15.05.2019

Fahrrad­schlösser im Test: Ein Schloss alleine schützt nicht vor Dieb­stahl!

Wer sein Fahrrad liebt, versucht es so gut wie möglich zu schützen. Auf der Suche nach dem besten Schloss hat der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich in Zusammenarbeit mit einem KFZ-Sachverständigen 11 Fahrradschlösser getestet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur das Alarmschloss „ABUS BORDO 6000 Alarm“ konnte als einziges dem Bolzenschneider stand halten! 

Testergebnis: Fahrradschlösser (0,1 MB)

Test­ergebnis: Fahrrad­schlösser 

Durchtrennung des Schlosses ist in fast allen Fällen möglich

  • Es wurden 1 Alarm-, 2 Bügel-, 3 Spiral-, 2 Falt- und 3 Kettenschlösser eingekauft. Die Schlösser kosteten zwischen 9,99 Euro und 139,99 Euro.

  • Um die Aufbruchsicherheit zu ermitteln, wurde mit einem handelsüblichen Bolzenschneider mit einer Länge von 78 cm das Schloss durchtrennt und dabei die Zeit gemessen. Das Öffnen der Schlösser dauerte im Test zwischen 10 und 56 Sekunden.

  • Die Schlösser sind durchwegs einfach zu bedienen und 8 verfügen über eine Montagevorrichtung.

  • Beim Gewicht gibt es große Unterschiede zwischen 313 und 1.587 Gramm.

  • 4 Schlösser im Test bieten einen Witterungsschutz für den Schließzylinder.

Alarm­schloss ist sicher, aber teuer und schwer

Alarmschloss "ABUS BORDO 6000 Alarm" © -, Arbeiterkammer Oberösterreich
Alarmschloss "ABUS BORDO 6000 Alarm" © -, Arbeiterkammer Oberösterreich

Das „ABUS BORDO 6000 Alarm“ konnte als einziges im Test nicht aufgebrochen werden. Darüber hinaus wurde bereits beim Aufbruchversuch der Alarm ausgelöst. Bei einer Entfernung von 6 Metern betrug die gemessene Lautstärke 76 Dezibel. Neben der Sicherheit konnte das Schloss auch durch die einfache Bedienbarkeit punkten. Im Lieferumfang ist eine Transportvorrichtung enthalten, welche durch 2 Schrauben und ein Kunststoffband einfach zu befestigen ist. Die gebotene Sicherheit hat allerdings mit 139,99 Euro seinen Preis. Und auch das Gewicht von 1,5 Kilogramm ist hoch. 

Falt­schloss hält knapp eine Minute Stand

Faltschloss "cytec" © -, Arbeiterkammer Oberösterreich
Faltschloss "cytec" © -, Arbeiterkammer Oberösterreich

Der zweite Platz ging an das Faltschloss von „Cytec“ um 49,99 Euro. Es dauerte 56 Sekunden, bis der Bolzenschneider das Schloss durchtrennte. Die Bedienbarkeit ist einfach und die enthaltene Montagevorrichtung kann durch einen Klettverschluss am Rahmen befestigt werden. Es ist somit kein Schrauben notwendig. Mit 745 Gramm liegt das Gewicht im Mittelfeld der getesteten Schlösser. Ein Witterungsschutz für den Schließzylinder ist vorhanden. 


Ketten­schloss von Hofer um 9,99 Euro

Kettenschloss "bikemate" © -, Arbeiterkammer Oberösterreich
Kettenschloss "bikemate" © -, Arbeiterkammer Oberösterreich

Überrascht hat das Kettenschloss der Marke „bikemate“, welches dem Aufbruchversuch 47 Sekunden Stand hielt. Dies jedoch vor allem, weil sich der Stoffbezug nicht mit dem Bolzenschneider durchtrennen ließ. Er konnte jedoch nach dem Aufbrechen mit bloßen Händen abgerissen werden. Positiv bewertet wurde hier zudem die einfache Bedienbarkeit und dass einer der beiden mitgelieferten Schlüssel über ein LED-Licht verfügt. Das Schloss ist mit über 1,5 Kilogramm relativ schwer, es verfügt über keine Montagevorrichtung und keinen Witterungsschutz. Interessant ist der sehr günstige Preis von 9,99 Euro. 

So machen Sie es Dieben schwer

Verbinden Sie das Fahrrad mit festen unbeweglichen Gegenständen wie Verkehrszeichen oder Laternen. Bringen Sie das Schloss so an, dass es möglichst schwer mit dem Werkzeug zu erreichen ist und der Dieb oder die Diebin nicht ungesehen in Bodennähe arbeiten kann. Stellen Sie das Fahrrad nicht immer an derselben Stelle ab und wählen Sie – wenn möglich - stark frequentierte, gut beleuchtete Abstellplätze.

TIPP

Eine Registrierung bei der Datenbank fase24.eu kann die Nachverfolgung im Falle eines Diebstahls erleichtern. Sie kostet online 9,90 Euro und ist auch über den ÖAMTC und bei vielen Fahrradhändlern direkt möglich.

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