03.12.2018

Fertig-Glühwein im Test: österreichisches Produkt auf Platz 1

Glühwein ist im Winter nicht nur auf Weihnachts­märkten ein Klassiker, sondern wird auch in den eigenen 4 Wänden gerne getrunken. Ein guter Grund also für die Konsumenten­schützer der AK Oberösterreich, die beliebten Wintergetränke aus dem Einzelhandel näher unter die Lupe zu nehmen. Ergebnis: 9 von 10 Produkten waren verkehrsfähig (was aber nicht für Trinker/-innen gilt). Testsieger wurde ein österreichisches Produkt.

Testergebnis: Glühwein (0,2 MB)

So wurde getestet

9 Flaschen klassischer Glühwein und ein Frucht­glühwein wurden im Labor der Belan Ziviltechniker-GmbH auf ihren Alkohol- und Zuckergehalt, etwaige künstliche Farb- und Konservierungs­stoffe sowie sensorisch getestet. Die Weinauswahl erfolgte nach dem Zufallsprinzip.

Hälfte der Glühwein­proben geruchlich und geschmacklich einwandfrei

  • Spitzenreiter, und mit 7,99 Euro je Liter auch das teuerste Produkt im Test, war der Glühwein vom Winzerhof Dockner aus Österreich. Bei den restlichen Proben zeigte sich nahezu kein Zusammenhang zwischen der Qualität und dem Preis (1,49 bis 6,65 Euro je Liter).

  • 2 Proben wurden aufgrund einer zu starken Aromatisierung geringfügig beziehungsweise 2 weitere Proben aufgrund ihres untypischen Geschmacks bemängelt.

  • Der Nürnberger Christkindl Glühwein von Sternthaler hingegen wurde wegen einer deutlichen Korknote als wertgemindert befunden.

Bei Zutaten tappt man im Dunklen

  • Ein konkretes Zutaten­verzeichnis findet sich lediglich auf 2 Flaschen (Christkindl und Dockner Glühwein). Alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent sind nämlich von der Pflicht zur Angabe eines Zutaten­verzeichnisses ausgenommen.

  • Deklarations­pflichtig sind lediglich der Alkoholgehalt und laut Allergen­kennzeichnung noch das Konservierungsmittel Sulfit.

  • Alkoholgehalt, Sulfit und Schwefeldioxid waren auch auf allen Flaschen korrekt deklariert.

  • Im Glühwein von Treml wurde das chemische Konservierungsmittel Sorbinsäure nachgewiesen, welches gesundheitlich unbedenklich ist, bei empfindlichen Personen aber zu pseudo­allergischen Reaktionen führen kann.

  • Künstliche Farbstoffe konnten in keiner Probe nachgewiesen werden.

  • Bei der Deklaration des Alkoholgehalts der Glühweine, der zwischen 8,7 und 12 Volumen­prozent lag, gab es erfreulicher Weise keinerlei Beanstandungen.

Süßer als Coca-Cola

Die Zuckeranalysen zeigten, dass die fertigen Glühweine mit einem Zuckergehalt von 6,5 Gramm (Dockner) bis 15,3 Gramm (Ikea) je 100 Milliliter zum Teil wahre Zuckerbomben sind. So kann man sich mit nur einem Häferl zwischen 4,6 und knapp 11 Stück Würfelzucker einverleiben.

Hinweis

Im Vergleich: das als stark zuckerhaltig bekannte Getränk Coca-Cola kommt auf 7,6 Stück Würfelzucker pro Glas.

Glühwein selber machen – so wissen Sie was drinnen ist!

Als Basis eignet sich ein fruchtbetonter tannin- und säurearmer Rotwein wie etwa Zweigelt oder Merlot, der mit etwas Wasser und Gewürzen wie Zimtstangen und Gewürznelken im Beutel oder Teesieb zugedeckt erhitzt wird. Für einen fruchtigeren Geschmack können auch Orangen- und/oder Zitronenscheiben zugesetzt werden.

Wichtig ist es den Glühwein nicht zu kochen, da sich dabei Alkohol und wertvolle Aromen verflüchtigen. Die Temperatur sollte maximal 75 bis 80 Grad betragen.

Da die Gewürze zu einem unerwünscht bitteren Beigeschmack führen können, sollte man am Besten schon während des Erwärmens den Geschmack prüfen um sie bei Bedarf rechtzeitig herauszunehmen.

Zum Süßen eignen sich Zucker, Honig oder Agavendicksaft. Die richtige Menge ist dabei vom Säuregehalt des Weins abhängig.

Nach dem Erhitzen sollte der Glühwein noch rund eine halbe Stunde ziehen. 

Kleine Warenkunde

Steht in der Warenbezeichnung Glühwein, darf ausschließlich Rot- beziehungsweise Weißwein verarbeitet werden. Wird statt Rot- oder Weißwein ein Fruchtwein zur Herstellung verwendet, handelt es sich um einen Frucht­glühwein, der nicht als Glühwein, sondern als Frucht­glühwein unter der Nennung der Frucht, wie etwa „Heidelbeer­glühwein“ oder „Kirsch­glühwein“ angeboten werden darf. Solche Produkte sind keine Wein­erzeugnisse, sondern unterliegen als weinähnliche Erzeugnisse den rechtlichen Bestimmungen des allgemeinen Lebensmittelrechts.

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