20.05.2015
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Zuckerbomben Babybrei und Babykekse

Laut österreichischem Ernährungsbericht sind aktuell 24 Prozent unserer 7- bis 14-jährigen Schulkinder übergewichtig. Der Grundstein hierfür wird oftmals bereits schon im Säuglings- und Kleinkindalter gelegt. Eine Erhebung des Konsumentenschutzes der Arbeiterkammer OÖ zeigt: nur wenige der speziell für Säuglinge beworbenen Babybreie und Babykekse sind wirklich empfehlenswert: zu viel Zucker und Aromen beeinflussen die frühkindliche Geschmacksprägung negativ.

Muttermilch beziehungsweise, wenn nicht gestillt werden kann auch Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Nahrung), ist die perfekte Ernährung im ersten Lebensjahr. Etwa um den 6. Lebensmonat reicht Muttermilch alleine aber nicht mehr aus, um den Energie- und Nährstoffbedarf des Säuglings zu decken. Es ist an der Zeit, das Baby an Beikost zu gewöhnen. Besonders beliebt für den Beikostbeginn sind hierbei so genannte Milch- bzw. Getreidebreie, deren Angebot in den Regalen vielfältig ist. Später sollen dann spezielle Babykekse helfen die Kleinen an festere Kost und ans Kauen zu gewöhnen. Wir wollten wissen, wie es um den Zuckergehalt dieser speziellen Produkte für die Kleinsten steht. Im Test: 8 Milch-Getreidebreie, die meist für Babys ab dem vierten Lebensmonat angeboten werden und 8 Babykekse. Die Bewertung erfolgte anhand der Nährwertangaben auf den Produkten.

Test: Babybreie (0,1MB)

Test: Babykekse (0,1MB)

Zu viel Zucker in Babys erster Kost

Ernährungsexperten/-innen sind sich einig: Zugesetzte Zucker beeinflussen die frühkindliche Geschmacksprägung negativ und können im späteren Leben zu Ernährungsfehlverhalten führen. Demnach sollte zugesetzter Zucker maximal sieben Prozent der Energiezufuhr ausmachen. Das bedeutet, dass für Einjährige 14,9 g Zucker bzw. knapp fünf Stück Würfelzucker pro Tag gerade noch akzeptabel sind. Für Säuglinge gibt es noch keine Empfehlungen.

Babybreie

Laut FKE (Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund) sollten in einem Milch-Getreidebrei insgesamt nicht mehr als 12 Gramm Zucker aus Milch und Obst enthalten sein. Lediglich drei der acht Babybreie im Test konnte diesen Anforderungen gerecht werden. Der Rest ist schlichtweg als zu süß zu beanstanden.

Babykekse

Auch die speziell für Babys beworbenen Kekse stellten sich als wahre Zuckerbomben heraus und sind daher keine geeigneten Zwischenmahlzeiten. So enthalten 3 von 8 Produkten im Test genau so viel Zucker wie herkömmliche Butterkekse. Lediglich in den Apfelkeksen von Hipp war nur halb so viel Zucker enthalten. Zum Kauen lernen sind ein Stück Brotrinde oder eine Apfelscheibe definitiv besser geeignet.

Ampelkennzeichnung für klare Verhältnisse!

Durch die Werbung wird Eltern suggeriert, dass Babykekse herkömmlichen Butterkeksen bzw. Fertignahrung einem selbstgemachten Brei überlegen sind. Eine Ampelkennzeichnung, adaptiert an die Bedürfnisse von Babys und Kleinkindern, könnte hier klare Verhältnisse schaffen. Wer derzeit wissen will, ob der Kindernahrung Zucker zugesetzt wurde, sollte einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Denn die Aufschrift „ohne Zuckerzusatz“ bezieht sich oftmals nur auf Haushalts- oder Kristallzucker – oft auch als Saccharose angeführt. Es gibt zudem noch eine Reihe weiterer Zuckerarten, die Lebensmitteln zugesetzt werden können. Sie sind in den Zutatenlisten zu erkennen als Fruchtzucker, Fruktose, Fruktosesirup, Fructooligosaccharide, Oligosaccharide, Glukose, Glukosesirup, Traubenzucker, Dextrose, Maltose bzw. Malzzucker oder als Laktose bzw. Milchzucker.

Unnötige Aromazusätze

Für einen gesunden Start ins Leben sollten Kinder von klein auf den unverfälschten Geschmack natürlicher Lebensmittel kennenlernen. Demnach haben Aromastoffe ebenso wie Zucker und Salz in einer gesunden Baby- und Kleinkindkost nichts zu suchen. Denn laut Bundesinstitut für Risikobewertung tragen Aromastoffe weder zur Verbesserung der Akzeptanz dieser Produkte noch zur Förderung der Geschmacksentwicklung bei. Doch in der Hälfte der Babykekse und in fünf von acht Babybreis stecken unnötige geschmacksverändernde Zusätze wie Vanilleextrakt, Zimt und/oder Vanillearomen, wodurch das Risiko steigt, dass  Kinder später lieber zu aromatisierten Industrieprodukte greifen als zu frischen Lebensmitteln.

Besser Selbermachen

Eltern können Aromen und Zucker in der Babykost vermeiden, indem sie Breie selbst zubereiten. Dafür sind in der Regel nur wenige Zutaten und oft nur etwa zehn Minuten Zeit nötig. Außerdem können Zutaten und Menge besser variiert werden. Ab dem 6. Lebensmonat (23. Lebenswoche) kann durchaus schon Kuhmilch für die Zubereitung eines Milch-Getreide-Breis verwendet werden, wobei die Gesamt-Kuhmilchmenge von 100 bis 200 ml pro Tag nicht überschritten werden soll. Ein selbstgemachter Brei setzt sich optimaler Weise aus 20 Gramm Getreideflocken (Hafer, Dinkel, Reis, Hirse oder Weizen) und 100 ml Milch verdünnt mit 100 ml Wasser zusammen. Der Brei kann außerdem mit 1-2 Esslöffel Obstbrei verfeinert werden.


Kinderschminke - Finger weg!

Ein Test von 14 Kinderschminken hat ein erschreckendes Ergebnis gebracht: 9 Produkte beinhalten Substanzen wie etwa Blei.

Babybrei aus dem Glas

Öko-Test hat 17 Produkte getestet. Ergebnis: 7 Breie sind "gut", der Testsieger "Babylove Früh-Karotten" von DM sogar "sehr gut".

Schokomüslis

Schokomüslis - machen mehr rund als gesund. Sie enthalten viel Zucker und Fett. Welche Produkte trotzdem ein "Sehr gut" bekamen, finden Sie hier.

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