12.9.2017
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Wirtschaftsentwicklung gute Basis für kräftige Lohnerhöhungen AK-Kalliauer: „Die Beschäftigten haben es verdient!“

Die mittleren Löhne und Gehälter sind in den letzten beiden Jahrzehnten real und netto gesunken. Das hat vor allem mit der Zunahme atypischer und instabiler Beschäftigungsverhältnisse zu tun. Besserverdienende und durchgängig Beschäftigte konnten Einkommenszuwächse verzeichnen. Die von Arbeiterkammer und Gewerkschaft durchgesetzte Lohnsteuerreform brachte 2016 sogar ein durchschnittliches Kaufkraft-Plus von 3 Prozent. Jetzt geht es mit der Wirtschaft bergauf, die Konjunkturprognosen für 2017 wurden neuerlich nach oben korrigiert. „Die Zeit ist reif für eine kräftige Erhöhung der Löhne und Gehälter“, fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

In den vergangenen 40 Jahren ist die Lohnquote - also der Anteil der Arbeitnehmerentgelte (brutto, inklusive Arbeitgeber-Sozialversicherungsausgaben) am in Österreich erarbeiteten Volkseinkommen von rund 75 Prozent auf rund 70 Prozent gesunken. Das ist keine Kleinigkeit. Ein Prozentpunkt mehr oder weniger Lohnquote entsprach 2016 rund 2,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die kleine Gruppe der Aktionärinnen und Aktionäre von 20 an der Wiener Börse notierten Top-Unternehmen ließ sich im Geschäftsjahr 2016 Gewinne in Höhe von 2,3 Milliarden Euro ausschütten - um 30 Prozent mehr als 2015.

Produktivität wächst doppelt so schnell wie Lohnkosten 

Die Produktivität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist in den letzten 2 Jahrzehnten doppelt so schnell gewachsen wie die Lohnkosten.

Einkommen immer ungleicher verteilt

Die Einkommensungleichheit wächst. Vorstandsvorsitzende von österreichischen Börseunternehmen bekamen im Jahr 2016 ein durchschnittliches Jahresgehalt von 1,6 Millionen Euro, das entspricht 114.000 Euro im Monat (14mal). Ein durchschnittlicher ganzjährig vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer müsste 33 Jahre lang arbeiten, um 1,6 Millionen zu verdienen. Die meisten sind selbst vom Erreichen der Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung, die 4860 Euro im Jahr 2016 betrug, meilenweit entfernt. In Oberösterreich verdienten nur 8,5 Prozent der Männer und 1,5 Prozent der Frauen darüber. 

Das mittlere Einkommen der oberösterreichischen Arbeitnehmer/-innen (Median = die Hälfte bekommt mehr bzw. weniger) betrug 2016 genau 2224 Euro brutto, das sind um 1,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Netto ist der Anstieg wegen der Lohnsteuerreform höher.

Auch hier zeigt sich wieder der sogenannte „Gender Pay Gap“ ganz deutlich: Das Median-Einkommen der Männer betrug 2648 Euro, jenes der Frauen nur 1624 Euro - das ist um 39 Prozent weniger.

Beschäftigte haben mehr verdient!

Das wichtigste Argument für kräftige Lohnerhöhungen aber sind die Leistungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. So haben die österreichischen Beschäftigten im Jahr 2016 insgesamt fast 7 Milliarden Erwerbsarbeitsstunden geleistet, darunter mehr als eine Viertelmilliarde Überstunden . Ein Fünftel davon - rund 50 Millionen Überstunden - wurde nicht abgegolten, weder in Geld noch in Zeit. Käme die von der Industrie geforderte Arbeitszeitflexibilisierung (Stichwort 12-Stunden-Tag), würden die Beschäftigten durch den Wegfall von Überstundenzuschlägen rund 2 Milliarden Euro verlieren. „Wir wollen genau das Gegenteil - höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten“, stellt AK-Präsident Kalliauer klar.

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