04.07.2018
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Führerschein: Wer Preise vergleicht, kann bis 730 Euro sparen!

Der Führerschein fürs Auto (B-Schein) kostet im Landesdurchschnitt 1.396 Euro und der L-17-Führerschein 1.387 Euro. Das zeigt die aktuelle Preiserhebung der Arbeiterkammer Oberösterreich. Die Differenz zwischen der teuersten und der billigsten Fahrschule beträgt 730 Euro beim B-Führerschein und 469 Euro beim L-17-Führerschein. Ein Preisvergleich lohnt also!

Leider ist ein Preisvergleich aber teilweise gar nicht möglich, weil nicht alle Fahrschulen ihre Preise transparent offenlegen: So stellen nur 8 Fahrschulen ihre Preise online zur Verfügung. Immerhin 26 gaben den AK-Konsumentenschützern ihre Preise im Zuge der Erhebung bekannt. 

Achtung

Aber bei 13 Fahrschulen fanden die Konsumentenschützer gar keine oder veraltete Preisaushänge in den Schaufenstern!

Große Preisunterschiede

  • Die Ausbildung der Klasse B umfasst einen Theoriekurs mit 32 Lektionen und eine praktische Ausbildung mit 18 Einheiten. Die Kosten dafür liegen in Oberösterreich zwischen 1.010 und 1.740 Euro. Wird eine zusätzliche Fahrlektion benötigt, kostet diese zwischen 48 und 90 Euro.

  • Nach Erhalt des Führerscheins müssen im Zuge der Mehrphasenausbildung innerhalb des ersten Jahres 2 Perfektionsfahrten und ein Fahrsicherheitstraining absolviert werden. Die beiden vorgeschriebenen Perfektionsfahrten können in einer Fahrschule nach Wahl absolviert werden und kosten zwischen 130 und 236 Euro (2 Perfektionsfahrten zu je 2x50 Min.). Das Fahrsicherheitstraining wird beispielsweise von ARBÖ und ÖAMTC um 219 beziehungsweise 222 Euro - mit eigenem Auto - angeboten.

  •  Die Lernunterlagen sind bei 3 von uns erhobenen Fahrschulen (Friends, Gruber und Scharinger) im Preis inkludiert, ansonsten sind die Lernunterlagen zusätzlich zu bezahlen und kosten zwischen 25 und 75 Euro.

  • Darüber hinaus können noch weitere Kosten anfallen, etwa Behördengebühren, Arzthonorar und für den Erste-Hilfe-Kurs.

Auch auf die Leistung achten

Eine fundierte Ausbildung ist sehr wichtig, daher sollten sich angehende Fahrschüler/-innen und deren Eltern nicht allein am Preis orientieren. Die Erfolgsquote zeigt, wie viele Schüler/-innen einer bestimmten Fahrschule die Prüfung im ersten Anlauf bestanden haben. Das kann eine Orientierung für die Qualität der Schulung sein. Noch besser ist es, sich bei Freunden und Familie zu erkundigen, wer gute Erfahrungen mit einer Fahrschule gemacht hat. 

Fehlende Preisauszeichnung: kundenfeindlich und rechtswidrig

  • Dass eine zeitgemäße Preisauszeichnung möglich ist, zeigen die Fahrschulen fairdrive, Lenkwerk und Lindauer: Sie stellen alle relevanten Preise transparent auf ihrer Website zur Verfügung.

  • Um den angehenden Fahrschülern/-innen eine umfassende Marktübersicht bieten zu können, haben die AK-Konsumentenschützer alle oberösterreichischen Fahrschulen angeschrieben und um Bekanntgabe der Preise für den B- und L-17-Führerschein ersucht. Nur 26 Fahrschulen gaben ihre Preise bekannt.

  • Da sich ein großer Teil der Fahrschulen nicht freiwillig dem Wettbewerb stellte, wurden bei 29 Fahrschulen an 34 Standorten in Oberösterreich die Preisaushänge stichprobenartig überprüft. Die in den Preisaushängen angeführten Preise wurden in die Marktübersicht eingearbeitet.

  • Bei 6 Fahrschulen fand sich gar kein und bei sieben veraltete Preisaushänge und das, obwohl die Preisauszeichnung gesetzlich verpflichtend ist. Die AK-Konsumentenschützer bereiten daher rechtliche Schritte gegen jene vor, die sich durch ihr rechtswidriges Verhalten dem Preisvergleich der Kunden und Kundinnen und damit auch einem fairen Wettbewerb entziehen.

Teilzahlung per Gesetz regeln

Nur bei wenigen Fahrschulen (zum Beispiel ABS Mayr, Easy Drivers in Leonding und Steyr, Fahrschule Alkoven, fairdrive, Grubhofer (Bezirk Linz&Kirchdorf und Bezirk Linz-Land), Kurt, Lenkwerk, Mayr, my friends, pink&blue und PS-Academy) ist eine Teilzahlung möglich.

Angesichts der Fahrschulinsolvenzen in den letzten Jahren, bei denen Fahrschüler die vorausgezahlten Gesamtpreise verloren haben, stellt die Teilzahlungsmöglichkeit eine wichtige Absicherung dar. 

AK-Forderung

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ fordern daher eine gesetzliche Regelung zum Schutz der (jungen) Konsumenten/-innen.

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