7.6.2017
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

AK-Wünsche zum Vatertag: mehr Väterbeteiligung an der Familienarbeit, mehr Akzeptanz für Väterkarenz

Fast 20 Jahre ist es her, dass mit dem Slogan „Ganze Männer machen Halbe-Halbe“ ein neues Familienbild vermittelt werden sollte. Doch alle seither gesetzten Maßnahmen mit dem Ziel, auch Männer in die Familien- und Sorgearbeit einzubinden, zeigen nur sehr langsam Wirkung. So gehen Väter heute zwar öfter, aber dafür kürzer in Karenz. „Zum bevorstehenden Vatertag wünschen wir uns mehr Väterbeteiligung an der Familienarbeit, aber auch mehr Akzeptanz für Männer, die ihre Väterrolle ernst nehmen“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Moderne Väter gehen öfter, dafür kürzer in Karenz

Seit der Einführung des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes vor 7 Jahren ist die Beteiligung der Väter an der Kinderkarenz gestiegen. Laut Familienministerium haben sich 2016 rund 19 Prozent der Väter eine Kinderauszeit genommen. Allerdings fallen die Auszeiten für die Kinderbetreuung sehr kurz aus. Ein ähnliches Bild zeigt auch das AK-Wiedereinstiegsmonitoring: Den Daten zufolge hat sich die Väterbeteiligung an der Kinderauszeit zwischen 2006 und 2012 zwar erhöht, die Dauer der Erwerbsunterbrechung für Kinderbetreuung ist aber zurückgegangen. 2012 haben 7,4 Prozent der oberösterreichischen Väter die Kinderkarenz mit der ebenfalls erwerbstätigen Mutter aufgeteilt und bis zu drei Monate Auszeit in Anspruch genommen, 1,3 Prozent zwischen 3 und 6 Monate und nur 0,4 Prozent mehr als 6 Monate.

Auch bei der Hausarbeit kann von Halbe-Halbe noch lange keine Rede sein. Laut dem Österreichischen Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich geben 70 Prozent der Frauen an, dass die Hausarbeit von ihnen alleine oder großteils alleine gemacht wird. Halbe-Halbe wird nur in jedem 4 Haushalt praktiziert. 

Das Väter-Barometer 2016 des Familienministeriums wiederum zeigt, dass nur 22 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher unser Land als väterfreundlich bezeichnen. Nur neun Prozent finden, dass ein berufstätiger Mann, der seine Kinder betreut, gesellschaftlich sehr akzeptiert ist. „Da ist noch viel Bewusstseinsarbeit zu leisten“, sagt AK-Präsident Kalliauer.

Kinderkarenz dienstrechtlich absichern

„Sehr wichtig wäre aber auch eine bessere dienstrechtliche Absicherung von Eltern, die in Kinderkarenz gehen“, ergänzt Kalliauer. Denn derzeit werden die Zeiten einer Kinderkarenz bei dienstzeitabhängigen Ansprüchen - wie Urlaub, Kündigungsfrist, Entgeltfortzahlung bei Krankheit oder Lohn- und Gehaltsvorrückungen - nur teilweise oder gar nicht berücksichtigt. Eine Resolution mit der Forderung, alle Kinderkarenzzeiten für jedes Kind auf alle dienstzeitabhängigen Ansprüche anzurechnen, wurde bei der letzten Vollversammlung der Arbeiterkammer Oberösterreich von allen Fraktionen einstimmig unterstützt.

Die AK fordert auch einen Rechtsanspruch auf einen Papamonat mit einem angemessenen Einkommensschutz sowie Verbesserungen bei der Pflegefreistellung.

      Facebook-Funktion aktivieren

      Drucken
      Zu Merkzettel hinzufügen
      TeilenZu Merkzettel hinzufügen

      Verwandte Links

      Zum Seitenanfang
      Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
      Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
      OK