27.4.2017
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AK-Wassertest: Noch immer hohe Nitratwerte in Hausbrunnen - Kalliauer fordert Änderungen in der Landwirtschaft

Die Ergebnisse des heurigen AK-Trinkwassertests liefern ein aktuelles Bild über die Grundwässer in den oberösterreichischen Hausbrunnen - und sind erschreckend: 14 Prozent von 543 getesteten Proben wiesen Nitrat-Werte über dem zulässigen Höchstwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) auf. Hohe Nitrat-Belastungen können Klein- und Kleinstkinder gefährden und im Extremfall zu Blausucht führen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Nach wie vor ist das lebenswichtige Grundwasser in weiten Teilen des Landes verunreinigt. Es muss sich endlich bei der Förderung der Landwirtschaft etwas ändern, um Gewässerverunreinigungen zu verringern und weiteren vorzubeugen.“

Die Nitrat-Tests wurden vom Konsumentenschutz der AK Oberösterreich im März für interessierte Konsumenten/-innen - besonders in den stark belasteten Bezirken Eferding und Perg - durchgeführt. Von 543 abgegebenen Proben wiesen 77 Proben Nitrat-Werte über dem zulässigen Höchst-Wert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) auf. Zehn davon lagen über 100 mg/l, zwei davon wiederum über 200 mg/l. Extremwerte wurden in Eferding (eine Probe mit 221 mg/l) und in Pupping (eine Probe mit 212 mg/l) gemessen.

Kleinkinder: Vorsicht  ist anzuraten

Es ist davon abzuraten, Wasser mit zu hohen Nitratwerten zu trinken. Sehr hohe Nitratkonzentrationen können im Körper zu Nitrit umgewandelt werden und den Sauerstoffgehalt im Blut beeinträchtigen, was wiederum zur sogenannten „Blausucht“ führen kann. Besonders Klein- und Kleinstkinder sind bei entsprechenden Belastungen durch Nitrat gefährdet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt für die Zubereitung von Säuglingsnahrung den Wert von 10 mg/l möglichst nicht zu überschreiten. Ein Abkochen des Wassers hilft zwar bei bakteriellen Verunreinigungen, verschlimmert die Situation jedoch beim Nitratgehalt, weil durch die Verdunstung beim Abkochen die Konzentration steigt.

Warum ist noch immer so viel Nitrat in den Brunnen?

20 Prozent der Oberösterreicher/-innen beziehen ihr Trinkwasser aus Hausbrunnen. 2016 lagen 9,3 Prozent der damals überprüften 278 Proben über dem zulässigen Wert von 50 mg/l. Heuer hat sich der Wert auf  14,18 Prozent gesteigert.

Die flächenhafte Belastung des Grundwassers mit Nitrat stammt aus der Überdüngung in der Landwirtschaft. Das ist auch den Berichten des Landwirtschaftsministeriums zu entnehmen. Einer der Gründe für den Anstieg heuer könnten die eher geringen Regenfälle im Untersuchungszeiteraum sein. Aus dem „Grünen Bericht 2014“ ergibt sich außerdem ein Biobetriebe-Anteil in Oberösterreich von lediglich 10,7 Prozent. Dieser im österreichweiten Vergleich geringe Anteil wird in den Bezirken mit hohen Nitratbelastungen sogar noch weit unterschritten.

AK fordert wirksamen Schutz des Grundwassers

Auch der Rechnungshof hatte zuletzt kritisiert, dass Förderungen für die Landwirtschaft zu wenig zielgerichtet erfolgen. Durch eine verstärkte Förderung biologischer Landwirtschaften und grundwasserschonender Anbaumethoden könnten Grundwasserverunreinigungen reduziert werden. Momentan wird das Aktionsprogramm Nitrat (EU-Richtlinienvorgabe) im vorgesehenen Vierjahresintervall überarbeitet, um Gewässerverunreinigungen zu verringern und weiteren Gewässerverunreinigungen vorzubeugen. Das wäre eine gute Gelegenheit, um wirksame Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers, der Hausbrunnen und letztlich der Bevölkerung vorzusehen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert daher: „Wir brauchen endlich eine zielgerichtetere Förderung der Landwirtschaft, damit die Nitratbelastungen des des Grundwassers endlich zurückgehen.“

Hausbrunnenbesitzer sollten regelmäßig kontrollieren

Während öffentliche Wasserversorgungsunternehmen die von der Trinkwasserverordnung vorgegebenen Wasserwerte laufend kontrollieren und einhalten müssen, wissen leider nicht alle Brunnenwasser-Bezieher/-innen über den Zustand ihres Trinkwassers Bescheid. Der AK-Konsumentenschutz empfiehlt daher allen Hausbrunnenbesitzern/-innen Trinkwasseranalysen durch ein Labor durchführen zu lassen.

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