10.09.2018

Flüssiggas

Konsumenten/-innen von Flüssiggas sind in den meisten Fällen an jene Firmen gebunden, die den Tank mittels Bestandliefervertrag zur Verfügung stellen. Vertragsgemäß darf der Kunde/die Kundin Flüssiggas nur von dieser Firma beziehen, auch wenn andere Anbieter billiger liefern könnten. Bezieht er/sie von einer anderen Firma droht Vertragsbeendigung, Schadenersatzforderung beziehungsweise die Abholung des Tanks auf Kosten des Konsumenten/der Konsumentin.

Konsumenten/-innen, die einen Tank selber kaufen, können den jeweils günstigsten Anbieter von Flüssiggas wählen. Wer allerdings einen Miettank (durch einen Bestands- und Liefervertrag) angeschafft hat, verfügt über keinen Rechtsanspruch, diesen käuflich erwerben zu können (auch dann nicht, wenn er bereits seit Jahrzehnten genutzt wird).


Kann ich meinen Flüssiggaslieferanten wechseln?

  • Mit Vertragsbindung:
    Üblicherweise werden Verträge mit Flüssiggasanbietern so ausgestaltet, dass der Tank im Eigentum der Firma bleibt und an den Konsumenten/die Konsumentin gegen eine hohe Vorauszahlung nur vermietet wird. Die Verträge sehen auch vor, dass während der gesamten Dauer der Tanknutzung nur Flüssiggas der Tankfirma bezogen werden darf. Die Flüssiggasfirma bestimmt also als Eigentümer, mit welchem Gas der Tank befüllt wird. Ein Wechsel des Flüssiggaslieferanten ist daher während eines aufrechten Bestand -und Liefervertrages NICHT möglich. Für den Fall, dass Konsumenten/-innen dennoch anderweitig Flüssiggas kaufen, droht neben Schadenersatzforderungen auch die sofortige Vertragsbeendigung und die Abholung des Tanks.

  • Ohne Vertragsbindung:
    Eigentümer eines Flüssiggastanks können die Tagespreise von Flüssiggas nutzen und die Befüllung von jedem Anbieter vornehmen lassen.

Wann kann ich aus einem Flüssiggasvertrag aussteigen?

Verträge mit Flüssiggasanbietern haben meist eine sehr lange Bindungsdauer. Trotzdem haben Konsumenten/-innen nach dem Konsumentenschutzgesetz die Möglichkeit, ihren Bestand- und Liefervertrag zum Ablauf des ersten Jahres und danach halbjährlich mit einer Frist von 2 Monaten zu kündigen. Dies haben die Gerichte in mehreren Musterprozessen der AK gegen bestimmte Flüssiggasfirmen klargestellt.

Dürfen bei Kündigung Kosten verrechnet werden?

Häufig verlangen Flüssiggasfirmen nach der Kündigung Kosten für die Abholung des Tanks sowie die aliquoten Instandhaltungs- und gesetzlichen Überprüfungskosten. Die AK hat entsprechende Vertragsklauseln von einigen Flüssiggasfirmen abgemahnt. Einerseits haben sich einige Firmen bereits vorher einsichtig gezeigt und berufen sich nicht mehr auf diese Klausel. Andererseits hat die AK auch vom Gericht Recht bekommen, wonach diese Klauseln bei Intransparenz unzulässig sind. Neue Geschäftsbedingungen können allerdings zulässige Abholkosten zum Inhalt haben.

Was kostet die Unabhängigkeit mit eigenem Tank?

Je nach Größe und Beschaffenheit, können Sie einen eigenen Tank zwischen 1.150,00 Euro und 2.230,00 Euro inklusive Armaturen und Regler (ohne Installation, Betonsockel beziehungsweise Grabearbeiten, Zustellung) kaufen. Ein Kauf rentiert sich vor allem für jene Kunden/-innen, die langfristig ihre Energieversorgung mit Flüssiggas geplant haben.

Akkreditierte Prüfstellen für Flüssiggastanks

Die alle 2 bis 5 Jahre fällige Außen-Überprüfung dürfen geprüfte Ziviltechniker beziehungsweise Heizungsinstallationsunternehmen durchführen. 

Die Druck- und Dichtheitsprüfung, die alle 10 bis 15 Jahre stattfinden muss, kann nur von folgenden akkreditierten Unternehmen durchgeführt werden:

TPA KKS GmbH
TÜV AUSTRIA Group
Teiritzstraße 1

2100 Korneuburg
Tel:     +43 2262  750 77 0
Fax:     +43 2262  750 77 13
E-Mail: office@tpa-kks.at
http://www.tpa-kks.at/

TÜV SÜD Landesgesellschaft Österreich GmbH
Tiwagstraße 7
6200 Jenbach
Tel.:    +43 5244 63967
Fax:    +43 5244 63967 77
E-Mail: info@tuev-sued.at

TIPP

Vor der Überprüfung sollte ein schriftlicher Kostenvoranschlag eingeholt werden.


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