30.11.2017
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AK-Wissenschaftspreis 2017 verliehen: "Arbeit 4.0 – Schöne neue Arbeitswelt?"

Digitalisierung und Automatisierung wirken sich auf die Arbeitsbedingungen aus und bringen neue Arbeitsformen, wie etwa Crowdwork, hervor. Diese Veränderungen bergen Potenziale wie auch Risiken. Der 34. Wissenschaftspreis, den die AK in Kooperation mit der Johannes Kepler Universität Linz vergibt, stand in Anlehnung an den Begriff „Industrie 4.0“ unter dem Titel „Arbeit 4.0“. 

Aus den 27 eingereichten Arbeiten wurden 3 ausgezeichnet. Der Jurist Johannes Warter erhielt ein Preisgeld von 4.000 Euro, der Sozial- und Wirtschaftswissenschafter Thomas Gegenhuber 3.000 Euro und die Soziologin Carla Apschner 2.000 Euro zuerkannt.

Crowdwork und Industrie 4.0 im Mittelpunkt

Die Arbeiten der Preisträger/-innen beschäftigen sich mit einer großen Spannweite an Themen: Diese reichen von einem innovativen Beitrag zu rechtlichen Einschätzungen zum Thema Crowdwork über eine intensive Beleuchtung des Themas Crowdsourcing bis hin zu einer Auseinandersetzung mit dem medialen Diskurs über den technischen Fortschritt in der Gesellschaft unter dem Stichwort „Industrie 4.0“. 

„Bei der Neugestaltung von Arbeitsbeziehungen und Arbeitsbedingungen bedarf es auch wissenschaftlich fundierter Entscheidungsgrundlagen, damit Chancen genutzt und Gefahren vermieden werden können“, so AK-Direktor Dr. Josef Moser, MBA, bei der Preisverleihung. „Auch müssen Mitbestimmungsmöglichkeiten der arbeitenden Menschen Berücksichtigung finden.“

Foto von der Preisverleihung

Das Foto kann honorarfrei abgedruckt werden, wenn das Copyright "AK Oberösterreich" angeführt wird.

Wissenschaftspreis, Preisverleihung, 2017 © -, AK Oberösterreich

Im Bild (v.l.n.r.): AK-Direktor Dr. Josef Moser, MBA, Dr. Thomas Gegenhuber, Carla Apschner, B.A. (econ.), Dr. Johannes Warter, Univ.-Prof. Dr. Alexander Egyed M.Sc.

Die Preisträger/-innen und ihre Arbeiten

Johannes Warter

beschäftigt sich in seiner Dissertation mit dem Thema „Crowdwork“, das im rechtswissenschaftlichen Diskurs bislang noch weitgehend unerforscht ist. Zunächst stellt der Autor den Sachverhalt umfassend dar und geht dabei auf die Definition von Crowdwork, den Crowdwork-Prozess sowie auf Auftraggeber, Plattformen und die sogenannten Crowdworker ein. 

Darauf aufbauend erfolgt eine Einordnung nach österreichischem Recht. Hierbei prüft der Autor etwa die Anwendbarkeit des Heimarbeitsgesetzes sowie klassischer Werkzeuge des Zivil- und Arbeitsrechts. Im 3. Teil liefert er schließlich Ansätze zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, wobei er zwei Handlungsmöglichkeiten skizziert: Zum einen ist dies die Anwendung des Rechts, zum anderen sind dies kollektive Maßnahmen bzw. die bessere Organisation von Crowdworkern.

Thomas Gegenhuber

beleuchtet in mehreren eingereichten Beiträgen, die die Grundlage einer kumulativen Dissertation waren, das Phänomen „Crowdsourcing“, also die „Beschaffung“ von Problemlösungen bzw. Auftragserfüllungen mittels Sammelauftrag an die Masse. Dabei widmet er sich einer Bandbreite an Themen: So ging der Autor etwa der Frage nach dem Wert von Crowdsourcing für Auftraggeber sowie den gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekten nach. 

Thematisiert wird dabei auch die Gefahr von ökonomischen Ungerechtigkeiten. Darüber hinaus beschäftigt sich Thomas Gegenhuber in einem Buchbeitrag mit den sogenannten „Crowdsourcing Intermediären“ (Plattformbetreibern) bzw. Plattformen als neue Organisationsform. In einem 3. Beitrag identifiziert der Autor zentrale Motive für die Teilnahme von Designern an Crowdsourcing-Kreativwettbewerben und diskutiert dabei auch die sich verändernden Leistungsanforderungen an Kreativschaffende.

Carla Apschner

befasst sich in ihrer Masterarbeit mit der medialen Diskussion des Themas „Roboter, Digitalisierung, Industrie 4.0 und ihre Auswirkungen auf Arbeit“. In einer Diskursanalyse untersuchte sie insgesamt rund 1.500 Zeitungsartikel mit dem Fokus, zukünftige Veränderungen der Beschäftigung angesichts technologischer Entwicklungen zu beleuchten. 

Die Autorin gelangt zur Erkenntnis, dass die Technologien in der Berichterstattung (fast) nicht hinterfragt werden. In Bezug auf die Forschungsfrage nach den im medialen Diskurs vermittelten Zukunftsaussichten zeigt sich, dass sich die erwarteten Auswirkungen der Digitalisierung, Industrie 4.0 und Robotisierung auf Gesellschaft bzw. Arbeit zwischen 2 Extrempolen bewegen: Die medial vermittelten Zukunftsaussichten reichen von Utopien einer prosperierenden Wirtschaft und Gesellschaft bis hin zu Dystopien der Massenverelendung unter der Knechtschaft der Roboter.

Jetzt einreichen für 2018!

Der AK-Wissenschaftspreis 2018 zeichnet wissenschaftliche Arbeiten aus, die 2017 und 2018 fertiggestellt wurden/werden und die der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeitnehmern/-innen dienen. Die Arbeiten müssen sich mit dem Thema „Verteilungsgerechtigkeit: Österreich auf dem Prüfstand“ befassen. 

Ein Blick auf die Verteilung des Wohlstandes in der Gesellschaft zeigt massive und zunehmend größer werdende Ungleichheiten. Die AK sieht es als zentrale Aufgabe, diesem Trend entgegenzusteuern und sich für eine gerechte Verteilung zu engagieren.

Das Preisgeld beträgt insgesamt 9.000 Euro. Details zur Ausschreibung und zum Thema. 

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