06.02.2018

Faschingskostüm für Kinder: Problemstoffe sind kein Spaß

Kinder verkleiden sich im Fasching gerne. Da die Kinder längere Zeit mit den Materialien in Berührung sind, hat Öko-Test 15 Kinderkostüme auf Schadstoffe untersuchen lassen. Ergebnis: Kein einziges Kostüm ist komplett schadstofffrei. Es stehen aber zumindest ein paar „gute“ Produkte zur Auswahl.

Testergebnis: Faschingskostüme für Kinder (0,8 MB)


Kostüme sicher und schadstofffrei?

Neben den Trend-Figuren aus „Star Wars“ oder „Harry Potter“ sind ganz klassische Kostüme als Prinzessin, Ritter oder Clown beliebt. Und für Kinder ist Verkleiden nicht nur ein Spaß, sondern sie lernen sich in andere Personen hinein zu versetzen.

Da die Kinder manchmal mehrere Tage mit ihren Kostümen in Berührung kommen, ist es wichtig, dass diese sicher und frei von Schadstoffen sind. 15 Faschingskostüme wurden gekauft und im Labor auf Entflammbarkeit und schädliche Inhaltsstoffe untersucht. Bei Produkten für Kinder unter 3 Jahren wurde zudem geprüft, ob Erstickungs- oder Strangulierungsgefahr durch Teile besteht.

Mittelmaß überwiegt

Einzig Ikea verzichtet auf unnötige Weißmacher, in allen übrigen Produkten kamen sie vor allem in den Etiketten vor. Optische Aufheller können im Zusammenspiel mit Sonneneinstrahlung allergische Reaktionen hervorrufen, wenn sie mit dem Schweiß auf die Haut gelangen.

In 6 Produkten fanden sich umstrittene halogenorganische Verbindungen, von denen ebenfalls viele als allergieauslösend gelten.

In 5 Kostümen wies das Labor lösliches Antimon nach. Studien zeigen, dass Antimon-Verbindungen Haut- und Schleimhäute reizen.

Der überwiegende Teil schnitt aufgrund dieser Inhaltsstoffe mittelmäßig ab – je 4 Mal „befriedigend“ und „ausreichend“. 6 Produkte erhielten immerhin die Note „gut“.

Ein Kostüm war voller Schadstoffe und fiel daher mit „ungenügend“ durch.

Erfreulich

Alle Produkte bestanden den Test zur Entflammbarkeit und auch für die Kleinen besteht keine Gefahr durch Produktteile.

So gehen Sie auf Nummer Sicher

  • In Aufdrucken, Applikationen und Accessoires aus Plastik oder Gummi stecken häufig Schadstoffe. Verzichten Sie wenn möglich darauf oder tauschen Sie sie aus!

  • Entfernen Sie vorsichtig die Etiketten, so gehen Sie auf Nummer Sicher, dass keine künstlichen Weißmacher auf die Haut Ihres Kindes gelangen!

  • Waschen Sie das Kostüm vor dem ersten Tragen mindestens einmal separat, um eventu-elle Rückstände zu entfernen. Da sich die gesamte Produktionskette häufig über mehrere Länder erstreckt und in jedem davon verschiedene Gesetze über den Einsatz von Chemikalien herrschen, ist das Risiko für Konsumenten kaum abschätzbar.

  • Gekaufte Verkleidungen sind nicht günstig und angesichts der Qualität der getesteten Produkte vielfach nicht empfehlenswert. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind - ein selbst genähtes oder gebasteltes Kostüm ist einzigartig und macht viel Spaß! 

hinweis

In Kooperation mit ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an.
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