8.3.2017
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AK-Kritik an den Vorgängen bei Nestlé: Zuerst werden die Beschäftigten ausgepresst – und dann einfach weggeworfen

Die geplante Schließung des Nestlé-Werkes in Linz erinnert an die Vorgänge in Steyrermühl: Zuerst die von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erwirtschafteten hohen Gewinne an die ausländischen Mutterunternehmen ausschütten und dann die Beschäftigten in Österreich abbauen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer übt scharfe Kritik: „Ein Unternehmen, das Gewinne schreibt, weil die Beschäftigten hoch produktiv sind, einfach zu schließen, ist in hohem Maße unverantwortlich und menschenverachtend.“

Sattes Plus beim Jahresüberschuss

Das Betriebsergebnis (= Ergebnis aus dem eigenen laufenden Geschäft vor Finanzergebnis und Steuern) der Nestlé Österreich GmbH konnte von 2014 (minus 1,2 Millionen Euro) auf 2015 (plus 2,99 Millionen Euro) um 345 Prozent gesteigert werden. Der Jahresüberschuss erhöhte sich im selben Zeitraum von 4,8 auf 6,1 Millionen Euro – ein Plus von 26 Prozent.

500 Euro von gut 4 Millionen blieben im Unternehmen

Für das Jahr 2015 wurde insgesamt ein Bilanzgewinn in Höhe von 4,761.509,94 Euro ausgewiesen. Aus diesem Bilanzgewinn „genehmigten“ sich die Schweizer Eigentümer/-innen mit Beschluss vom 20. Juli 2016 eine Dividende in Höhe von 4,761.000 Euro. Die restlichen 509,94 Euro wurden im Unternehmen belassen.

Zynismus auf Kosten der Beschäftigten!

„Dieser Zynismus auf Kosten der Beschäftigten zeigt exemplarisch einen bedenklichen Trend auf: Statt das erwirtschaftete Geld in den Bestand der Unternehmen und die Sicherung der Arbeitsplätze zu investieren, wird es in hohem Ausmaß an die Eigentümer ausgeschüttet“, sagt der AK-Präsident. Wie schon vor wenigen Monaten in Steyrermühl wurden zuerst die hohen Gewinne an das Mutterunternehmen ausgeschüttet und dann die Beschäftigten in Österreich abgebaut.

Als Dank für satte Gewinne nun vor die Türe gesetzt

Das ist umso unverständlicher, als die Beschäftigten hoch produktiv waren: Die Pro-Kopf-Wertschöpfung (= Pro-Kopf-Produktivität) erhöhte sich von 2014 auf 2015 um 6,7 Prozent auf 76.417 Euro. Gleichzeitig ging der Pro-Kopf-Personalaufwand um 6,4 Prozent auf 65.632 Euro zurück. „Die Beschäftigten haben den Eigentümern satte Gewinne beschert und jetzt werden sie vor die Tür gesetzt. Das ist menschenverachtend“, sagt Kalliauer.

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