7.7.2017
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AK-Führungskräfte Monitor: Trotz hoher Anforderungen sind Chefs zufriedener als ihre Mitarbeiter

Rund 400.000 Personen oder 11 Prozent aller Beschäftigten bekleiden Führungspositionen. Das zeigt die aktuelle Auswertung des Österreichischen Führungskräfte Monitors. Führungskräfte arbeiten viel und lange, leiden unter Zeit- und Arbeitsdruck und tun sich schwer, manchmal auch harte Entscheidungen treffen zu müssen. Und dennoch sind sie trotz hoher Anforderungen zufriedener als ihre Mitarbeiter/-innen.

Mehr Frauen und Migranten in Chefposition

  • Führungspositionen werden zwar immer noch zu fast zwei Dritteln von Männern ausgeübt, allerdings ist der Frauenanteil in zuletzt gestiegen.

  • Auch der Anteil an jüngeren Führungskräften steigt: Mittlerweile ist schon fast ein Drittel jünger als 36 Jahre. 

  • Auffällig ist auch, dass sich der Anteil an Führungskräften mit Migrationshintergrund in den vergangenen 3 Jahren fast verdoppelt hat.

Chefetage oder Familie?

Führungskräfte arbeiten viel und lange. Mehr als die Hälfte klagt über Zeitdruck. 44 Prozent erleben ständigen Arbeitsdruck ohne Zeit zum Verschnaufen. Fast 80 Prozent machen zumindest gelegentlich Überstunden. „Sie sind in hohem Ausmaß durch lange Arbeitszeiten belastet, die oftmals nur schwer mit privaten Verpflichtungen, wie etwa der Kinderbetreuung, vereinbar sind. Das versperrt insbesondere Frauen oftmals den Weg in die Führungsetagen“, erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Mehr als die Hälfte der Führungskräfte tut sich schwer damit, manchmal harte Entscheidungen treffen zu müssen. Weitere Herausforderungen sind das Erfüllen der Vorgaben von Ei-gentümern oder Vorgesetzten, die Verantwortung für Umsatz und Gewinn, gesundheitlich durch die Arbeit nicht beeinträchtigt zu werden, persönlichen Angriffen ausgesetzt zu sein und die Mitarbeiter/-innen zu motivieren.

Führungsposition: Vorteile überwiegen

Trotz der hohen Anforderungen und Belastungen im Beruf erzielen Führungskräfte einen Arbeitsklima Index von 112 Punkten, um 5 Punkte über dem Durchschnittswert sämtlicher Beschäftigter. Sie haben eine deutlich höhere Einkommenszufriedenheit im Vergleich zu sonstigen Beschäftigten, bewerten die eigenen Karrierechancen positiver und sind mit dem eigenen gesellschaftlichen Status zufriedener. Aber auch von betrieblichen Sozialleistungen profitieren Führungskräfte häufiger. 

„All diese positiven Aspekte fallen stärker ins Gewicht als die hohen Anforderungen in der Arbeit“, sagt Kalliauer. Allerdings: Bei weiblichen Führungskräften und Chefs mit Migrationshintergrund geht die Leitungsfunktion nicht mit einer höheren Arbeitszufriedenheit einher.

Arbeitnehmer sind mit Führung großteils zufrieden

Und wie geht es eigentlich den Beschäftigten mit ihren Chefinnen und Chefs? 7 von 10 österreichischen Arbeitnehmern/-innen sind mit dem Führungsstil ihrer Vorgesetzten zufrieden. Dieser Anteil ist seit der Jahrtausendwende unverändert geblieben.

Am zufriedensten mit dem Führungsstil sind Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen, in der öffentlichen Verwaltung, im Tourismus und im Unterrichtswesen. Unzufriedener sind Arbeitnehmer/-innen in der Privatwirtschaft, vor allem im unternehmensnahen Dienstleistungsbereich und im Bauwesen

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