19.09.2018

Blondierungen: Alarmierendes Testergebnis

Im aktuellen Test von 13 Blondierungen für den Heimgebrauch fielen alle wegen bedenklicher Inhaltsstoffe durch: neben Wasserstoffperoxid und Persulfaten zum Aufhellen, kommen bei Colorationen zusätzlich Färbestoffe zum Einsatz. In einem Großteil der Produkte stecken Duftstoffe wie Lyral, Hydroxycitronellal oder Lilial. Diese können Allergien auslösen, einige werden sogar als fortpflanzungsschädigend eingestuft. Alle Produkte enthalten dazu PEG/PEG-Derivat, welche die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. Öko-Test beurteilte daher 10 Produkte mit „ungenügend“ und 3 Produkte mit „mangelhaft“.

Testergebnis: Blondierungen (0,7 MB)

Bleichmittel strapazieren die Haare

Bleichmittel haben in reiner Form schwere Nebenwirkungen. Wasserstoffperoxid beispielsweise, ist in Reinform giftig, weshalb es in Haarprodukten nur in einer maximalen Konzentration von 12 Prozent enthalten sein darf. In Produkten für den Heimgebrauch sind die Mengen in der Regel deutlich geringer. Trotzdem zerstört es die natürlichen Farbpigmente, macht das Haar rauer und spröder und die Widerstandsfähig- und Reißfestigkeit werden geringer. Viele Friseure empfehlen daher bei langen Haaren Strähnchen, anstatt den ganzen Schopf zu blondieren.

Colorationen enthalten zusätzlich bedenkliche Färbestoffe

Die am Markt befindlichen Mittel zum Blondieren sind schwer zu unterscheiden, da viele Anbieter die Begriffe unterschiedlich verwenden. Während Aufheller nur bleichen, bringen Blond-Colorationen Farbe ins Haar. Gerade diese Färbechemikalien waren bei vielen Produkten der Grund für die Abwertung, weil sie teilweise zu schweren Allergien führen können. In einem Produkt wurde p-Aminophenol gefunden, welches als „krebserzeugend, erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend“ eingestuft wird. Auch bei den vorwiegend pflegenden Nachbehandlungsmitteln werden bei 3 Produkten bedenkliche Färbestoffe eingesetzt.

Schlechte Noten wegen bedenklicher Duftstoffe

Je ein Produkt enthielt Lyral und Hydroxycitronellal - Duftstoffe, die häufig Allergien auslösen. Produkte mit Lyral dürfen deshalb ab Sommer 2019 nicht mehr in den Handel gebracht werden. Der Duftstoff Lilial, der sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend erwies, steckt in der Hälfte der Produkte.

Alternative Naturhaarfarben

Pflanzenhaarfarben sind schonender, weil sie nicht bis ins Innere der Haare eindringen, sondern sich außen ablagern. Die Haare heller zu färben, bekommen sie aber nicht hin.

Achtung

Leider gibt es auch Produkte, die sich nur einen "grünen" Anstrich verpassen. Orientieren Sie sich daher an den Naturkosmetiksiegel BDIH, Natrue und Ecocert. (siehe Artikel "Gütesiegel für Naturkosmetik").


Wenn es doch heller sein soll

  • Halten Sie sich unbedingt an die angegebene Einwirkzeit. Ist sie zu kurz, besteht die Gefahr, zum orangen Pumuckl zu werden. Ist sie zu lang, können die Haare abbrechen.
  • Verwenden Sie die in den Packungen mitgelieferten oder eigene Einmalhandschuhe, um Ihre Hände vor allergenen Substanzen und Verfärbungen zu schützen.
  • Legen Sie nach einer Dauerwelle oder chemischen Färbung eine Pause ein und lassen Sie bei geschädigtem Haar die Finger von der Chemiekeule.

Kontakt

Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

Hinweis

In Kooperation mit ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an.
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