26.11.2020

Margarine – Besser als Butter?

Viele verwenden Margarine als Butter-Ersatz, weil sie gesünder und umweltfreundlicher sein soll. Stimmt das auch? Das Testmagazin KONSUMENT hat 36 Produkte untersucht. Der Großteil der Margarine im Test enthält generell weniger Fett als Butter. Darüber hinaus haben die überprüften Margarinen und Streichfette - mit einer Ausnahme - einen deutlich niedrigeren Gehalt an gesättigten Fettsäuren, die unsere Gesundheit gefährden. Margarine punktet bei Nachhaltigkeit. Der Großteil der getesteten Produkte enthält aber Palmöl. 

Testergebnis: Butter oder Margarine

Palmöl in Margarine

In viele Margarinen ist Palmöl enthalten. Palmöl ist so beliebt, weil man es schnell und billig hergestellen kann und es sich leicht verarbeiten lässt. Palmöl hat aber markante Nachteile: So sind Margarinen, die Palmöl enthalten, stärker mit 3-MCPD und Glycidyl-Fettsäureester belastet. 3-MCPD gilt als möglicherweise krebserregend für den Menschen. Glycidyl-Fettsäureester werden im Körper aufgespalten, dabei wird Glycidol freigesetzt. Das gilt ebenfalls als krebserregend und zudem als erbgutschädigend. Die Aufnahme der genannten Verbindungen über Lebensmittel sollte daher so gering wie möglich gehalten werden.

Weniger Fett in Margerine

Butter hat insgesamt einen Fettgehalt von gut 80 Prozent. Bei den 36 Margarinen und Streichfetten, die analysiert wurden, beträgt er zwischen 30 und 80 Prozent. Der niedrigere Fettanteil ist einer der Vorteile von Margarine, da dadurch ein Beitrag zur Fettreduktion geleistet wird. Auch was die Zusammensetzung der Fette anbelangt, hat der Butterersatz die Nase vorn.

Transfettsäuren

Die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren, insbesondere von Transfettsäuren, wirkt sich nachteilig auf unsere Gesundheit aus. Sie erhöhen das Risiko für Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Früher war auch Margarine stark mit Transfettsäuren belastet. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall.

Nach­haltigkeit

Fast 3 von 4 Produkten enthalten Palmöl, das - neben gesundheitlichen - auch ökologische Nachteile hat. Trotzdem hat Margarine einen geringeren CO2-Fuß­abdruck, verbraucht weniger Land, Wasser und Energie als Butter.

Tipps:

  • Gesättigte Fette in der Nahrung sollten reduziert werden: weniger Fleisch, Wurst, Käse, Butter sowie weniger palmöl- und kokosfetthaltige Produkte
  • Ein Verzicht auf Palmöl ist aus ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Gründen sinnvoll. Wer Palmöl konsumiert, sollte zumindest auf die Zertifizierung (Bio- oder RSPO-Siegel) achten.
  • Fettärmere Margarinen sind eher als Brotaufstrich geeignet, fettreichere können auch zum Kochen und Backen verwendet werden.

HINWEIS

In Kooperation mit  KONSUMENT bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an. Weitere Tests aus dem aktuellen KONSUMENT-Heft.

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