10.04.2017
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Wenn der Urlaub platzt - Stornokosten der Reiseanbieter sehr unterschiedlich!

Der Sommerurlaub ist gebucht und plötzlich kommt etwas Unvorhergesehenes dazwischen: Erkrankung, ein Unglücksfall oder eine berufliche Veränderung und die geplante Reise muss storniert werden. Da es bei Reisebuchungen kein gesetzliches Rücktrittsrecht gibt, fallen in der Regel Stornokosten an. Diese sind meist zeitlich gestaffelt - je näher der Abreisezeitpunkt rückt, desto höher werden sie. 

Der AK-Konsumentenschutz hat die Bedingungen von 12 Pauschalreiseanbietern verglichen und große Unterschiede vor allem in der Höhe der Stornokosten festgestellt.

Preisvergleich: Reisestornokosten (0,2MB)

 
Einige Reiseanbieter fallen positiv auf

Am besten schnitten jene Veranstalter ab, die in den Vertragsbedingungen Stornosätze nach den derzeit geltenden allgemeinen Reisebedingungen (ARB 1992) vorsehen.

Diese Reisebedingungen werden von österreichischen Veranstaltern häufig verwendet. Da ihre Anwendung aber nicht zwingend ist, sind Abweichungen zulässig, wenn der Reiseanbieter bei Vertragsabschluss deutlich darauf hinweist und Einsichtnahme in die Bedingungen ermöglicht.

Splashline, Alltours, FTI: höhere Stornosätze

Diese 3 Anbieter verlangen bei Pauschalreisen bereits Monate vor Reiseantrittsdatum ein Viertel des Reisepreises. Unabhängig davon, ob Konsumenten und Konsumentinnen ihren Urlaub also 2 oder 5 Monate vor Antrittsdatum absagen, fallen hier bereits deutliche Kosten an.

THV Reisen fällt überhaupt  durch

Am schlechtesten im Vergleich schnitt der Reiseveranstalter THV Reisen ab, der bei Flug- und Schiffreisen bereits ab 2 Monate vor Antritt der Reise die Hälfte der Reisekosten verrechnet und ab dem 19. Tag vor Reiseantritt den gesamten Reisepreis verlangt.

Stornokosten: So können Sie sich absichern

Falls Sie befürchten, die Reise nicht antreten können, ist es sinnvoll, eine entsprechende Absicherung vorzunehmen. Reiseversicherungen können bei Fällen wie schwerer Krankheit, Unfall, Schwangerschaft, aber auch bei Einberufung zum Bundesheer oder Nichtschaffen der Matura die Stornokosten übernehmen, vorausgesetzt das Ereignis ist versichert. Bei manchen Anbietern ist im Paket bereits eine Reiseversicherung inkludiert.

Auch bei einigen Kreditkarten ist eine Stornoversicherung inkludiert. Diese unterliegt eigenen Versicherungsbindungen. Bei einigen Versicherungen ist es nötig, dass der gesamte Reisepreis mit derselben Kreditkarte bezahlt wurde und das Service gilt manchmal nur für den Karteninhaber. Informieren Sie sich daher vorab über die Details!

Bei Eintritt des Versicherungsfalles sollte der Versicherer unverzüglich mit allen erforderlichen Unterlagen und Nachweisen informiert werden. Andernfalls kann es passieren, dass die Kosten nicht vollständig übernommen werden.

Tipps: Darauf sollen Sie achten
  • Sollten Sie Ihre Reise tatsächlich absagen müssen, warten Sie nicht zu lange damit. Je kurzfristiger die Absage, desto höher werden die Stornokosten. Aus Beweisgründen sollte die Stornierung jedenfalls schriftlich und per eingeschriebenen Brief erfolgen und eine Kopie davon behalten werden.

  • Je früher Sie stornieren, umso eher besteht die Möglichkeit, dass der Veranstalter der Reise diese anderweitig vergeben kann. In diesem Fall können Sie eine Reduzierung verlangen, wenn Ihr Vertragspartner Ihnen keine plausiblen Gründe für die hohen Gebühren mitteilen kann.

  • Beachten Sie, dass bei Buchungen von Spezialreisen, Last Minute-Angeboten oder bei Reiseveranstaltern mit Sitz im Ausland die Stornogebühren erheblich von den allgemeinen Reisebedingungen abweichen und deutlich höher sein können. Ähnliches gilt für Hotelunterkünfte, Ferienwohnungen, Kreuzfahrten oder Linienflugreisen zu Sondertarifen.

  • Werfen Sie vor der Buchung einen Blick in die Vertragsbedingungen, um für den Fall des Falles einen Überblick über die anfallenden Stornogebühren zu haben. Auch empfiehlt es sich, vorweg die Versicherungsbedingungen zu verlangen.

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