10.5.2018
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Internationaler Tag der Pflege: AK fordert gesunde und faire Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte

Am 12. Mai wird international der Tag der Pflege begangen. Die anstrengende Arbeit der Pflegekräfte darf aber nicht nur an einem Tag im Jahr präsent sein. Ohne ihr enormes Engagement würde das System schon längst vor großen Problemen stehen. „Als Sofortmaßnahmen muss der Mindestpersonalschlüssel in der stationären Altenpflege zu 120 Prozent erfüllt werden und müssen je nach Größe des Hauses mindestens 2 Nachtdienste eingeteilt werden, ohne dass es dabei zu Kürzungen am Tag kommt. Auch in der mobilen Pflege und Betreuung braucht es eine entsprechende Anhebung der zur Verfügung stehenden Zeit“, fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Pflegearbeit macht Sinn

Schätzungen zufolge arbeiten in Oberösterreich mehr als 25.000 Menschen in der Pflege und Betreuung. Rund 80 Prozent davon sind Frauen. Sie arbeiten in Krankenhäusern, in der Langzeitpflege und -betreuung, in Reha-Einrichtungen, in Arztpraxen oder in der Aus- und Weiterbildung. So unterschiedlich ihre Tätigkeit im Arbeitsfeld ist, eines haben alle Pflegekräfte gemeinsam: Sie erbringen täglich Höchstleistungen zum Wohle sehr verletzlicher Gruppen, nämlich für Ältere, Kranke oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen. 73 Prozent der Pflegekräfte erleben laut Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich ihre Arbeit als sinnstiftend. In anderen Branchen sind es nur 64 Prozent. Geschätzt werden das gute Teamklima und das Miteinander.

Leistung der Beschäftigten sichtbar machen

Die Leistungen des Pflege- und Betreuungspersonals sind umfassend, aber vielfach unsichtbar. Zur pflegerischen Grundversorgung kommt die besonders wichtige Beziehungsarbeit. Große Herausforderung stellt dabei die Arbeit mit Demenzkranken dar. Geduld und Fingerspitzengefühl sind Leistungen, die viel zu wenig anerkannt und bewertet werden. Neben einer oft körperlich anstrengenden Arbeit sind der Beistand bei großen Schmerzen, die Begleitung beim Sterben oder das Trösten der Angehörigen Leistungen, die viel mehr wert sind, als dies derzeit sowohl in der Entlohnung als auch in der zur Verfügung stehenden Zeit zum Ausdruck kommt. 

Nicht selten wird in der Freizeit Arbeit geleistet, die sich im Dienst nicht mehr ausgegangen ist. Eine oft auch völlig unterschätzte Leistung ist die umfassende Dokumentation der Pflege und Betreuung. Diese garantiert aber die Qualitätssicherung und die korrekte Pflegestufe, ohne die Angehörige und Betroffene vor großen Problemen stünden.

Pflegekräfte leisten Großartiges

Sportlich betrachtet erbringen Pflegekräfte tagtäglich Spitzenleistungen: 24.000 Schritte in einem Nachtdienst – also knapp 17 Kilometer – sind keine Seltenheit. Oft betreut eine Pflegeperson im Nachtdienst alleine eine Station oder ist für mehr als 50 Bewohner/-innen im Alten- und Pflegeheim zuständig. Zeit zum Verschnaufen bleibt da selten. Einsatzkräfte in der mobilen Pflege und Betreuung legen teils mehr als 60 Kilometer pro Tag zurück, um in einem Dienst bis zu 20 Klienten/-innen zu versorgen.

Bessere Rahmenbedingungen

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer verlangt daher erneut eine Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für alle Bereiche der Pflege und Betreuung:

  • Eine höhere Bewertung der Arbeit mit Demenzkranken
  • größere Zeitkontingente für Dokumentation und Begleitung diverser Kontrollorgane
  • Ersatz von Arbeitszeiten, die durch Krankenstände, eingeschränkten Einsatz von Schwangeren oder längere Abwesenheiten wie Urlaub oder Weiterbildungen entfallen
  • verbindliche Vorgaben für den Nachtdienst sowie Zeit für die Umsetzung von Projekten wie neue Pflegekonzepte, alternsgerechtes Arbeiten und Qualitätsmanagement.
  • Dass diese Arbeit mehr wert ist, muss sich auch in einer höheren Entlohnung auswirken. 

AK-Präsident Kalliauer gibt zu bedenken: „Wenn wir die Pflege immer nur als Kostenfaktor diskutieren, sollten wir eines nicht vergessen: Wir werden selber älter und werden wahrscheinlich einmal Pflege und Betreuung brauchen. Was wir heute versäumen, fehlt bei den Voraussetzungen für eine würdevolle Pflege in der Zukunft. Es braucht langfristige Lösungen für den Gesundheits- und Sozialbereich, nicht nur schöne Worte am Tag der Pflege“, so Kalliauer

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