17.11.2017
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Ganztagsschule: Oberösterreich hinkt hinterher

Viele berufstätige Eltern wünschen sich ein bedarfsgerechtes schulisches Angebot für ihre Kinder, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Außerdem schätzen Eltern die sinnvolle und abwechslungsreiche Freizeitgestaltung durch qualifizierte Pädagogen/-innen, die individuelle Förderung, die Unterstützung bei der Hausübung und dass ihre Kinder Zeit mit Gleichaltrigen verbringen können.

Nach wie vor gibt es aber in Oberösterreich kein flächendeckendes Angebot an qualitätsvollen Ganztagschulen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert einmal mehr: „Der rasche Ausbau muss endlich umgesetzt werden, zumal seit dem heurigen Schuljahr bis 2025 vom Bund 750 Millionen Euro für Infrastruktur und Betreuung zur Verfügung gestellt werden. Von der künftigen Bundesregierung erwarte ich, dass dieses Geld nun tatsächlich dafür eingesetzt wird.“

Ganztagsschule ohne schlechtes Gewissen

Bei der Veranstaltung „Speed Dating - Ganztagsschulen in Oberösterreich“ in der Arbeiterkammer Linz diskutierten vergangene Woche Vertreter/-innen des Bildungsministeriums, aus Gemeinden und von Schulen über Umsetzungsmöglichkeiten und Chancen der Ausweitung der Ganztagsschulen. „Nur wenn mein Kind gut aufgehoben ist und seinem Alter entsprechend gefördert wird, habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich wieder arbeiten gehe“, so eine interessierte Mutter. Dass „alles zusammenspielen muss - Eltern, Gemeinde, Schule“ - betonte eine Gemeindevertreterin, und eine Volksschulleiterin meinte, „ein motiviertes Team von Pädagoginnen und Pädagogen und gute Räumlichkeiten sind das A und O einer gelingenden Ganztagsschule“.  

Vorteile für Schüler, Eltern und Lehrer

Gerade die „echte“ - also die verschränkte - Ganztagsschule bietet den Vorteil, dass sich  Lern- und Freizeitphasen über den Tag verteilt abwechseln, besser aufeinander abgestimmt sind und ein ganzheitliches Angebot durch eine enge Teamarbeit von schulischem und außerschulischem Personal besser gelingen kann. Entsprechende Angebote sind an oberösterreichischen Schulen aber nach wie vor knapp. Mit zwei Prozent „echter“ Ganztagsschulen im Pflichtschulbereich besteht in Oberösterreich noch großer Ausbaubedarf. 

Wenn man zu den „echten“ Ganztagsschulen die Halbtagsschulen mit getrennter Nachmit-tagsbetreuung (Volksschule, NMS und AHS-Unterstufe) dazuzählt, liegt Oberösterreich mit einer Betreuungsquote von 14 Prozent aller 6- bis 14-Jährigen deutlich unter dem Bundesschnitt von 22 Prozent. Zwar verfügt Oberösterreich über ein gut ausgebautes, qualitätsvolles Hortwesen, aber auch wenn dieses in der Statistik berücksichtigt wird, liegt die Betreuungsquote von knapp 24 Prozent aller 6- bis 14-Jährigen unter dem Bundesdurchschnitt (Betreuungsquote von 30 Prozent).

Geld ist da, Landesregierung tut zu wenig

„Im Rahmen einer Bund-Länder-Vereinbarung stünden bereits seit Jahren finanzielle Mittel für den Ausbau der ganztägigen Schulformen zur Verfügung. Ich verstehe nicht, warum in Oberösterreich trotzdem in den letzten Jahren so wenig Ausbau erfolgte“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. „Umso wichtiger ist es daher, Eltern und Gemeinden besser über die verschiedenen Ganztagsschulformen zu informieren und neben den Kosten vor allem die Qualität stärker zu erörtern.“ Von der künftigen Bundesregierung fordert der AK-Präsident, die Gesetzesvereinbarung aus dem Jahr 2016, wonach bis 2025 insgesamt 750 Millionen Euro für den Ausbau von Ganztagsschulen fließen sollen, einzuhalten.

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