16.5.2017
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AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: Eine kleine Gruppe von Unternehmern stiehlt sich aus jeglicher Verantwortung

Bei seiner heutigen Rede zur Vollversammlung der AK Oberösterreich zeigte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer einen krassen Widerspruch auf: Einerseits entwickelt sich die Wirtschaft positiv, die großen Konzerne vermelden laufend Rekordgewinne. Andererseits jammern dieselben Unternehmen über den abgesandelten Standort sowie unflexible und viel zu teure Mitarbeiter/-innen. „Die Beschäftigten sind in deren Augen nur ein Kostenfaktor, der der Gewinnmaximierung im Weg steht“, kritisiert der AK-Präsident und sagt: „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die wahren Leistungsträger in unserer Gesellschaft. Das muss endlich honoriert werden!“

Arbeitnehmer/-innen leisten Großartiges

Die oberösterreichischen Arbeitnehmer/-innen erbringen herausragende Leistungen, ohne die alles still stehen würde: Fast eine Milliarde Arbeitsstunden, 37,6 Millionen Überstunden, 20 Prozent davon unbezahlt, 60 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit, häusliche Pflege und Sorgearbeit – unsere Gesellschaft ist überwiegend auf die Leistungen der Beschäftigten aufgebaut.

Arbeitnehmer/-innen sind fleißige Steuerzahler

Sie sind auch der mit Abstand größte Steuerzahler: 2015 haben die oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer rund 3,4 Milliarden Euro an Lohnsteuer und rund 3,6 Milliarden Euro an Sozialversicherungsbeiträgen geleistet. Berücksichtigt man auch die Konsumsteuern, tragen die Beschäftigten in unserem Bundesland wesentlich mehr zur Finanzierung der staatlichen Leistungen bei, als die Gewinnsteuern aller Unternehmen in ganz Österreich ausmachen. „Darum ist es nicht verwunderlich, wenn viele das Gefühl haben, die Großen können es sich richten und den Beschäftigten bleibt immer weniger“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Warum bezeichnet man Österreich als abgesandelt?

Die Beschäftigten bereiten mit ihrer Leistung den Boden für die positive wirtschaftliche Entwicklung und die damit verbundene Trendwende auf dem Arbeitsmarkt auf. „Damit sollte eigentlich jenen, die über den abgesandelten Standort jammern und Österreich als Bananenrepublik bezeichnen, der Stoff für ihr Gejammere ausgehen“, sagt der AK-Präsident. Dennoch propagieren führende Unternehmer und Wirtschaftsvertreter tagtäglich, wie teuer und unflexibel die Beschäftigten sind. „Damit wollen sie die Menschen bewusst verunsichern und ihnen einreden, dass für sie nicht mehr drinnen ist“, sagt Kalliauer. 

Rekordgewinne belegen Leistungsfähigkeit

Gleichzeitig werden permanent Rekordgewinne vermeldet und es wird Druck auf die Beschäftigten ausgeübt - in Form von Lohnzurückhaltung und längeren, flexibleren Arbeitszeiten. Die Gewinnentnahmen steigen doppelt so schnell wie die Personalkosten. Die großen Konzerne investieren im Durchschnitt 2000 Euro pro Mitarbeiter/-in, gleichzeitig werden rund 60.000 Euro pro Beschäftigtem an die Eigentümer ausgeschüttet.

Eine kleine Gruppe hält sich nicht an Regeln

„Und eine kleine, aber hartnäckige Gruppe hält sich an gar keine Spielregeln, stiehlt sich aus jeglicher Verantwortung“, sagt Kalliauer und verweist auf die Bilanz 2016 der AK Oberösterreich: Die Experten/-innen der AK haben mehr als 300.000 Beratungen geführt und 77 Millionen Euro erkämpft. „Eigentlich müsste es ein gemeinsames Anliegen der Sozialpartner sein, gegen diese Unternehmen vorzugehen. Denn sie schaden nicht nur den Beschäftigten, sondern auch den vielen kleinen und mittleren Firmen“, erklärt der AK-Präsident.

Fotos in Druckqualität

Die Fotos können honorarfrei veröffentlicht werden, wenn das Copyright "AK Oberösterreich" angeführt wird.

AK-Präsident Johann Kalliauer © Kurt Neulinger, AK Oberösterreich


AK-Präsident Johann Kalliauer © Kurt Neulinger, AK Oberösterreich

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