23.11.2022

Bratwürstel-Test: 10 Produkte von 17 ein­wandfrei, der Preis sagt wenig über die Qualität aus!

Das Ergebnis des Bratwürstel-Test 2022 ist durchwachsen. Der Großteil ist zwar einwandfrei, in 5 Fällen lautete das Testurteil jedoch wertgemindert; 2 Proben wurden sogar für den menschlichen Verzehr ungeeignet befunden.

Testergebnis: rohe Bratwürstel (0,1 MB)

Testergebnis: gebrühte Bratwürstel (0,1 MB)

Keime, Geruch und Ge­schmack kontrolliert

Einer Bratwurst sieht man die Qualität nicht immer auf den ersten Blick an. Daher ließen die AK-Konsumentenschützer 17 Schweinsbratwürstel, davon 12 gebrühte sowie 5 rohe Produkte, im Labor der Belan Ziviltechniker-GmbH mikrobiologisch und sensorisch untersuchen.
Die abschließende Beurteilung erfolgte unter Berücksichtigung des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes sowie der berechtigten Verbrauchererwartung.

Nur 10 von 17 Proben ein­wandfrei

  • Herz­haft zugreifen heißt es bei 10 der insgesamt 17 getesteten Bratwurstproben – so oft stellten die Experten nämlich ein einwandfreies Zeugnis aus.

  • 5 Produkte als wertgemindert eingestuft: Fünfmal lautete das Testurteil wertgemindert. Als Beanstandungsgrund sind einerseits mikrobiologische Abweichungen zu nennen. Zum anderen wiesen 3 der Proben auch sensorische Mängel auf. Bei einer dieser Proben stellten die Experten einen derart fremdartigen, sauren und alten Geruch fest, dass sie die Verkostung sogar ablehnten.

  • 2 Proben nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet

Nicht bestanden haben den Qualitätscheck sowohl eine rohe als auch eine gebrühte Bratwurst. Beide wiesen Mängel in puncto Geruch und Geschmack auf. Zudem zeigten die mikrobiologischen Analyseergebnisse eine Überschreitung des Warnwertes an Enterobakterien. Daraus lässt sich auf mangelhaftes Ausgangsmaterial oderunzureichende Personalhygiene schließen. Zwar sind derartige Testergebnisse unerfreulich, bei sorgfältiger Küchenhygiene und sachgemäßer Erhitzung ist jedoch von keiner Gesundheitsgefährdung auszugehen.

Brat­würstel deutlich teurer als früher

Neben der Qualität haben wir auch die Preis verglichen. Die gebrühten Würste im Test kosteten je Kilo­gramm zwischen 9,38 und 16,65 Euro, die rohen zwischen 11,90 und 19,90 Euro.
Im Vergleich zum Test aus dem Jahr 2019 ist im Durchschnitt eine Preissteigerung von knapp 10 Prozent zu verzeichnen.

Roh oder gebrüht?

Grundsätzlich unterscheidet man rohe und gebrühte Bratwürste. Diese Unterscheidung ist wichtig für die Haltbarkeit der Würste. Denn, wie der Name schon sagt, werden rohe Bratwürste im Gegensatz zu den gebrühten nicht vorerhitzt und sind daher nur eine sehr begrenzte Zeit haltbar. Gebrühte Würste sind im Vergleich dazu wesentlich einfacher zu handhaben.

Wie lange sind Brat­würste haltbar?

Über die genaue Haltbarkeit gibt das Verbrauchs- oder Mindesthaltbarkeitsdatum Auskunft. Rohe Bratwürste, die beim Fleischhauer ohne Verpackung und aufgedrucktem Verbrauchsdatum gekauft werden, sollten noch am selben Tag verzehrt werden. Verlängern lässt sich die Haltbarkeit durch Einfrieren.

Woran kann man die Frische von Bratwürsteln er­kennen?

Grundsätzlich sollten Verbraucher/-innen ihre Augen und Nase nutzen! Frische rohe Bratwürste besitzen in der Regel eine zartrosa Fleischfarbe. Gebrühte Würste wirken meist etwas bleicher und steifer. Skepsis ist angesagt, wenn sich bereits ein säuerlicher Geruch bemerkbar macht und/oder sich trübe Flüssigkeit in der Packung abgesetzt hat.

Was steckt in der Bratwurst?

Bratwürste bestehen aus rund einem Viertel Fett und liefern, laut Nährwertangaben im Test, durchschnittlich etwa 300 kcal pro 100 Gramm. Grundmaterial für alle Bratwürstel ist zumeist Schweinefleisch und Speck – manchmal auch Rindfleisch, welches in Natur- oder Kunstdärme gefüllt wird. 

Bratwürste, die unter der Bezeichnung „Kalbsbratwürstel“ oder „Kalbsbratwurst“ am Markt sind, müssen darüber hinaus einen Mindestanteil von 38 Prozent Kalbfleisch aufweisen. Gewürzt wird in der Regel mit Salz, Pfeffer, Muskat, Kümmel und Majoran. Aber auch Kardamom, Knoblauch, Piment oder zart geschnittene Zitronenschalen finden sich in manchen Rezepturen.     

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