14.07.2020

Feucht- und Öl­tücher für Babys: Gute Noten für Eigen­marken!

Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich hat bei 15 Baby-Feucht­tüchern und -Öltüchern das gesundheitliche und ökologische Gefahren­potential der Inhaltsstoffe bewertet. 6 Tücher können empfohlen werden – darunter vor allem Eigenmarken. Weniger gut sieht es bei Markenprodukten aus.

Testergebnis: Baby-Feuchttücher (0,2 MB)

Empfehlenswert: Eigen­marken mit Gütesiegel

Mit DIE UMWELTBERATUNG hat der AK Konsumentenschutz die Inhaltsstoffe von 12 feuchten Baby-Tüchern und 3 Öl-Tüchern für Babys bewertet. 6 Produkte, darunter vor allem Eigenmarken von BIPA, dm, Hofer, Müller und Spar, verzichten auf Duft­stoffe und sonstige bedenkliche Inhaltsstoffe. 3 der 6 Testsieger verfügen über das Siegel des deutschen Allergie- und Asthmabundes, 2 weitere über Naturkosmetik-Gütesiegel. Der Begriff „sensitiv“ wird bei Baby-Feuchttüchern vor allem für „duftstofffreie“ Produkte verwendet. Die Tücher kosteten zwischen 2 und 7 Cent pro Stück.

Bedenklich: Inhalts­stoffe bei Nivea und Pampers

In den Nivea Baby Soft & Cream Baby-Feuchttüchern wird Benzylalkohol als Konservierungsmittel und Duftstoff eingesetzt. Das kann laut EU-Kosmetikverordnung Allergien auslösen und muss auf der Verpackung ausgewiesen werden. Die Baby-Feuchttücher „sensitive fragrance-free“ von Pampers sind frei von Duftstoffen, enthalten aber PEG beziehungsweise PEG-Derivate, die die Baby-Haut für Schadstoffe durchlässiger machen können. Darüber hinaus steckt im Pampers Feuchttuch Disodium EDTA, ein umweltrelevanter Problemstoff, der selbst in Kläranlagen schwer abgebaut werden kann.

Unnötige Duft­stoffe

In 4 Baby-Feuchttüchern und in den 3 Baby-Öltüchern sind Duftstoffe enthalten. Zwar sind diese laut EU-Verordnung nicht deklarierungspflichtig und der Hinweis „Parfum“ reicht als Kennzeichnung aus. Jedoch haben Duftstoffe in Baby-Reinigungsprodukten für sensible Körperbereiche nichts verloren. Alle 7 Produkte wurden deshalb mit „bedingt empfehlenswert“ bewertet.

Vermeidbar: Weg­werfplastik

Während herkömmliche Toiletten-Feuchttücher aus Papier gefertigt werden, bestehen viele Baby-Feuchttücher oft zum Teil aus Kunststofffasern. Auf der Verpackung angegeben haben das Material des Tuches nur 3 Hersteller, bei 3 weiteren finden sich die Informationen auf der Homepage. Bei 9 der 15 Produkte wurde gänzlich auf die Angabe des Tuchmaterials verzichtet. Ab nächstem Jahr wird das jedoch nicht mehr möglich sein, denn die EU sagt Einweg-Plastikprodukten den Kampf an: Ab 2021 müssen Feuchttücherhersteller laut Einwegkunststoff-Richtlinie auf der Verpackung angeben, wenn sie Kunstfasern verwenden.

Achtung: Unabhängig vom Material, aus dem die Tücher gefertigt sind, entsorgt müssen sie in jedem Fall im Restmüll werden. Denn in der Kläranlage verursachen die Tücher Verstopfungen, deren Beseitigung sehr teuer kommt!

Nachhaltig: Alternative zu Baby-Feucht­tüchern

Mit Wasser oder Speiseöl befeuchtete Wasch­lappen reinigen den Baby-Popo perfekt. Selbst unterwegs kann Wasser oder mitgebrachtes Speiseöl verwendet werden. Mit dem Verzicht auf Baby-Feuchttücher vermeidet man überflüssige Chemikalien und hilft Kosten für die Entsorgung zu reduzieren und verringert den Müll.

Weitere Informationen finden Sie auf ooe.konsumentenschutz.at

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