abgewertet.

Nicht empfehlen kann der Konsumentenschutz die Tena-Intimpflegetücher, da diese darüber hinaus PEG-Derivate und eine Vielzahl an umweltrelevanten Problemstoffen enthalten. Duftstoffe gelten generell als Allergieauslöser. Einzelne sind zudem schwer abbaubar und auch ökologisch problematisch. Dass auf Duftstoffe in Feuchttücher gänzlich verzichtet werden kann, beweisen die 5 Testsieger. 4 der Produkte werden deshalb auch vom deutschen Allergie- und Asthmabund empfohlen, das fünfte von der deutschen Haut- und Allergiehilfe.

Konservierungsstoffe, können wie Hormone wirken

Feuchttücher enthalten einen hohen Wasseranteil und müssen daher mit Konservierungsmitteln stabilisiert werden. Während ein Großteil der Produkte im Test dafür wenig bedenkliche Stoffe enthält, um die Keimbildung im Produkt zu unterbinden, wird in den Nivea intimo Tüchern dafür Methylparaben eingesetzt. Parabene ähneln in ihrer chemischen Struktur dem weiblichen Sexualhormon Östrogen. Sie stehen im Verdacht, das Hormonsystem des Menschen zu beeinflussen, da sie über die Haut leicht aufgenommen werden können. Die Folgen für die Gesundheit sind nicht abschätzbar.

PEG-Derivate in Intimpflegetüchern

Nicht empfehlenswert sind die Feuchttücher von Nivea und Tena auch aufgrund der Tatsache, dass sie PEG-Derivate enthalten, die unsere Haut an den empfindlichsten Stellen auch für Schadstoffe durchlässiger machen. Das ist vor allem bei Intimpflegetüchern problematisch. Die Intimpflegetücher von DM Jessa kommen ohne diese aus.

Alternativen zu Feuchttücher

Trockenes oder mit Wasser befeuchtetes Toilettenpapier ist und bleibt das bessere Mittel zum Waschen des Intimbereichs. Noch hygienischer ist es, sich mit Wasser zu reinigen. Mit dem Verzicht auf Feuchttücher vermeidet man zudem überflüssigen Eintrag von Chemikalien ins Abwasser, hilft Kosten für Kanalreinigungen zu reduzieren und verringert den Müll. 

Trockenes oder mit Wasser befeuchtetes Toilettenpapier ist und bleibt das bessere Mittel zum Waschen des Intimbereichs.

Kontakt

Kontakt

Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

Trockenes oder mit Wasser befeuchtetes Toilettenpapier ist und bleibt das bessere Mittel zum Waschen des Intimbereichs.

Das könnte Sie auch interessieren

Frau isst Mozzarella mit Tomate auf Knäckebrot © Rvas, stock.adobe.com

Mozza­rella im Test: hohe Keim­belast­ung

Von 22 getest­eten Mozza­rella Pro­dukten er­hielten nur 8 ein "sehr gut". Viele Mozza­rella Pro­dukte fallen we­gen hoher Keim­belast­ung durch.

Frau isst ein Stück Schokolade © georgerudy, Fotolia.com

Dunkle Schokolade: Grenzwerte eingehalten

AK-Test zeigt: der krebs­erregende Stoff Cadmium ist in keiner der 18 getesteten Schokoladen über dem Grenzwert enthalten.

  • © 2019 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum