11.8.2017
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Wer viel leistet, muss sich auch in Ruhe auskurieren können – AK fordert Kündigungsschutz im Krankenstand

Durchschnittlich 13,3 Kalendertage waren die bei der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse versicherten Beschäftigen im Jahr 2016 krankgeschrieben. Das entspricht etwa 9,5 Arbeitstagen. Die Krankenstände bewegen sich damit auf konstant niedrigem Niveau. Doch es gibt große Branchenunterschiede.

Mit nur 9,1 Krankenstandstagen bleiben die Beschäftigten von Banken und Versicherungen besonders selten krankheitsbedingt daheim, längere Krankenstände weisen vor allem die Beschäftigen am Bau (14,1 Tage) und jene in Exekutive und Verwaltung (17 Tage) auf.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert in diesem Zusammenhang neuerlich einen Kündigungsschutz im Krankenstand: „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisten in allen Branchen viel. Da wäre es nur fair, dass sie sich in Ruhe und ohne Angst um den Job auskurieren können.“

Arbeitsbedingungen beeinflussen Krankenstände

Unterschiede gibt es auch zwischen Arbeitern/-innen und Angestellten. Arbeiter/-innen waren 2016 im Durchschnitt 16,5 Kalendertage krankgeschrieben, Angestellte 10,5 Tage. Das Um und Auf sind jedenfalls die Arbeitsbedingungen. Genug Personal, etwa im Gesundheits- und Sozialwesen, realistische Arbeitszeitvorgaben am Bau und technische Hilfsmittel wie moderne Hebemittel können viel zur Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beitragen.

Doppelt so viele psychische Erkrankungen

Am längsten dauern übrigens Krankenstände wegen psychischer Erkrankungen. Ein Krankenstand wegen einer psychischen Erkrankung dauert im Schnitt 35,8 Kalendertage. Zum Vergleich: Ein Krankenstand wegen eines grippalen Infekts dauert im Schnitt 4,7 Tage. Mehr als 10 Prozent der Krankenstandstage in Oberösterreich entfallen bereits auf psychische Erkrankungen, die Zahl der Fälle hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Psyche der Arbeitnehmer darf nicht überstrapaziert werden

Arbeitsverdichtung und die verschwimmenden Grenzen zwischen Beruf und Freizeit sind besorgniserregende Phänomene der modernen Arbeitswelt, die das Entstehen psychischer Krankheiten begünstigen. „Ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Psyche wird immer wichtiger. Das rechnet sich auch für die Betriebe, weil lange Ausfälle verhindert werden“, sagt dazu AK-Präsident Kalliauer.

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