21.2.2018
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Technosert: Die Wirtschaftskammer hat die Fakten verdreht und die Öffentlichkeit falsch informiert

Die oberösterreichische Wirtschaftskammer hat vor einer Woche ohne jeden Beweis mehrere Mitarbeiter/-innen der Firma Technosert des kollektiven Krankenstandmissbrauchs bezichtigt. Die Recherchen zahlreicher Medien förderten inzwischen die Wahrheit zutage. Die AK hat den Sachverhalt ebenfalls geprüft und kann die Ergebnisse der Medien bestätigen. „Die Wirtschaftskammer hat offensichtlich wesentliche Fakten verschwiegen, die Wirklichkeit verdreht und die Öffentlichkeit falsch informiert“, kritisiert der stellvertretende AK-Direktor Franz Molterer, MAS.

Kein abgesprochener Krankenstand

Die Behauptung der Wirtschaftskammer, 12 Mitarbeiter/-innen seien gleichzeitig und abgesprochen in den Krankenstand gegangen, ist unwahr. Richtig ist, dass 12 Mitarbeiter/-innen während einer Zeitspanne von 2 Monaten einen Krankenstand angetreten haben. Unterschiedliche Diagnosen verschiedener Ärzte/-innen – darunter auch Fachärzte/-innen – haben zu den Krankenständen geführt. In einigen Fällen gab es Vorerkrankungen.

„Wir fordern die Wirtschaftskammer auf, die unwahren und rufschädigenden Behauptungen über die Betroffenen zurückzunehmen und öffentlich richtigzustellen. Die Betroffenen sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Ärzte, denen die Wirtschaftskammer vorgeworfen hat, die Krankschreibungen leichtfertig vorgenommen zu haben, und die Gebietskrankenkasse, die sie für ein angebliches Versagen im Krankenstandmanagement kritisiert hat“, sagt Molterer.

Obwohl die Aussagen der Wirtschaftskammer in dieser Angelegenheit bereits als grob unrichtig entlarvt sind, hat der Leiter ihrer Abteilung für Sozial- und Rechtspolitik, Erhard Prugger, noch einmal nachgelegt: Allen Ernstes wirft er Arbeiterkammer und Gewerkschaft vor, ein seriöses Unternehmen anzupatzen.

Wirtschaftskammer wusste von untragbaren Zuständen bei Technosert

„Dabei hat die Wirtschaftskammer das Schlamassel mit ihrer wahrheitswidrigen Aussendung selbst verursacht“, betont der stellvertretende AK-Direktor. Tatsächlich wusste die Wirtschaftskammer schon vor 2 Jahren von den Vorwürfen über untragbare Zustände in der Firma Technosert. Damals wurde sie durch ein anonymes Schreiben darauf hingewiesen.

Nun sind es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma, die in den Medien von massivem Drängen zu regelmäßigen Überstunden bei gleichzeitigen Kündigungsdrohungen, von hohem Arbeitsdruck, schlechtem Betriebsklima und herabwürdigendem Verhalten von Vorgesetzten berichten. Die Führungsprobleme bei Technosert scheinen entscheidend zu den Krankenständen beigetragen zu haben.

Schon einmal falsche Beschuldigungen gegenüber Beschäftigten

„Ungeheuerlich, dass Herr Prugger mit Verdrehungen und Auslassungen politisches Kleingeld zu münzen versucht. Noch dazu ist es nicht das erste Mal: Schon in früheren Fällen hat er Beschäftigte fälschlicherweise des Krankenstandmissbrauchs bezichtigt, um bestimmte politische Ziele zu erreichen“, ist Molterer empört.

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