10.11.2017
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AK-Wiedereinstiegsmonitoring zeigt: Väterkarenz unterstützt den erfolgreichen Wiedereinstieg der Mütter

Für das bundesweite „Wiedereinstiegsmonitoring“ wurden mehr als eine halbe Million Daten ausgewertet. Untersuchungsgegenstand waren die längerfristigen Auswirkungen von Kinderkarenzen auf die Erwerbssituation von Frauen und Männern im Zeitraum 2006 bis 2014.

Die AK Oberösterreich hat sich die Daten für unser Bundesland näher angeschaut und dabei festgestellt: Eine geteilte Inanspruchnahme der Kinderkarenz fördert den erfolgreichen Wiedereinstieg der Frauen. Je länger der Vater beim Kind bleibt, desto leichter gelingt der Wiedereinstieg der Mutter. Dass mehr Väter in Karenz gehen, ist für AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer eine erfreuliche Entwicklung, allerdings nimmt die Dauer der väterlichen Auszeiten leider ab.  

Einkommensabhängiges Kindergeld ist der Renner

Insgesamt sind die Auszeiten der oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen zwischen 2006 und 2014 deutlich kürzer geworden. 2006 haben noch 99 Prozent der oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen das Maximal-Modell 30 + 6 Monate in Anspruch genommen, 2014 waren es nur noch 37 Prozent. Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld (12 + 2) war gleich von Anfang an der Renner und lag 2014 bei 34 Prozent – um zehn Prozentpunkte über der Variante 20 + 4.

Väter zwar öfter, aber kürzer in Karenz

Der Anteil der oberösterreichischen Arbeitnehmer in Kinderauszeit ist über den gesamten Beobachtungszeitraum von acht Prozent auf 17 Prozent gestiegen. Bundesweit beträgt der Anteil 18 Prozent. Allerdings ist die Unterbrechungsdauer der Männer stark gesunken - 2012 waren oberösterreichische Männer im Schnitt nur noch 70 Tage in Karenz - eindeutig eine Folge der Kinderbetreuungsgeldreform 2010 mit der Einführung der Variante 12 + 2.

Mütter in Oberösterreich verkürzen Babypause

Im bundesweiten Vergleich sind die Berufsunterbrechungen der Oberösterreicherinnen quer über alle Varianten länger. Allerdings wird die „Babypause“ bei den oberösterreichischen Frauen kürzer und nähert sich dem Österreich-Wert an. Das zeigt sich besonders, wenn man den Medianwert (Auszeit ist bei der Hälfte der Betroffenen kürzer, bei der anderen Hälfte länger) betrachtet: Waren berufstätige Frauen in unserem Bundesland mit Geburten 2006 im Median noch 732 Tage daheim, so waren es bei Geburten 2012 nur noch 610 Tage (Österreich: 607 Tage). Die Berufsunterbrechung der oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen hat sich also binnen sechs Jahren um rund sieben Monate verkürzt.

Partnerschaftliches Teilen wird mehr

2006 haben rund drei Prozent der oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen die Erwerbsunterbrechung partnerschaftlich geteilt. Bis 2013 ist dieser Anteil auf elf Prozent angestiegen. Dabei zeigt sich deutlich: Eine geteilte Inanspruchnahme der Kinderkarenz mit einer Erwerbsunterbrechung des Partners fördert den beruflichen Wiedereinstieg der Frauen. 2012 betrug die Wiedereinstiegsquote bis zum zweiten Geburtstag des Kindes bei Alleinerzieherinnen 50 Prozent, bei Frauen in Partnerschaften mit alleinigem Kinderbetreuungsgeld-Bezug 53 Prozent. Wenn der Partner bis zu drei Monate in Kinderkarenz war, stieg die Wiedereinstiegsquote auf 65 Prozent, wenn die Karenz des Partners mehr als sechs Monate dauerte, sogar auf 93 Prozent.

Im dicht besiedelten Gebiet lassen sich sowohl in Österreich als auch in Oberösterreich Häufungen der partnerschaftlichen Teilung der Kinderkarenz beobachten. Die Dauer der Erwerbsunterbrechung steigt bei Frauen in Gebieten mit niedriger Besiedelungsdichte stark an, was sicherlich auch mit dem unzureichenden Kinderbetreuungsangebot zu tun hat.

Zuwenig Kindergärten drängen Frauen aus dem Beruf

„Wir brauchen deshalb dringend mehr vollzeittaugliche Kinderbetreuungsplätze“, sagt AK-Präsident Kalliauer. Die Abschaffung der für die Eltern kostenfreien Nachmittagsbetreuung im Kindergarten hält Kalliauer für ein völlig falsches Signal: „Im Gegenteil: Wir brauchen einen Rechtsanspruch auf ein zweites verpflichtendes Gratis-Kindergartenjahr.“ Kalliauer fordert auch einen Rechtsanspruch auf Elternteilzeit in kleineren Betrieben und auf das Papamonat inklusive Kündigungsschutz.

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