14.07.2021

Fahrschulen in Oberösterreich: Preis­unter­schiede beim Führer­schein B bis zu 661 Euro!

Die aktuelle Preiserhebung des Konsumenten­schutzes der AK OÖ zeigt, dass der Führer­schein fürs Auto (Führerschein B) im Durchschnitt 1.511 Euro, der L-17 Kurs 1.510 Euro und die duale Ausbildung 1.179 Euro kostet.

Die Preisunterschiede sind enorm. Die Differenz zwischen der teuersten und der billigsten Fahr­schule beträgt 661 Euro beim Führer­schein B, 563 Euro beim L17-Führer­schein und 368 Euro bei der dualen Ausbildung. Ein Preis­vergleich lohnt sich also beim Führer­schein ganz besonders!

Führerschein B (0,2 MB)
Führerschein B-Dual (0,2 MB)
Führerschein L17 (0,2 MB)

Preisunterschiede sind sehr groß

  • Die Ausbildung der Klasse B umfasst einen Theoriekurs mit 32 Lektionen und eine praktische Ausbildung mit 18 Lektionen. Die Kosten dafür betragen in Oberösterreich zwischen 1.199 und 1.860 Euro.

  • Beim L17 Führerschein liegen die Preise zwischen 1.199 und 1.762 Euro. Bei der dualen Ausbildung sind zwischen 990 und 1.358 Euro zu bezahlen.

  • Wird eine zusätzliche Fahrlektion benötigt, zahlt man noch einmal zwischen 50 und 90 Euro.

  • Nach Erhalt des Führerscheins müssen innerhalb des ersten Jahres 2 Perfektionsfahrten und ein Fahrsicherheitstraining absolviert werden. Die Perfektionsfahrten können in einer Fahrschule nach Wahl absolviert werden und kosten zwischen 144 und 240 Euro (2 Perfektionsfahrten zu je 2 mal 50 Minuten).

  • Die Lernunterlagen sind bei 3 Fahrschulen (Friends, Gruber und Scharinger) im Preis inkludiert, ansonsten kommen noch zusätzliche Kosten zwischen 25 und 60 Euro hinzu.

  • Darüber hinaus können noch weitere Kosten anfallen (etwa Behördengebühren, Arzthonorar und für den Erste-Hilfe-Kurs).

  •  Bei Nichtbestehen der Prüfung fallen Zusatzkosten für die Wiederholung an. Manche Fahrschulen bieten sogenannte „Garantieprüfungen“ (keine Wiederholungsgebühr bei nicht bestandener Theorieprüfung) an. 

Auch die Leistung muss stimmen!

Eine gute Ausbildung ist sehr wichtig, daher sollten sich Fahrschüler/-innen und Eltern nicht allein am Preis orientieren. Erkundigen Sie sich bei Freunden und Familie, wer gute Erfahrungen mit einer Fahrschule gemacht hat. Um die Fahrpraxis zu trainieren, bieten einige Unternehmen einen kostenlosen Zugang zum Fahrschul-Übungsparkplatz an.

Preisauszeichnung darf nicht fehlen

Um den Fahrschüler/-innen eine gute Übersicht bieten zu können, haben die AK-Konsumentenschützer alle oberösterreichischen Fahrschulen um Bekanntgabe der aktuellen Preise ersucht.

Von den Bezirken Gmunden, Ried, Vöcklabruck und Wels-Land reagierte keine einzige Fahrschule. Es wurden daher 14 Unternehmen an 18 Standorten ausgewählt, die Preise vor Ort anhand des Preisaushangs abgelesen und in die Marktübersicht eingearbeitet. An 3 Standorten fehlte die Preisauszeichnung. 

Die AK-Konsumentenschützer bereiten daher rechtliche Schritte gegen jene vor, die sich durch ihr Verhalten dem Preisvergleich der Kunden und Kundinnen und damit auch einem fairen Wettbewerb entziehen wollen.

Transparenz bei den Fahrschul-Preisen ist überfällig!

Die Fahrschulen Clarissa, fairdrive, Haas, Lindauer, Mayr, Noha, Snopek, Speed und Staudinger gehen mit gutem Beispiel voran: Sie geben die Preise auf ihrer Webseite an!

Teilzahlung schützt Schüler vor Verlusten bei Insolvenz

Bei 11 Fahrschulen kann Teilzahlung nach Fortschritt vereinbart werden. Angesichts der Fahrschulinsolvenzen in den vergangenen Jahren, bei denen Fahrschüler/-innen die vorausgezahlten Gesamtpreise verloren haben, stellt die Teilzahlungsmöglichkeit eine wichtige Absicherung dar.

Die AK Oberösterreich fordert einen Anspruch auf Teilzahlung bei gleichem Preis für alle beziehungsweise alternativ eine Insolvenzabsicherung der Kundinnen und Kunden. 

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