4.7.2017
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Rekordarbeitslosigkeit bei den Über-50-Jährigen: AK fordert Strafen für Betriebe, die keine Älteren beschäftigen

Arbeitslose über 50 haben kaum mehr Chancen auf einen Job. Fast 100.000 sind es derzeit österreichweit. Sie werden aufgrund ihres Alters diskriminiert und nicht einmal mehr zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. AK-Präsident  Kalliauer fordert ein wirksames Bonus-Malus-System mit einer verpflichtenden Quote an älteren Arbeitnehmern/-innen. Jeder Betrieb, der diese Quote nicht erfüllt, soll zahlen: rund 500 Euro jeden Monat pro fehlendem Beschäftigten. „Das in Kombination mit der bereits fixierten Beschäftigungsaktion 20.000 wäre die beste Strategie gegen die hohe Altersarbeitslosigkeit“, so Kalliauer.

Zahl der  Arbeitslosen über 50 mehr als verdoppelt

In den vergangen 10 Jahren ist die Zahl der älteren Menschen über 50 ohne Beschäftigung um 138 Prozent angestiegen – von damals 41.750 auf nunmehr 99.349! AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer warnt: „Wer hier wegschaut und keinen Handlungsbedarf ortet, hat den Ernst der Lage nicht erkannt.“ Viele Betroffene berichten von mehr als 100 Bewerbungsschreiben, die sie verfassen, ohne jemals auch nur eine positive Antwort oder gar eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu bekommen. „Die Menschen fühlen sich diskriminiert, weil sie  aufgrund ihres Alters bereits von vornherein ‚aussortiert‘ werden‘‘, kritisiert der AK-Präsident. 

Da die festgelegten Zielwerte für die Beschäftigungsquoten Älterer zum Stichtag 30. Juni erreicht werden, ist das von der Regierung bereits vereinbarte Bonus-Malus-Modell hinfällig - die verpflichtenden Quoten zur Beschäftigung Älterer in den Betrieben sind vorerst vom Tisch. „Das Problem der Altersarbeitslosigkeit ist damit aber noch lange nicht gelöst“, so Kalliauer: „Die Menschen sollen immer länger arbeiten bis zur Pension, niemand will ihnen aber die Jobs geben.“ 

Sanktionen sind wirksam

AK-Präsident Kalliauer bleibt bei seiner Forderung nach einem Bonus-Malus-System für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer vernünftigen Quote, die der demographischen Entwicklung entspricht. Damit dieses auch richtig wirkt, darf man aber auch Sanktionen nicht scheuen. 

Das würde bedeuten: Jeder Arbeitgeber, der die gesetzliche Quote zur Beschäftigung Älterer in seinem Betrieb nicht erfüllt, muss Strafe zahlen. Aber nicht nur einmal, wie schon mal in einem Entwurf vorgesehen, sondern regelmäßig. „Eine Strafzahlung von 500 Euro monatlich pro fehlendem älteren Beschäftigten würde die Arbeitgeber bestimmt  zum Umdenken bringen“, ist der AK-Präsident überzeugt. Im Gegenzug sollen jene, die sich an die Regeln halten und ihre Quoten erfüllen, eine Prämie bekommen.  

 Im ursprünglichen Entwurf des von der Regierung überlegten Bonus-Malus-Systems wären diese Sanktionen übrigens nicht vorgesehen gewesen. Kalliauer: „Somit  wäre es ohnehin zahnlos geblieben. Jetzt besteht die Chance, ein wirklich wirkungsvolles Modell zu entwickeln.“ Denn ein gut durchdachtes und sinnvolles Bonus-Malus-System gemeinsam mit der bereits fixierten „Beschäftigungsaktion20.000“ ab dem Jahr 2018 würde die Arbeitslosigkeit bei den Über-50-Jährigen rapide senken.

      Facebook-Funktion aktivieren

      Drucken
      Zu Merkzettel hinzufügen
      TeilenZu Merkzettel hinzufügen

      Verwandte Links

      Zum Seitenanfang
      Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
      Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
      OK