18.6.2018
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Alarmierende Zahlen zu Lohn- und Überstundenraub: Heuer schon mehr als 5.100 Beratungsfälle in der AK

Von Jahresbeginn bis Mitte Juni gab es in der AK Oberösterreich bereits 5.124 Beratungen zu den Themen Entgelt, Endabrechnungsdifferenzen sowie Mehrarbeits- und Überstundenentgelt. Vielfach zahlten die Firmen Lohn, Gehalt und auch Überstunden nicht korrekt. Ein aktuelles Beispiel: Eine Firma mit Sitz im Bezirk Linz-Land meldete einen Kraftfahrer für 3 Tage pro Woche mit jeweils 5 Stunden an. Tatsächlich musste der Mann an vielen Tagen zwischen zwölf und 14 Stunden arbeiten. Nach 2 Monaten waren 3.100 Euro an Lohn und Überstunden offen. Nur durch Klage der AK kam er zu seinem Geld.

Verlust von mehreren Monatslöhnen

Dass etwas bei der Endabrechnung (nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses) nicht stimmt oder im laufenden Arbeitsverhältnis Entgelt nicht korrekt ausbezahlt wird, ist 

nach wie vor keine Seltenheit – das zeigen die aktuellsten Zahlen aus der AK-Beratung: Seit Beginn des Jahres 2018 wandten sich 5.124 Arbeitnehmer/-innen deswegen an die Rechtsschützer/-innen der AK Oberösterreich. In vielen Fällen ging es dabei auch um unbezahlte Mehrarbeits- und Überstunden. Allein durch Mehrarbeits- und Überstundenraub entgingen den Oberösterreichischen Arbeitnehmern/-innen im vergangenen Jahr 150 Millionen Euro, pro betroffener Person rund 9.800 Euro.

Gesetzesbruch als Normalität?

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer dazu: „Unsere Beratungsstatistik zeigt recht eindrucksvoll: Es ist leider zur Normalität für manche Firmen geworden, Überstunden einfach nicht zu bezahlen. Von den Beschäftigten wird zunehmend verlangt, noch mehr und noch länger zu arbeiten – oft auch länger als erlaubt oder noch gesund ist. Und dann wird diese Arbeit nicht einmal bezahlt oder in Form von Zeitausgleich mit dem entsprechenden Zuschlag für Mehrarbeits- und Überstunden abgegolten. Das ist Lohnraub und eine Respektlosigkeit vor den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in unserem Land enorme Leistungen erbringen.“

LKW-Fahrer um 3100 Euro geprellt

Einem LKW-Fahrer aus Linz verhalf die AK mit einer Klage zu seinem offenen Lohn. Ursprünglich für 3 Tage pro Woche zu je 5 Stunden am Tag angemeldet, arbeitete er 2 Monate lang bis zu 14 Stunden am Tag. Die AK intervenierte bei der Firma, forderte die offenen 3.100 Euro ein – erfolglos. Die AK brachte Klage ein, während des Verfahrens meldete die Firma Insolvenz an. Nach 5 Monaten bekam der LKW-Fahrer seine offenen Überstunden und anderen Lohnbestandteile aus dem Insolvenzfonds.

Bis zum Umfallen arbeiten

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Es gibt leider Firmen, in denen die Beschäftigten beinahe bis zum Umfallen arbeiten müssen, ohne dafür ordnungsgemäß bezahlt zu werden. Die Bundesregierung muss diesem Lohnraub endlich ein Ende bereiten!“ Die AK fordert unter anderem einen Strafzuschlag von 100 Prozent für unbezahlte Über- und Mehrarbeitsstunden als vorbeugende Maßnahme. „Einige Firmen scheinen ohne Sanktionen wie diese nicht zu verstehen, dass Lohnraub kein Kavaliersdelikt ist“, so Kalliauer.   

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