10.06.2020

AK-Test zeigt: Tsatsiki am besten selber machen 

Tsatsiki zählt zu den Klassikern am Grillbuffet und ist in fast jedem Supermarkt erhältlich. Was die fertigen Zubereitungen aus dem Supermarkt tatsächlich beinhalten, zeigt ein Test der Arbeiterkammer Oberösterreich: Nur die Rezeptur der Spar Eigenmarke kann annähernd mit selbstgemachtem Tsatsiki mithalten. Bei den restlichen Erzeugnissen zeigen sich zum Teil deutliche Abweichungen zur klassischen Originalrezeptur.

Testergebnis: Tsatsiki (0,2 MB)

Tsatsiki, Zaziki oder doch Tzatziki?

Die Konsumentenschützer/-innen der Arbeiterkammer Oberösterreich haben 8 dieser Produkte aus dem Einzelhandel anhand ihrer Zusammensetzung laut Zutatenverzeichnis miteinander verglichen und dem klassischen Originalrezept gegenübergestellt. So vielfältig wie die Schreibweise der Joghurt-Gurken-Creme, so unterschiedlich sind zum Teil auch die Inhaltstoffe.

Original? Von wegen!

Für ein Original-Tsatsiki braucht es laut traditionellem Rezept nur wenige Grundzutaten wie Joghurt, Salatgurke, Olivenöl und Knoblauch. Der Gurkenanteil der Fertigprodukte schwankt zwischen 12 und 25 Prozent. Der Knoblauchgehalt beträgt zwischen 1 bis 4,5 Prozent.

  • Erste Kritikpunkte an der Rezeptur gibt es aber dann beim Joghurt – dem elementaren Bestandteil von Tsatsiki. Hierbei sollte optimaler Weise Joghurt griechischer Art oder cremiges Naturjoghurt zum Einsatz kommen. 2 Hersteller verwenden jedoch sogenannte Joghurterzeugnisse mit Stärke und/oder modifizierter Stärke, sodass das Joghurt dicker und fester wird. Bei einem wiederum wird als Basis ein Joghurtprodukt mit Pflanzenfett verwendet.

  • Generell setzen drei Viertel der Produzenten Zutaten mit verdickenden Eigenschaften (Maisstärke, modifizierte Stärke), klassische Verdickungsmittel oder Stabilisatoren ein, um die für Tsatsiki typische, cremige Konsistenz nachzuahmen.

  • 2 Fertigerzeugnisse enthalten zudem noch Konservierungsmittel.

  • Auch beim Öl gibt es Abweichungen zum typischen Originalrezept. Während traditionell Olivenöl zum Einsatz kommt, wird dieses bei den Fertigprodukten mit billigeren Speiseölen wie Sonnenblumen-, Raps-, oder Sojaöl vermischt, oder gänzlich durch diese ersetzt.

  • Das einzige Tsatsiki im Test, das, abgesehen vom verwendeten Sonnenblumenöl, der typischen Originalrezeptur entspricht, ist das Produkt der SPAR Eigenmarke.

Werbung und Preis – kein Garant für Authentizität

6 Produkte werben mit Herkunftsbezug (landestypische Bildmotive, Fähnchen oder Aussagen wie „original griechisch“). Ein Garant für die Verwendung ausschließlich originalgetreuer Zutaten sind diese Werbebotschaften aber nicht. Denn die genaue Rezeptur ist nicht verbindlich geregelt.

Ebenso wenig lassen die Preise (von 36 bis 71 Cent je 100 Gramm) Rückschlüsse auf die verwendeten Zutaten zu. Der Testsieger befindet sich mit 62 Cent pro 100 Gramm im mittleren Preissegment. Der Originalrezeptur nahe und günstige Produkte gibt es auch beim Discounter. Ausgerechnet das teuerste Produkt zeigt die größten Abweichungen zum Original.

Besser selbst­gemacht

Eigentlich gibt es gar keinen Grund fertiges Tsatsiki zu kaufen. Denn die Zubereitung ist denkbar einfach: 

Am besten lässt man eine geschälte, grob geriebene Gurke mit reichlich Salz für eine Weile in einem feinen Sieb stehen, damit das überschüssige Wasser gut abtropfen kann. Dann vermischt man die Gurke mit Joghurt griechischer Art, gepresstem Knoblauch und etwas Olivenöl. 
Anschließend mit einem Schuss Essig, Salz, Pfeffer und Dille abschmecken. Ein paar Tropfen Zitrone verleihen dem Dip zusätzlich noch eine frische und fruchtige Note. 

Der Knoblauchgeschmack wiederum entfaltet sich am besten, wenn das Tsatsiki noch einige Stunden im Kühlschrank „durchziehen“ kann. Zum Schluss noch mit Olivenöl beträufeln und mit Oliven oder Gurkenscheiben garnieren. 

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