3.8.2018
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Arbeitsklima Index: Beschäftigte in der oberösterreichischen Industrie sehen die wirtschaftliche und betriebliche Zukunft positiv

Fast 245.000 Beschäftigte beziehungsweise ein Drittel aller Arbeitnehmer/-innen arbeiten in Oberösterreich in der Industrie. Bundesweit sind es nur 25 Prozent. Ihre Arbeitszufriedenheit ist während der Wirtschaftskrise dramatisch eingebrochen, hat sich aber seither überdurchschnittlich positiv entwickelt. Heute sind die oberösterreichischen Industriebeschäftigten zufriedener mit dem Einkommen und sehen die wirtschaftliche Entwicklung und die Zukunft des eigenen Betriebs positiver als die anderen Beschäftigten in Oberösterreich und Österreich. Aber: Lange Arbeitszeiten führen zu psychischen und körperlichen Belastungen.

Krise scheint fast vergessen

7 von 8 Industriebeschäftigten sind Arbeiter/-innen – fast alle von ihnen haben eine Lehre oder Fachschule abgeschlossen. Ihre Arbeitszufriedenheit ist in den Jahren der Wirtschaftskrise dramatisch eingebrochen: Lag ihr Arbeitsklima Index 2007 und 2008 noch bei 114 Punkten, so fiel er binnen 2 Jahren auf den absoluten Tiefststand von 101 Punkten. Seither hat er sich wieder erholt und Ende letzten Jahres beinahe wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Zudem sind die oberösterreichischen Industriebeschäftigten zufriedener mit ihrer Arbeit und ihrem Leben als die anderen Beschäftigten in Oberösterreich und Österreich.

Grafik: Viel Zuversicht bei den OÖ. Industriebeschäftigten © -, AK Oberösterreich

Hohe Motivation und Identfikation

Die oberösterreichischen Industriebeschäftigten sehen die wirtschaftliche und betriebliche Zukunft positiver als andere Beschäftigte. Aus der höheren Zufriedenheit resultiert, dass fast die Hälfte (48 Prozent) wieder im selben Betrieb anfangen würde - im Durchschnitt aller Branchen sagen das landesweit 44 Prozent und bundesweit nur 37 Prozent. Das hat zum Teil auch mit der hohen Motivation und Identifikation mit der eigenen Tätigkeit zu tun: Mehr als 80 Prozent schätzen an ihrer Tätigkeit, dass sie herausfordernd und anregend ist. Drei Viertel finden es wichtig, dass sie in der Arbeit immer wieder Neues lernen.

Überstunden und Mehrarbeit

Aber es gibt auch kritische Beobachtungen in der aktuellen Sonderauswertung des Arbeitsklima Index: Die vollzeitbeschäftigten oberösterreichischen Industriebeschäftigten arbeiten mehr als 42 Stunden pro Woche - um 4 Stunden mehr als vertraglich vereinbart. Überstunden und Mehrarbeitsstunden stehen bei ihnen also an der Tagesordnung. Außerdem leiden sie stärker als andere Berufsgruppen unter körperlichen Belastungen im Arbeitsalltag.

Grafik: Körperliche Belastungen von OÖ. Industriebschäftigten  © -, AK Oberösterreich


Und auch die psychischen Belastungen (Erschöpfung, Depression, Gereiztheit, Sinnleere und die Unfähigkeit abzuschalten) sind höher als im Durchschnitt aller Beschäftigten in ganz Österreich.

Grafik: Psychische  Belastungen von OÖ. Industriebschäftigten  © -, AK Oberösterreich

Gute Vorzeichen für KV-Verhandlungen

„Die Beschäftigten in der oberösterreichischen Industrie leisten wirklich viel. Sie haben es nicht verdient, dass ihre Bosse vielfach über den abgesandelten Standort jammern. Unsere aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index zeigt das eindrucksvoll. Auf der Basis dieser Ergebnisse erwarte ich mir kräftige Lohn- und Gehaltserhöhungen bei den KV-Verhandlungen im Herbst“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

      Facebook-Funktion aktivieren

      Drucken
      Zu Merkzettel hinzufügen
      TeilenZu Merkzettel hinzufügen

      Verwandte Links

      Zum Seitenanfang
      Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
      Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
      OK