30.8.2017
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AK-Präsident Kalliauer: Neos sollen bei den Fakten bleiben! Das österreichische Pensionssystem steht auf soliden Beinen

Gerade jetzt im Wahlkampf werden vielfach Fehlinformationen über das österreichische Pensionssystem verbreitet. Erst kürzlich wurde von den Neos das Beispiel der Pensionsautomatik in Schweden zitiert, um das System in Österreich madig zu machen. Dabei zeigt ein Blick auf die Fakten ganz klar, dass die Pensionsautomatik des schwedischen Modells mehr oder weniger gescheitert ist. „Was die Neos hier unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit fordern, würde zu einer enormen sozialen und wirtschaftlichen Verschlechterung führen, insbesondere für jüngere Menschen“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Pensionsautomatik: soziale und wirtschaftliche Gefahr

Die Vision eines Pensionssystems ohne staatliche Zuschüsse (mittels automatischer Regulierung je nach statistischem Lebensalter) konnte in Schweden de facto nicht realisiert werden. In den letzten Jahren musste die schwedische Regierung aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen mehrmals Steuerreduktionen auf Pensionszahlungen in der Höhe von etwa 2 Milliarden Euro pro Jahr verfügen, was nichts anderes als ein Bundeszuschuss ist. Im Übrigen sind Pensionssysteme nicht eins zu eins vergleichbar und es kann nicht ein einzelnes Instrument herausgegriffen werden. Nur um einige Beispiele zu nennen:

  • Beitragssätze zur Pensionsversicherung: Schweden etwa 27 Prozent, Österreich 22,8 Prozent
  • Keine Höchstbeitragsgrundlage für Dienstgeberbeiträge (in Österreich 4.980 Euro)
  • Besserer Kündigungsschutz für ältere Dienstnehmer, daher auch höhere Beschäftigungsquoten
  • Flächendeckende Betriebspensionen (kollektivvertraglich geregelt)
  • Berechnung der Pension zum Zeitpunkt des Pensionsantritts unter Abstellen auf die durchschnittliche Lebenserwartung, was zu automatischen Pensionsreduktionen führt (und eben von der schwedischen Regierung bereits mehrmals mittels Zuschüssen verhindert werden musste)
  • Schweden verfügt über hoch dotierte öffentliche Pensionsfonds zur Gewährleistung der Finanzierbarkeit auch bei Engpässen (Österreich nicht, was jedoch zwingende Voraussetzung für ein solches System wäre)

Österreichisches Pensionssystem ist standfest

„Das österreichische Pensionssystem ist keineswegs schrottreif, sondern steht auf einer guten Basis, auch unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung“, erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. „Eine Reform, wie sie die Neos unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit fordern, würde zu einer enormen sozialen und in der Folge wirtschaftlichen Verschlechterung führen. Insbesondere jüngere Menschen würden draufzahlen, weil gerade sie von einem höheren Antrittsalter und geringerer Pensionsleistung am massivsten betroffen wären“, sagt der AK-Präsident. 

Sonder- und Luxuspensionen gehören beseitigt

Unbestritten muss die vollständige Harmonisierung der Pensionssysteme in Österreich umgesetzt werden, Sonder- und Luxuspensionen sind zu beseitigen. „Unser Pensionssystem wurde bereits mehrmals tiefgreifend und nachhaltig reformiert. Weitere Optimierungen sind nicht auszuschließen, jedoch nicht weiter zu Lasten der ASVG-Versicherten“, fordert Kalliauer.

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