26.07.2019

AK-Kalliauer kontert LH-Stell­ver­tret­erin Haber­lander: Es gibt sehr wohl eine Zwei-Klassen-Medizin in Ober­öster­reich

Für AK-Präsidenten Dr. Johann Kalliauer ist es unverständlich, wie LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander in einem Interview behaupten kann, dass es in Österreich keine Zwei-Klassen-Medizin gebe. Daten aus dem Büro der Landesrätin bestätigen nämlich genau das Gegenteil: „Im Jahr 2018 musste man am Gespag-Standort Kirchdorf 28 Wochen lang auf eine Knieprothese warten. Mit privater Zusatzversicherung gab es den Termin 20 Wochen früher, nach nur 8 Wochen. Das ist pure Zwei-Klassen-Medizin“, sagt Kalliauer. Durch medialen Druck der AK konnte die „normale“ Wartezeit auf immerhin 14 Wochen reduziert werden. Auch die Haberlander-Aussagen zur Kinderbetreuung sind nicht nachvollziehbar. 

Daten wider­sprechen Aus­sagen Haber­landers

In einem Interview behauptete Haberlander, dass eine Zusatzversicherung keine Auswirkungen auf die medizinische Behandlung habe, sondern sich lediglich auf die Hotelkomponente auswirke. Die Daten zeigen anderes. Für die Arbeiterkammer ist eine Wartezeit von aktuell 14 Wochen noch immer zu lange, weil viele Patienten/-innen bereits einen langen Leidensweg hinter sich haben. 

Patienten sind un­zu­fried­en

Bis zum Jahr 2020 - ausgehend von 2011 - werden die Spitalsausgaben um insgesamt 1,5 Milliarden Euro gekürzt. „Da darf es niemanden wundern, wenn die Patientenzufriedenheit in den Spitälern schlechter abschneidet wie im niedergelassenen Bereich“, so AK-Präsident Kalliauer. Die letzte Befragung der Arbeiterkammer hat nämlich ergeben, dass nur 49 Prozent mit der Versorgung in den oberösterreichischen Spitälern sehr zufrieden bzw. zufrieden sind, während die Hausärzte/-innen mit einem Wert von 81 Prozent (sehr) zufriedenen Patienten/-innen deutlich besser abschneiden. 

„Statt die augenscheinliche Zwei-Klassen-Medizin kleinzureden, sollte sie endlich beseitigt werden“, wünscht sich AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer mehr Objektivität und Sachlichkeit im Umgang mit diesem Problem. 

Kinder­betreu­ung: Warum hört Haber­lander nicht zu?

LH-Stellvertreterin Haberlander meint in dem Interview auch, dass die AK-Kritik an der Kinderbetreuung in Oberösterreich für sie nicht nachvollziehbar sei. „Wir wissen aus unseren Elternbefragungen, dass die Eltern mit den Bedarfserhebungen und den institutionellen Kinderbetreuungsmöglichkeiten nicht zufrieden sind. Insbesondere die mangelnde Mitsprachemöglichkeit bei den Betreuungszeiten wird stark kritisiert“, so Kalliauer. „Die gegebenen Öffnungszeiten sind nicht kompatibel mit einer immer flexibler werdenden Arbeitswelt.“

Offizielle Da­ten zeich­nen ander­es Bild

„Und wenn die Frau Landesrätin schon unseren Daten keinen Glauben schenkt, dann soll sie wenigstens einmal einen Blick in die Erhebungen der Statistik Austria machen“, ist Kalliauer verärgert. Denn nach den Daten der Statistik Austria rangiert Oberösterreich im Bundesländervergleich bei der Betreuung von unter Dreijährigen mit großem Abstand an letzter Stelle! Bei den Drei- bis Sechsjährigen verschlechterte sich die Betreuungssituation gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozentpunkte. Unter solchen Umständen können betroffene Eltern kaum einer Vollzeitarbeit nachgehen.     

"Im Jahr 2018 musste man am in Kirch­dorf 28 Woch­en lang auf eine Knie­pro­these war­ten. Mit pri­vat­er Zu­satz­ver­sich­er­ung gab es den Ter­min 20 Woch­en frü­her, nach nur 8 Woch­en. Das ist pure Zwei-Klassen-Medizin!"

Dr. Johann Kalliauer

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"Im Jahr 2018 musste man am in Kirch­dorf 28 Woch­en lang auf eine Knie­pro­these war­ten. Mit pri­vat­er Zu­satz­ver­sich­er­ung gab es den Ter­min 20 Woch­en frü­her, nach nur 8 Woch­en. Das ist pure Zwei-Klassen-Medizin!"

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