25.1.2018
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AK-Befragung zeigt auf: Nachhilfe, Skikurse, Sprachreisen – Eltern müssen für ihre Schulkinder tief in die Tasche greifen

Eltern schulpflichtiger Kinder leisten gerade in diesen Wochen einen enormen finanziellen Aufwand. Wenn zum Semesterende Nachhilfe fällig wird oder der Skikurs vor der Tür steht, geht das ordentlich ins Geld. Dass es auch anders geht, zeigen vorbildliche Schulen, die den Eltern beim Sparen helfen – und damit für faire Bildungschancen für alle Kinder sorgen.

„Für Eltern mit geringen Einkommen sind die hohen Schulkosten eine echte Belastung. Es ist daher höchste Zeit, ein sozial gerechtes Schulsystem umzusetzen, das der Bildungsvererbung ein Ende bereitet“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Einkommensschwache Haushalte kämpfen mit Schulkosten

Für Eltern mit hohem Bildungsstatus und überdurchschnittlichen Einkommen stellen hohe Schulkosten kein Problem dar: Hier ist in der Regel genügend Geld vorhanden, um private Nachhilfe, Nachmittagsbetreuung oder die Teilnahme an Schulveranstaltungen zu finanzieren.

Für einkommensschwache Haushalte wird es hingegen schnell eng beim Skikurs, bei der Englisch-Sprachreise oder beim Zukauf privater Nachhilfe. Auf diese Weise wird die enorme Vererbung von Bildungschancen in Österreich manifestiert.

1.600 Euro pro Schuljahr

Laut einer Elternbefragung der Arbeiterkammer Oberösterreich fallen pro Schulkind fast 1.600 Euro pro Schuljahr an. Alleine die Schulveranstaltungen schlagen mit über 800 Euro zu Buche, gefolgt von Anschaffungskosten für Schulsachen von über 400 Euro. Wer private Nachhilfe benötigt, gibt dafür rund 700 Euro aus, und für die Nachmittagsbetreuung muss man mit durchschnittlich 800 Euro rechnen. In einkommensschwachen Familien mit Haushaltsnettoeinkommen bis 1.000 Euro machen alleine die Schulkosten schnell einmal 20 Prozent des verfügbaren Einkommens aus. 

Schulen können sparen helfen

Dass es auch anders geht, zeigen vorbildhafte Maßnahmen an Schulen, die bei der letzten Schulkostenerhebung der AK Oberösterreich von Eltern als positive Beispiele angeführt wurden: Sammeleinkäufe pro Schulklasse, die Hefte vom Vorjahr weiterverwenden, den Skikurs in Oberösterreich abhalten (Land OÖ kommt für die Liftkarte auf), günstiges Ausleihen von (Ski-)Ausrüstungen, Sporttage in der näheren Umgebung, Spezialanschaffungen gemeinsam mit den Eltern diskutieren, Beitragshöhen für das kommende Schuljahr gemeinsam festlegen, rechtzeitige Mitteilungen an die Eltern über anfallende Kosten, damit Aktionen in den Geschäften besser genutzt werden können und qualitätsvolle Alternativangebote statt Teilnahmezwang an Veranstaltungen.

„Es gibt durchaus Möglichkeiten, den Schulbesuch günstiger zu machen und den Eltern beim Sparen zu helfen. Wichtig sind jedenfalls Transparenz und Mitbestimmung der Eltern“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.    

AK fordert: Gleiche Bildungschancen für alle

Die AK Oberösterreich fordert ein sozial gerechtes Schulsystem ohne Bildungsvererbung, mehr Kostenbewusstsein in den Schulen, einen fairen Zugang zur Schulbeihilfe und eine qualitätsvolle und gebührenfreie Ganztagsschule, die private Nachhilfe und überbordenden Lerneinsatz der Eltern überflüssig macht.

„Bildungschancen dürfen nicht vom Einkommen und von der Bildung der Eltern abhängen, sondern ausschließlich von den Interessen und Begabungen der Kinder“, fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

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