19.12.2017
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Ticketkauf online: Extreme Preisunterschiede

Lange gespart für die Tickets um endlich einmal Helene Fischer live auf der Bühne erleben zu können? Mit wenigen Klicks kann man sich diesen und andere Träume rasch erfüllen. Die Frage ist, zu welchem Preis und ob man dann auch wirklich das gewünschte Konzert zu sehen bekommt.

KONSUMENT hat bei 5 Ticket-Anbietern Angebote eingeholt und gewaltige Preisunterschiede festgestellt: Manche Anbieter verlangen doppelt oder dreimal so viel wie der Veranstalter!

Ticketpreise mit gewaltigen Unterschieden

9 Veranstaltungen von Kabarett bis Oper wurden bei den Anbietern musicalvienna.at, oeticket.com, viennaticketoffice.com, viagogo.at und wien-ticket.at verglichen. Die Preisspannen zwischen den Anbietern waren gewaltig: 

  • So waren Konzertkarten für Andreas Gabalier in der Stadthalle Graz bei Wien-ticket.at um 49,90 Euro zu erhalten, bei Viagogo um 110,20 Euro.

  • Kräftig zur Kasse wurden auch Helene Fischer Fans gebeten, rund 70 Euro mehr als bei Wien-Ticket wurde von Viagogo für diese Konzertkarten berechnet.

  • Für ein Konzert von Nothing But Thieves in der Arena Wien verlangte oeticket.com knapp über 20 Euro, Viagogo hingegen mit rund 66 Euro mehr als das Dreifache.

Versand- und Nebenkosten sind undurchsichtig 

Auch bei den Nebenkosten rund um den Ticketkauf gibt es Wildwuchs. Zur Verärgerung vieler Kartenkäufer/-innen wird von oeticket zurzeit immer noch ein Betrag von 2,50 Euro verrechnet, wenn man sich die Tickets selbst (!) am eigenen Drucker ausdruckt. Manche Anbieter, wie Viagogo, bieten hingegen gar keine Möglichkeit zum Daheim-Ausdrucken an.

Auch die Zustellung durch die Post wird zu unterschiedlichen Kosten angeboten. Der Standard-Versand im Inland kostet bis zu 6,95 Euro. Aber auch, wenn man sich die Karten als Mobile-Tickets auf das Handy schicken lässt oder für die Hinterlegung an der Kasse am Veranstaltungsort muss man extra bezahlen.

Nebengebühren unzulässig, sagt Gericht

Laut einem aktuellen Urteil sind die von oeticket verrechneten Gebühren für den Selbst-Ausdruck eines Tickets und die Service-Gebühren für mobile-tickets, die Hinterlegung an der Abendkassa oder einer Filiale unzulässig.

Dieses Urteil wurde gerade in zweiter Instanz vom Oberlandesgericht Wien bestätigt, ist jedoch noch nicht rechtskräftig. 

Online-Ticketkauf - darauf sollten Sie achten

  • Preise vergleichen zahlt sich aus. Am günstigsten und sichersten sind Karten meist direkt beim Veranstalter oder dessen Vertriebspartnern erhältlich.

  • Vor Abschluss des Bestellvorgangs muss noch einmal der Gesamtpreis der Tickets inklusive aller Steuern und Gebühren angezeigt werden. Im Zweifel sollte man diesen Endpreis mit einem Screenshot dokumentieren.

  • Achtung: Bei Ticketkäufen im Internet gibt es kein allgemeines Rücktrittsrecht.

  • Bei Drittanbietern wie Viagogo, Seatwave, StubHub oder Onewayticket ist oft nicht ersichtlich, wer die Karten anbietet. Bei Käufen von Privatpersonen über Plattformen besteht das Risiko, dass die Karten zu spät oder gar nicht ankommen. Außerdem sind die Preise und Gebühren der Plattformen extrem hoch. 
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