19.4.2017
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Der Arbeitsklima Index zeigt: Immer weniger Arbeitnehmer können von ihrem Einkommen leben

Rund 422.000 Beschäftigte in Österreich verdienen weniger als 1.700 Euro brutto im Monat. Drei Viertel der Bezieher/-innen von Niedrigeinkommen sagen, dass sie nur knapp oder gar nicht mit dem Geld auskommen. 8 von 10 nehmen an, dass ihre spätere Pension knapp oder gar nicht ausreichen wird. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich. Diese beschäftigt sich auch mit der Situation von Kraftfahrern/-innen und liefert eine Analyse der Arbeitszufriedenheit im Bundesländervergleich.

Niedriglöhne für Frauen und Hilfskräfte

In den vergangenen 3 Jahren verdienten konstant zwischen 13 und 15 Prozent der Vollzeitbeschäftigten weniger als 1.300 Euro netto pro Monat. Das betrifft vor allem Frauen, Junge und Personen mit maximal Pflichtschulabschluss, insbesondere in der Textilbranche und im Einzelhandel. Zwei Drittel der Beschäftigten, die weniger als 1.300 Euro netto pro Monat verdienen, kommen nur knapp mit dem Einkommen aus, für 11 Prozent reicht es gar nicht aus. 8 von 10 glauben, später nicht oder nur knapp von der Pension leben zu können. Dementsprechend liegt die Arbeitszufriedenheit von Niedriglohnempfängern/-innen nur bei 101 Punkten – um 6 Punkte unter dem Durchschnitt.

Leistung der Arbeitnehmer/-innen honorieren

"Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die wahren Leistungsträger in unserer Gesellschaft. Das muss endlich honoriert werden“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und bekräftigt damit die AK-Forderung nach einer raschen und flächendeckenden Anhebung des kollektivvertraglichen Mindestlohns auf 1.700 Euro brutto pro Monat.

Kraftfahrer: kein Honiglecken

Näher betrachtet wurde diesmal auch die Situation der Kraftfahrer. Ihre Arbeitszufriedenheit liegt um 10 Indexpunkte unter dem Durchschnitt aller Berufsgruppen. Nur Bauarbeiter/-innen, Textilarbeiter/-innen und Reinigungskräfte sind noch unzufriedener. Während in allen anderen Berufen durchschnittlich 38,5 Stunden pro Woche gearbeitet wird, kommen Kraftfahrer im Schnitt auf 46 Stunden. Mehr als ein Drittel macht häufig Überstunden.

Die psychische und physische Belastung von Kraftfahrern ist deutlich höher als in anderen Berufen. Kein Wunder, dass 6 von 10 glauben, nicht bis zur Pension durchzuhalten. Am meisten belastet sind die Kraftfahrer durch hohe Verantwortung, andauernde Konzentration und Zeitdruck. Dazu kommen Einsamkeit und soziale Isolation, Unfall- und Verletzungsgefahr, Witterung oder Lärm. Vom Sitzen und Lenken sind bei fast 70 Prozent die Muskeln im Nacken- und Schulterbereich verspannt. 60 Prozent klagen über Rückenschmerzen.

Kärntner und Steirer sind zufriedener

Ein Blick auf die Arbeitszufriedenheit in den einzelnen Bundesländern zeigt, dass die Beschäftigten in den südlichen Bundesländern Kärnten (113 Indexpunkte) und Steiermark (111) am zufriedensten und jene in Salzburg (101) und Wien (102) am unzufriedensten sind. Die Steirer/-innen schätzen ihre eigene gesellschaftliche Position und die wirtschaftliche Zukunft optimistisch ein, die Kärntner/-innen sehen die Arbeitsbedingungen und die persönliche Zukunft positiv.

Gestresste Wiener, lockere Steirer

Während die Beschäftigten in der Steiermark und in Kärnten mit der Arbeitszeit, dem Einkommen und der konkreten Art und dem Inhalt ihrer Tätigkeit am zufriedensten sind, fällt hier Salzburg gegenüber allen anderen Bundesländern ab. Auffällig sind auch die Unterschiede im Stressempfinden: Während in Kärnten und der Steiermark nur 17 beziehungsweise 21 Prozent der Beschäftigten unter psychischem Stress leiden, sind es in Wien 36 Prozent. In der Bundeshauptstadt ist auch der Anteil jener Personen am höchsten, die unter physischem Stress leiden.

Weitere Informationen

zum Österreichischen Arbeitsklima Index, der von den Instituten SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima


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